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Dienstag, 8. November 2011

Buchmacher (Teil 2)

Also, wo waren wir stehen geblieben?

Ach ja, da war dieser Anruf vom Verlag, und sie wollen unbedingt Dein Buch drucken!
Schön ist das ja schon, aber wie gehts denn jetzt weiter?
Muss Du als Autor nur noch den Vertrag unterschreiben und den Rest macht der Verlag?
Was passiert denn so zwischen dem Manuskript und dem fertigen Buch im Laden?

Tja, irgendwie ne ganze Menge. Aber mit dem Schreiben eines Werkes ist zumindest für den Autoren schon einmal ne Menge abgehakt!

Jetzt geht das Ding erst mal ins Lektorat.
In der Regel bekommst Du als Autor einen Lektor zugeteilt. Er/Sie ist für Dich das Bindeglied zwischen Verlag und Deinem Buch. Zunächst einmal merzt der Lektor die Fehler aus. Komma vergessen? Zeichensetzung ein Chaos? Ist alles nicht Dein Problem. Das macht das Lektorat für Dich!
Dann allerdings gehts an den Inhalt. Manchmal sind es Bagatellen, die Dir gar nicht auffallen, da Du so zu Hause bist in Deinem Werk. Grade lag er noch auf dem Bett, plötzlich lehnt er an der Wand... hoppla! wann ist er denn aufgestanden? Das sind inhaltliche Stolperer, die schnell behoben werden können.

Allerdings gehts auch manchmal tiefer. Und hier kanns beginnen weh zu tun...
Denn Dein Buch wird ordentlich durch die Mangel genommen. Da werden Sequenzen gekürzt oder Kapitel gestrichen. Da kann es sein, dass der Name des Protagonisten geändert wird und ein alternatives Ende her muss. Dein Buch ist Dein Baby? Tja, das ist jetzt die Schönheits-OP fürs Baby.

Das kann ganz schön an die Nieren gehen und drum sollte die Beziehung zum Lektor wenn irgend möglich auch möglichst gut sein. Trefft Euch mal, lernt Euch kennen! Klar kann man viel am Telefon regeln, aber so Auge in Auge lernt man sein Gegenüber vielleicht besser einzuschätzen.
Die Aufgabe des Lektors ist es, Dein Buch zu der besten Version zu machen, die in ihm schlummert. Denn, letztlich will der Verlag das Ding ja unter die Leute bringen!

das aktuellste Buch von mir
Ich habe bislang großes Glück gehabt. Meine Bücher wurden allesamt so lektoriert, dass ich wirklich das Gefühl hatte, mein Buch wird (noch! ;)) besser! Aber ich kenne auch genug andere Geschichten von befreundeten Autoren...

Sollte es hart auf hart kommen, und Du hast das Gefühl, was die da mit Deinem Manuskript machen, das ist doch gar nicht mehr Dein Buch, dann sprich das aus! Formuliere Deine Bedenken. Vielleicht wäre ein anderer Lektor eine Lösung. Vielleicht ziehst Du das Manuskript auch zurück.

Ist das Buch dann einmal durchs Lektorat durch, bekommst Du den Text wieder serviert. Dein Lektor spricht mit Dir die markierten Teile durch. (Nein, nicht jedes Komma!) Wenn signifikante Teile geändert wurden, darfst Du idR Deinen Senf dazugeben, etwas selbst abändern oder auch darauf bestehen, dass genau das so im Buch bleiben muss! Jawoll!

Ich persönlich finde das am nervigsten. Mein Buch nochmals durch zu kauen und Kleinigkeiten zu ändern. Hier ein anderes Wort nutzen, da etwas besser verständlich machen... Und dann?

Ja, dann ist Dein Job vorerst getan. Und das gute Stück wandert wieder ins Lektorat zurück. Eventuell gibt es noch einmal eine Schleife über Deinen Schreibtisch. Das kommt auf den Umfang der Änderungen an. Aber dann....


...aber das ist eine andere Geschichte. Für einen anderen Tag! :)

Kommentare:

  1. Ich genieße Deine "Buchmacher" Serie sehr und ja, es macht richtig Lust auf mehr...die Spannung "wächst"...!
    Wo bekommt man sonst die Gelegenheit geboten, mal "Hinter die Kulissen" zu schauen. Danke Claudia. ;-)))

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  2. Lektor will ich nicht sein---hehe
    Dankefür den Tip

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  3. Ich bin gespannt, wie`s weitergeht :-) Ich kenne ja noch einen Autoren, der ist grad am nächsten Buch dran.

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  4. Getzt mal am Buchschreiben pack...vielleicht ;-))) *hibbelgibbel*

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Wer schreibt, bleibt!