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Montag, 30. Januar 2012

Die Ferien der Madame E. - Teil 2

Wie unsere eifrigen Blogleserinnen und -leser schon wissen, war ich Anfang Januar eine Woche im Kloster, um Abstand von der Welt zu gewinnen und meiner inneren Stimme einen Maulkorb zu verpassen.


Lange halte ich es in der Regel nicht aus, einfach nur nichts zu tun und ein Leben völlig ohne irgendeine Form von Adrenalinkick zu führen... Als ich im Dezember meinen Urlaub plante, habe ich alles mögliche in Erwägung gezogen und verworfen. Wellness, Fitness, Schifahren... ne... alles irgendwie nichts.

Denn ich will immer nur das Eine: Motorrad fahren!

Wie die Leserinnen und Leser meines Motorradblogs wissen, habe ich meinen Führerschein erst seit 6 Monaten, also schied Hardcore-Motorradtrekking mit Stunteinlagen im Himalya schon mal aus...
Aber WO kann man im Januar fahren?
Es sollte warm sein, bezahlbar und für mich machbar und so kam ich auf...  Teneriffa!

Ich hatte vor etlichen Jahren einen Bericht über die Insel und ihren legendären Nebelwald gesehen, der mich sehr beeindruckt hatte.

Bevor ich buchte, mussten aber diverse Fragen geklärt werden, z. B. würde ich als Anfängerin mit den Straßen dort zurechtkommen? Man beruhigte mich, mit meiner Erfahrung im Schwarzwald würde ich dort bestens klarkommen. Also habe ich gebucht.

Je näher der Abflugtermin rückte, desto aufgeregter wurde ich. Vor 3 Monaten saß ich zum letzten Mal auf meinem Bike, um es frisch geputzt in die Garage zu fahren. Ich würde ein unbekanntes Motorrad auf mir unbekannten Straßen mit womöglich chaotischem Verkehr fahren...

Tage vorher las ich in meinem Übungsbuch, um alle Abläufe zumindest theoretisch parat zu haben...  Rechtskurven von links außen anfahren, Linkskurven von rechts außen... schön weit in die Kurven gucken... in den Spitzkehren gegen die Hinterradbremse fahren... Kopf aus der Schräglage nehmen... nicht erschrecken... Hände nur locker auflegen... nicht verkrampfen...

Tag 1 - Abreise nach Teneriffa

Und dann war er da, mein Abreisetag.
Eine sehr wichtige Frage hatte ich noch nicht klären können, nämlich, ob ich meinen Helm mit ins Handgepäck nehmen könnte, oder ob er in den Rucksack muss. Am Vortag hatte ich mit der Airline telefoniert, dort teilte man mir mit, dass Motorradhelme Schlagwaffen seien und es im Ermessen des Schalterpersonals wäre, ob oder ob nicht... hm...

An der Sicherheitsschleuse habe ich meine Sachen gleich mit dem entsprechenden Kommentar aufs Band gepackt und siehe da, der Mensch an der Kontrolle war auch ein Biker und wollte wissen, wo ich hinfliege. Motorradhelm im Handgepäck, kein Problem!

Auf dem Flug versuchte ich den Schlaf der letzten Nacht einigermaßen nachzuholen und landete gegen Mittag einigermaßen wach auf Teneriffa.

Hui, war das hier schön warm und sonnig! Und da war auch schon mein Kontaktmann, der mich abholen, zu meiner Pension und dann zur Mietstation bringen würde.

In der Pension stand ich vor der ersten Herausforderung, denn hier kam mir alles sehr spanisch vor... meine rostigen Kenntnisse mussten reichen... ja und dann.... dann stieg ich in meine Motorradhose, klemmte den Helm unter den Arm und es ging los zur Mietstation.

Meine große Urlaubsliebe
Ich brauche euch nicht sagen, dass ich schweißnasse Hände hatte, als man mir die Papiere für mein Bike in die Hand drückte und mir die schwarze Suzuki Bandit auf die Straße stellte...

Was soll ich sagen? Hatte ich jemals etwas anderes getan, als dieses Motorrad zu fahren? Nein! So fühlte es sich jedenfalls an, als ich sie über die Autobahn - die Autopista del Sur - nach San Miguel de Abona fuhr.

Teneriffa ist die größte Insel der Kanaren, im Süden und teilweise im Norden verlaufen Autobahnen, die die größeren Orte miteinander verbinden. Die Autopista del Sur führt unter anderem in die Hauptstadt nach Santa Cruz de Tenerife und das 6 bis 8-spurig... und ja, ich bin sie gefahren, mehrfach, aber dazu später.

Sonnenuntergang in San Miguel
In San Miguel fiel ich in mein Bett und unternahm an diesem Tag nicht mehr viel, außer ein paar Kleinigkeiten zum essen zu kaufen, ein paar Schritte durch den Ort zu schlendern und mir den Sonnenuntergang anzusehen.

Tag 2 - Vieja Carretera del Sur

Für den nächsten Tag hatte ich mir einen Ausflug auf der Vieja Carretera del Sur - der alten Südverbindungsstraße nach Santa Cruz - vorgenommen. Mein Kontaktmann hatte sie mir als "Straße der 1000 Kurven" zum warmfahren angepriesen. Aber bevor es losging, musste ich erst einmal mein Bike ausparken. Ein Motorrad hat in der Regel keinen Rückwärtsgang und man möchte eine Vierteltonne Stahl nicht fallen lassen, weil man sie dann nur schwer wieder hochkriegt, und nein, besonders wendig ist so ein Ding auch nicht...

Unterwegs auf der Vieja Carretera
Unterwegs dann wurde mein Grinsen von Minute zu Minute breiter, es ging wie geschmiert, die Suzie schnurrte wie ein Kätzchen unter mir, die Sonne schien, die Kurven waren großartig, kein Verkehr... Ich muss gestehen, dass ich mir keinen der Orte wirklich angeschaut habe... sobald ich auf einem Motorrad sitze, gibt es nur noch mich, das Bike und die Straße, ich mutiere zur Kulturbanausin.

Es lief alles super, bis ich in Güímar eine falsche Abzweigung nach Arafo nahm. Nun ja. Motorradfahren hat weniger damit zu tun, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, als sich treiben zu lassen und *vielleicht* irgendwo anzukommen. Also egal, nehmen wir halt diese Straße und schauen, wo es uns hinführt.

öhm... Einbahnstraßen links, Einbahnstraßen rechts... wie komme ich hier wieder raus? Vielleicht mal die Straße geradeaus versuchen und den Einheimischen vor der Bar nicht noch eine demütigende Runde "orientierungslose Frau auf Motorrad" durch den Ort bieten.

Blick Richtung Teide-Massiv
Geradeaus war bestimmt gut. Ganz sicher.
Ok. Die Straße ist ein bisschen steil.
Geradeaus, ja? Hm.
Die Straße ist schon *ganz schön* steil.
Ich will eigentlich nicht zum Teide hoch heute.
Verdammt steile Straße hier. Mist.
Wo zum Teufel kann ich hier wenden...?

Irgendwann an einem nicht so steilen Stück traf ich einen ebenso verirrten Autofahrer, der meinte, ich sollte besser wenden, weil die Straße nachher nur noch schlimmer und steiler würde... wenden ja, sofort. Aber welche der verdammten Straßen da unten im Ort führt wieder raus? Die spanische Erklärung habe ich nur zu 70 % verstanden... Güímar sei da unten "a la derecha", also rechts von mir und ich müsste die und die Straße fahren... ja, ok... Aber welche der verdammten... ach, das hatten wir ja schon...
Nach einer weiteren Runde "orientierungslose Frau auf Motorrad", die sicherlich zur nachmittäglichen Unterhaltung der Männer vor der Bar beitrug, landete ich wieder in Güímar.

Inzwischen hatte ich Hunger und wollte eine Pause machen. Motorradfahren ist anstrengend. Das sage ich jetzt nicht, weil ich Anfängerin bin, es ist *wirklich* körperlich anstrengende Präzisionsarbeit. Dazu aber später mehr, wenn es in die Berge geht.

Strand von Candelaria
Nach meinem unfreiwilligen Ausflug (um Arafo habe ich danach einen sprichwörtlichen Bogen gemacht) fuhr ich an die Küste nach Candelaria und setzte mich dort ins nächstbeste Restaurant mit Meerblick. Ah... was für ein Genuss, sich ein schönes, kaltes Wasser durch die staubige Kehle rinnen zu lassen, während man in der Sonne sitzt, aufs Meer guckt und auf sein Essen wartet.

Das Essen auf Teneriffa ist ein Traum. Gut, wenn man strengst vegetarisch lebt, bleiben nicht so richtig viele Sachen übrig... wer das nicht tut, sollte den Fisch probieren und die (vegetarischen) papas arrugadas, die Schrumpelkartoffeln mit Salzkruste. Die Kartoffeln sind eine spezielle Züchtung, schmecken sehr süß und sind klein. Dazu gericht wird mojo picón/mojo rojo, eine scharfe, rote Sauce, oder mojo verde, eine milde Sauce aus Korianderblättern.

Nicht zu vergessen der einheimische Ziegenkäse, der gerne mal mit Palmhonig serviert wird und das fantastische Weißbrot. Jeden Morgen hatte ich ein solches kleines, nach Anis duftendes Brot auf meinem Tisch, zusammen mit frisch gepresstem Orangen- oder Papayasaft, ab und zu gab es noch frische Maracujas... herrlich!

Abends kehrte ich müde, staubig und glücklich zurück und plante für den nächsten Tag eine Tour durch den Parque Nacional del Teide.

Tag 3 - Parque Nacional del Teide

Der Pico del Teide ist mit 3718 Metern die höchste Erhebung auf den Kanaren und der höchste Berg Spaniens. Und er ist ein Vulkan! Niemand weiß genau, ob und wann er noch einmal ausbrechen wird... Der letzte Ausbruch war im 18. Jahrhundert, am Gipfel qualmen hier und dort Fumarole, Schwefelablagerungen sind sichtbar... 

Bei strahlendem Sonnenschein ging es die nächste kurvenreiche Straße nach Vilaflor. Unterwegs kam ich an blühenden Mandelbäumen vorbei und konnte immer wieder großartige Ausblicke Richtung Teide genießen. 
Zwischendurch verschwinden die höheren Berge immer mal in den Wolken, da die feuchte vom Meer aufsteigende Luft an den kühlen Berghängen kondensiert.

Hinter Vilaflor beginnt das wahre Bikerparadies!

Kurve an Kurve zieht sich durch den Pinienwald nach oben. An diversen Stellen sind Aussichtspunkte, die Ausblicke nach unten ins Tal und in alle Richtungen ermöglichen. Die Sonne scheint, der Wald duftet, wenn man Glück hat, ist es nicht allzu kalt. Ringsum beeindruckende Landschaft, Felsen wechseln sich ab mit mal mehr und mal weniger dichtem Wald.

Oberhalb der Waldgrenze beginnt die Landschaft karg zu werden.

Blick zum Teide
Und dann, hinter einer der unzähligen Kurven beginnt die paisaje lunar, die Mondlandschaft. Man kommt um eine Kurve am Boca de Tauce und blickt über eine scheinbar endlose Weite direkt auf den Teide und seine Hinterlassenschaften.

Ich war wirklich überwältigt. Wenn man vor diesen Lavahaufen steht, kommt man sich klein vor. Unbedeutend. Verwundbar. Diese Landschaft ist nur eines: unwirtlich! Und dieser große Berg da hinten, das ist der Teide!

Ich hatte mit einem schön verschneiten, pittoresken Bild gerechnet, aber wie die Einheimischen alle sagten, hatte es seit Monaten nicht mehr geregnet, was für den Winter ungewöhnlich sei. Außerdem sagte jeder zweite "hace frío!", also, es ist kalt. Über "kalt" können wir als Mitteleuropäer bei 14 Grad auf 2000 Metern Höhe nur müde lächeln. Aber kalt und warm sind eben relativ.

Die Ebene der Llanos de Ucanca auf der Linken und die Cañadas del Teide zur Rechten fuhr ich weiter Richtung Bergstation, denn wenn ich schon einmal hier war, wollte ich auch ganz nach oben. Ganz nach oben ist jedoch auch relativ.

Das Ökosystem des Teide ist streng geschützt und selbst die Seilbahn ist den Naturschützern ein Dorn im Auge. Man kommt mit der Bahn auf eine Höhe von ungefähr 3200 Metern und kann von dort kleinere Touren unternehmen. Auf den eigentlichen Pico del Teide, also den Gipfelkrater, kommt man nur mit einer Genehmigung.

Blick vom Teide-Gipfel
Als Motorradfahrer ohne nennenswerten Kofferraum steht man immer wieder vor einer Frage: wohin mit dem Krempel, den man anhat? Vor allem mit dem Helm... So gern ich meinen Helm habe, auf den Gipfel wollte ich ihn dann doch nicht mitnehmen... es reichte schon, wie eine Art Halb-Darth-Vader zwischen den in leichte Funktionsklamotten gekleideten Wanderern herumzustapfen... zum Glück auch hier kein Problem, bei der Talstation abgeben und fertig.


Der Pico del Teide
Seilbahnen sind lustig. Man merkt sofort, wer aus den Bergen kommt und wer nicht. Woran? Daran, dass an den Zwischenstationen gequiekt wird, wenn die Gondel schwankt. Besonders eindrucksvolles Gequieke erlebte ich vor etlichen Jahren auf einer Tour durch die Schweiz in der Seilbahn auf den Titlis, da dreht sich der Boden der Gondel nämlich auch noch... Aber das ist eine andere Geschichte.

Oben angekommen bin ich den kürzesten Weg gegangen, den man zur Auswahl hatte. Nein, nicht, weil ich wandern hasse, sondern weil ich gefühlte 20 kg Montur anhatte und auf über 3000 Metern die Luft sprichwörtlich dünn wird. Ich weiß nicht, wie lang der Weg war, bestimmt kein Kilometer, aber ich habe geschnauft, wie ein Walross!

Es ist großartig dort oben. Überwältigend. Auf eine rauhe und unwirtliche Art schön.
Wenn man vom Gipfel herabschaut, sieht man die Wolken, die ihre Feuchtigkeit im Nebelwald an den Hängen abgeben.

Der Nebelwald ist ein Erlebnis für sich. Die Straße nach La Esperanza führt durch Pinien- und Eukalyptuswald. Es duftet. Die Welt ist wie verzaubert. Mal mehr, mal weniger dichter Nebel schiebt sich zwischen den Baumstämmen hindurch und gibt mehr oder weniger Blicke frei. Eine märchenhafte Stimmung!

... das Visier läuft an... und es geht bergab... um die Kurven...
Mit dem Motorrad bergab zu fahren, ist eine wesentlich größere Herausforderung, als bergauf.

Warum?

Nun, stellt Euch vor, ihr sitzt bergab auf einem sehr, sehr schweren Fahrrad und stützt euch mit viel Gewicht auf eure Hände, die auf dem Lenker liegen. Ihr müsst bremsen, denn sonst werdet ihr zu schnell und fliegt aus der Kurve. Leider könnt ihr nicht dauerbremsen, denn dann sind eure Bremsen ganz schnell im Eimer. Oder sie werden heiß und greifen nicht mehr richtig.

So ist das beim Motorrad. Man muss mit dem Motor bremsen, das heißt, man schaltet in einen kleinen Gang, damit die Geschwindigkeit beherrschbar bleibt und bremst nur ab und zu kurz. Das Gewicht vom Motorrad schiebt dabei permanent von hinten und zwar auf die Handgelenke... und das tut auf die Dauer weh. Mit nicht so lockerem Griff am Lenker wird auch das Kurvenfahren schwieriger und der beim Bergauffahren noch so lockere Hüftschwung, mit dem man das Bike in die Kurve legt, fällt bergab wesentlich steifer aus... ja, ich arbeite noch dran.

Nach diesem wundervollen Ausflug in den Teide-Nationalpark stand für den nächsten Morgen das nächste Gebirge an, der Macizo de Teno.

Tag 4 - Macizo de Teno - Tenogebirge

Auf dem Weg nach oben
Dieser Morgen sollte mir noch lange in Erinnerung bleiben...
Zum zweiten Mal fuhr ich die Strecke über Vilaflor zum Teide.

Wie am Vortag hielt ich an einem Aussichtspunkt an, um den Blick zu genießen und eine weitere Schicht unterzuziehen. Da hörte ich sie schon. Von unten kam eine Sportmaschine.
Schon am Vortag waren etliche Einheimische mit ziemlichem Tempo an mir vorbeigezogen. Aber gut, wenn man die Strecke und sein Bike kennt und gut fahren kann... es macht ja auch Spaß, schnell zu fahren!

Eine weiße Kawasaki kam da mit ziemlicher Geschwindigkeit um die Ecke gebrettert... im Geiste bewunderte ich das Tempo, dachte aber auch an die Gefahr... Ich fahre ziemlich langsam, von Autobahnen und meinen Hausstrecken mal abgesehen. Und im Urlaub sowieso, denn da will ich gucken und nicht rasen!

Unterwegs nach Santiago del Teide
Da, nach der einen Kurve... ja, da lag sie dann, die weiße Kawasaki. Oder das, was von ihr übrig war. Nicht viel. Der Tank sah aus, als ob ein Riese mit der Faust draufgeschlagen hätte. Alle Plastikteile waren irgendwo zerbrochen, verstreut...Der Fahrer lief ziemlich wütend am Straßenrand herum. Zum Glück war er unverletzt!

Ich parkte mein Motorrad auf der anderen Seite und versuchte herauszukriegen, was passiert war und ob der Fahrer wirklich in Ordnung war, ein Telefon brauchte oder sonstwas. Ich hab`s nicht wirklich verstanden, aber irgendwas mit den Bremsen war wohl nicht in Ordnung...

Eigentlich wollte ich weiter hoch fahren, aber mir zitterten die Hände und ich wollte nicht die nächste sein, die im Graben liegt, also bin ich runtergefahren und habe in der nächsten Bar erstmal einen Kaffee getrunken.

Auf dem Weg nach Masca
Jaja, ich weiß, ich sage, dass ich nie Kaffee trinke, aber das hier ist was anderes.
Kaffee auf Teneriffa war für mich immer "un cortado". Der Cortado ist saustark und wird in einem kleinen Glas mit aufgeschäumter Milch serviert. Lecker!

Danach ging es mir besser und ich fuhr wieder hoch. Der hübsche, junge Fahrer saß ziemlich geknickt am Straßenrand und wartete auf den Abschleppwagen, ich habe ihm noch kurz zugewinkt. In den nächsten Tagen musste ich noch oft an das zertrümmerte Bike an der Felswand denken und daran, dass es schade gewesen wäre, um so einen hübschen Kerl.

Jetzt kam mein tägliches Motorradabenteuer: Die Straße von Santiago del Teide nach Masca.

Gut, dass ich nie vorher so genau weiß, was mich erwartet... das wusste ich dann am ersten Aussichtspunkt.

Die Straße nach Masca ist... sagen wir mal... abenteuerlich.
Sie ist auf diesem Stück gerade so breit, dass ein Auto draufpasst. Ein  kleines Auto. Es fahren da aber auch kleinere Busse herum. Das auf dem Foto ist der weniger extreme Teil.



so schaut das von oben aus...
Links Abgrund, rechts Felsen, superenge Haarnadelkurven, schlechter Fahrbahnbelag, Steine, Gegenverkehr, der um die Ecke kommt, um die man garantiert nicht schauen kann... na, muss man eben hupen! Und langsam fahren sowieso, denn es geht erstmal bergab ins Tal und die Straße ist steil. Nicht etwa Alpenstraßen-12-Prozent-Gefälle-steil, sondern STEIL! Ich kann schwer schätzen, es waren sicherlich 17-20 % an einigen Stellen vielleicht noch mehr.

Masca
In Masca brauchte ich eine Pause, außerdem fing es an zu regnen und ich wollte den Rest der Strecke nicht noch auf einer nassen Straße fahren müssen. Nicht auf *so einer* nassen Straße jedenfalls.

Masca war bis in die 80er-Jahre nicht ans Straßennetz angebunden und nur vom Meer aus erreichbar. Heute kann man eine Wanderung buchen und wird am Ende der Schlucht von einem Wassertaxi abgeholt, oder man muss wieder hochkraxeln.

Von Masca aus ging es wieder nach oben, diesmal nicht ganz so extrem, die Straße ist breiter, allerdings kommen einem jetzt Reisebusse entgegen... und auf so einer Straße möchte *niemand* rückwärts fahren müssen, schon gar nicht mit dem Motorrad...

Ein Stückchen weiter hinter Masca wird die Straße dann besser, breiter, weniger steil und man hat Ausblicke in Täler mit Terrassenfeldern. Insgesamt wird die Landschaft in Richtung Norden und Meer wieder lieblicher und weniger schroff.

Nach dieser abenteuerlichen Straße beschloss ich, den Ausflug zum Punta de Teno auf den nächsten Tag zu verschieben. Ein Abenteuer pro Tag reicht!

Tag 5 - Los Gigantes - Garachico - Punta de Teno

Heute wollte ich es erstmal ruhig angehen lassen und eine kleine, nicht so anstrengende Tour mit viel gucken fahren. Der erste Teil des Tages war sehr entspannt...

Los Gigantes
Los Gigantes ist eine Felsformation an der Westküste von Teneriffa, sie liegen in der Nähe von Puerto de Santiago. Ich hatte mit vorgenommen, da erstmal eine Pause zu machen, die Sonne zu genießen und mir alles ein bisschen anzuschauen.

Ich parkte mein Bike unten im Hafen, lief ein bisschen herum, machte Fotos von den Felsen und vom Strand und setzte mich in ein Café, um dort den inzwischen üblichen Cortado zu trinken. Ich habe mich nebenher noch an der Tageszeitung aus Teneriffa probiert. Die sachlichen Zeitungstexte habe ich ganz gut verstanden.

Kirchplatz in Garachico
Ihr erinnert Euch an die Autobahnen im Norden und Süden?

Im Süden endet die Autopista in der Höhe von Adeje und geht dann in eine mal mehr, mal weniger breite und kurvige Straße über.

Ich glaube, im letzten Jahr wurde begonnen, die Autobahn weiter auszubauen und irgendwann an die Autopista del Norte anzuschließen. Sie soll wohl 2013 im ersten Drittel eröffnet werden. Das jedenfalls stand in dem Artikel, den ich gelesen habe.

Von Puerto de Santiago aus ging es weiter zur Nordküste nach Garachico.  Der Nachmittag war schon etwas vorangeschritten, aber ich hatte  ja Zeit und die Strecke nach Hause war nicht weit.

Garachico wurde Ende des 15. Jahrhunderts von italienischen Kaufleuten gegründet und entwickelte sich zu einer blühenden Hafenstadt. Im Jahr 1706 brach jedoch der Vulkan Montaña de Trebejo aus und Lavamassen verschütteten den Hafen. Garachico verlor dadurch seine Bedeutung als Handelshafen.

Begrünter Innenhof
In Garachico nahm ich mir Zeit, um die mit hübschen, geschnitzten Fensterläden versehenen Häuser anzusehen, über den Kirchplatz zu schlendern und setzte mich dann in ein Restaurant, um zu entspannen und zu essen. Jegliches Zeitgefühl hatte ich verloren, Urlaub eben. Entspannung.

Ah, ich wollte ja noch weiter nach Punta de Teno.

Das ist nicht weit weg.

Die Straße nach Punta de Teno ist offiziell gesperrt.
Mein Kontaktmann hatte mir jedoch verraten, dass das nur der Absicherung dient, damit niemand irgendwelche Forderungen stellen kann, falls sein Auto durch Erdrutsch oder Steinschlag beschädigt wird.
Man könne die Straße durchaus rausfahren und würde dann mit einem tollen Blick auf Los Gigantes und La Gomera belohnt.

Ehemaliger Hafen von Garachico
Gesagt, getan. Die Straße nach Punta de Teno war unproblematisch, es ging weiter oben wieder etwas enger zu und man fährt unter anderem durch zwei kurze, unbeleuchtete Tunnels.

Am Ende der Straße hatte ich ein bisschen Probleme, mein Bike zu parken und zu wenden. Ich hatte mich mit der Straßenbreite und der Wendigkeit etwas verschätzt und sprach ein paar Leute an, die mir halfen.

Ein Blick auf die Uhr sagte mir nun, dass ich höchstvermutlichst nicht mehr im Hellen nach Hause kommen würde.
Aber ist ja nicht so wild.
Der Weg ist ja nicht weit und ein Teil ist auf der Autobahn.
Das klappt schon noch.

Los Gigantes von der anderen Seite
Ich lief ein wenig herum, machte Fotos und kraxelte ein bisschen hoch Richtung Leuchtturm, soweit man mit einem Helm in der Hand und sperrigen Motorradklamotten kraxeln kann.

Hm... jetzt wird es aber doch spät... die Sonne steht schon tief... Zeit, nach Hause zu fahren.

Aber ist ja nicht weit. Du wirst noch im letzten Tageslicht auf der Autobahn sein, und das ist ja unproblematisch zu fahren in der Nacht.
Blick auf La Gomera

Ich trat also den Heimweg an.

Das erste und letzte Mal bin ich nachts mit dem Bike in der Fahrschule gefahren. Und es war keine sonderlich schöne Erfahrung... unter dem Helm sieht man recht wenig und so eine Motorradfunzel ist nicht sooo toll hell, Kurven fährt man per Fledermausradar...

Aber ich würde das schon schaffen, im letzten Tageslicht wäre ich ganz sicher auf der Autobahn.

Die Sonne versank im Meer, es wurde dämmerig.
Ach, die Autobahn ist bestimmt gleich um die Ecke, hinter der nächsten Kurve fängt sie an.
Oder zumindest eine breitere Straße.

Es wurde allmählich dunkel.
Keine Autobahn in Sicht.
Wie hießen nochmal die Orte, wo ich durch muß?

Es wurde Nacht.
Von Autobahn keine Spur.
Dafür ging es weiter auf einer kurvigen Landstraße.
So kurvig hatte ich die gar nicht in Erinnerung.

Zwischendurch konnte ich immer mal Fernlicht einschalten und musste zumindest nicht im absoluten Schneckentempo fahren. Ab und zu hatte ich Autofahrer hinter mir, die mir die Strecke schön ausgeleuchtet haben... langsam wurde ich auch müde und die körperliche Erschöpfung machte mir zu schaffen.

Irgendwann, als ich mich im Geiste schon in  irgendwelchen Straßengräben liegen sah, kam endlich die Autobahn! Ich war da schon so ko, dass ich selbst dort nicht mehr schnell fahren konnte und wollte. Die Konzentration war am Ende, meine Hände taten weh und ich war völlig verkrampft. Die idealen Voraussetzungen also...

Ihr könnt Euch denken, dass ich extrem dankbar war, als endlich meine Ausfahrt auftauchte!
Ich bin am Ende fast vom Bike gefallen vor lauter Müdigkeit... DAS mache ich nicht nochmal.

Tag 6 - Anaga-Gebirge

Blick ins Gebirge
Das Anaga-Gebirge befindet sich im Nordosten der Insel. Es verfügt über eine weltweit einmalige Vegetation und ist - im Gegensatz zu den anderen Gebirgen, die ich besucht hatte - ziemlich grün.

Die höchsten Gipfel sind um die 1000 Meter hoch.

Ich habe ja schon ein paar Mal von den Autobahnen geschrieben. Heute verlief der erste Teil meiner Fahrt über die Autopista del Sur. In La Laguna würde ich abbiegen, um nach Las Mercedes zu fahren und dort den Weg ins Gebirge antreten.

Bis nach Santa Cruz de Tenerife ist die Autobahn einfach nur ereignislos.
Man fährt eben geradeaus, mal mehr, mal weniger schnell.
Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt bei 120 km/h, und man sollte sich dran halten, es wird kontrolliert.

Punta de Hidalgo
Ab Santa Cruz wird es dann unübersichtlich, es kommen mehrere Autobahnkreuze und nicht immer ist alles so eindeutig und gut beschildert, wie man sich das wünscht.
Ja, ich hab mich mal wieder verfahren...

Die Ausfahrt nach La Laguna war erst beschildert und dann plötzlich nicht mehr. Als ich weiterfuhr, sah ich dann, dass ich auf dem falschen Teil der Autobahn gelandet war.

Naja, nicht schlimm, fährt man halt irgendwo raus und irgendwo wieder drauf.

Es bescherte mir einen kurzen, unfreiwilligen Ausflug nach Santa Cruz. Vorbei am Hafen, in dem beeindruckende, riesige Tanker lagen, ging es Richtung Stadtzentrum. Der Verkehr wurde immer dichter und wuseliger und die Straße war 8-spurig. Im Geiste zog ich nur meinen Nacken ein und hoffte auf die schnellstmögliche Abzweigung, die mich wieder in Richtung La Laguna führt.

Uff... endlich war ich auf der richtigen Straße gelandet! Aber einfacher war es da auch nicht. Baustellen, aufgeschnittener Fahrbahnbelag, Steine, Split, haufenweise Wuselverkehr von allen Seiten... Ich war echt froh, als ich endlich auf der gemütlichen Landstraße landete und durch Las Mercedes weiter nach Tegueste, Tejina und zum Punta de Hidalgo fuhr.

Wow, wie toll!

Brötchenfressende Kanarenechse
Man hatte großartige Ausblicke über das Meer und in Richtung des Gebirges.
Es war auch vergleichsweise ruhig, bis ein Auto mit einem riesigen Lautsprecher, aus dem Werbung für ein Restaurant und Mariachi-Musik dröhnte.

Neben mir stand ein deutsches Paar, das auf einmal anfing, Brötchenkrümel ins Gebüsch zu werfen. Ich hatte es da schon rascheln gehört und dachte an Vögel. Jetzt schaute ich selbst mal hin und entdeckte... ziemlich große, ziemlich dicke und sehr schöne... Eidechsen!

Blick Richtung Teide
Ich hatte eigentlich immer gedacht, dass diese Tiere Insekten fressen würden... sie fressen auch Brötchen! Und die Reste eines zerkrümmelten Madalenas. Leider kann ich Euch nicht sagen, um welche Echsenart es sich da gehandelt hat. Ich hätte am liebsten welche eingepackt, die waren soooo klasse!

Von Punta de Hidalgo machte ich mich auf zur Passhöhe Cruz del Carmen.

Heute war ich zur Abwechslung mal vernünftig und legte VOR meinem Bergausflug eine Pause ein, um etwas zu essen.
Gegenüber von meinem Tisch saß eine größere Gruppe französischer Touristen. Ich war ziemlich erstaunt, in welchen Mengen da der Rotwein zum Essen floss. Die wollten später ja auch  noch weiterfahren. Es wäre vermutlich eine gute Idee, zwischen die Gruppe und mich einige Straßenkilometer zu legen...

Die Straße schlängelte sich gemütlich durch den Wald in Richtung Passhöhe. Der Wald hier ist völlig anders, als am Teide. Hier wachsen Lorbeer, Baumerika, Farne... Es ist sehr grün und schattig und es war erstaunlich kühl, ich fand es deutlich frischer, als auf der wesentlich höheren Ebene unterhalb des Teide.

Über Cruz del Carmen ging es weiter zum Mirador del Pico Ingles und dann weiter ins Gebirge.

Nach alle meinen  Erfahrungen mit knapper Zeit und nächtlichem Herumfahren auf kurvigen, engen Straßen, verzichtete ich auf den Abstecher nach Benijo und fuhr Richtung San Andres.

An einem der Aussichtspunkte waren Touristen, denen man das Auto aufgebrochen hatte. Zwei Einheimische gaben ihnen Kartonstücke, um die aufgebrochene Scheibe notdürftig zu flicken. Mir war von den Motorradvermietern eingeschärft worden, das Bremsscheibenschloss zu benutzen. Ein Motorrad kann man recht einfach klauen, die meisten haben keine Alarmsicherung...

Die Straße nach San Andres bin ich größtenteils mit vor Staunen offenem Mund gefahren. Es ist unglaublich schön dort, man hat immer wieder fantastische Ausblicke in verschiedene Täler. Die Vegetation ist interessant, überall riesige Farne, alle möglichen von mir nicht identifizierten Pflanzen begannen zu blühen... ein wenig später im Jahr muss es paradiesisch schön dort oben sein!

Mein Tag endete mit der Rückfahrt über die Autobahn und damit, dass ich diesmal deutlich im Hellen nach Hause kam.



Tag 7 - Teide und La Orotava

Heute war mein letzter Tourtag.
Ich wollte vom Teide aus die Straße nach La Orotva nehmen und mir den Ort, sowie das Tal ansehen.

Den ersten Teil der Strecke kennt ihr ja schon, Vilaflor, Boca de Tauce und dann hinter dem Besucherzentrum und dem Parklatz für die Teide-Seilbahn weiter bis zur Abzweigung nach Aguamansa und La Orotava.

Brrr, war das heute kalt hier oben!
Es wehte ein scharfer Wind und die Temperaturen lagen deutlich unter 14 Grad. Zeit, sich das dicke Fleece unterzuziehen!

Ich habe in diesem Urlaub gemerkt, dass ich ein paar wichtige Utensilien nicht dabei hatte: Das Wärmefutter meiner Kombi und die Unterziehhandschuhe nämlich, von Strumpfhosen oder Leggins und Wollsocken ganz zu schweigen... Hace frío en la moto...si...

... ein paar Minuten später...

Das war ein bisschen, wie damals in meinem ersten Schottlandurlaub, wo ich keinen Sonnencreme dabei hatte, weil es in Schottland ja immer regnet. Am ersten Tag habe ich mir gleich einen fetten Sonnenbrand eingefangen... nun ja... das nächste Mal eben.

Der Weg führt unterhalb der Baumgrenze wieder durch den Nebelwald, der an diesem Morgen aber noch völlig unneblig war. Die Sonne schien und ich wärmte mich an einem Aussichtspunkt erstmal ausgiebig auf.

Piedra de Rosa
Lustig war, dass eigentlich jedes Mal, wenn ich irgendwo auf einem praktisch leeren Parkplatz anhielt, nach spätestens 5 Minuten mindestens ein Reisebus und 4-5 Autos da standen. Weniger lustig war, dass die lieben Autofahrer mich oft extremst eingeparkt haben. Manchmal war ich versucht, das Bike mal "aus Versehen" gegen ein Auto fallen zu lassen, wenn ich es irgendwo rausschieben musste...

Ich schaute mir noch kurz die Basaltformation "Piedra de Rosa" (Steinrose) an und machte mich langsam auf den Weg nach weiter unten. Die Wolken zogen nun vor die Sonne und es wurde wieder kühl. Ich würde also durch den Nebel fahren müssen.

Valle de Orotava
Auf dem Weg nach unten ging es in erster Line durch Pinienwald, nicht wie auf der anderen Seite, Richtung La Esperanza durch Eukalyptus- und Pinienwald. Großartige Blicke öffneten sich in das Valle de Orotava und aufs Meer.

In Aguamansa machte ich Mittagspause. Im vorbeifahren stolperte ich über ein Schild "Frische Forellen" (auf Deutsch) und dachte nur "aha?" Mein Reiseführer klärte mich dann auf, dass sich in Auguamansa eine Forellenzucht befindet, wo man auch angeln dürfte.

Vor dem Restaurant meiner Wahl saßen zwei alte Männer, die offenbar zum Inventar gehörten.
Aguamansa
Ich habe nicht zugehört, was sie geredet haben, aber ich denke, dass sie bestimmt auch der Meinung waren, dass Frauen nichts auf Motorrädern zu suchen haben, so wie der Mechaniker, der zweimal kommen musste, weil mein Bike morgens nicht ansprang.

Jaaaa, es IST Benzin im Tank!
Jaaaaaaa, ich weiß, wo der Anlasser ist!
Jaaaaaaa, ich weiß, dass man die Kupplung ziehen muss!
Jaaaaa, der Schlüssel steht auf "ON"!
Und NEIN, sie springt auch im ersten Gang nicht an!
Du brauchst mich gar nicht so vorwurfsvoll anschauen...


La Orotava
In La Orotava suchte ich einen Parkplatz.
Das ist gar nicht so einfach.
Ganz in die Altstadt wollte ich nicht reinfahren, weil es im Reiseführer hieß, es wäre schwierig, dort etwas zu finden.
An  einer steilen Straße fand ich dann ein Plätzchen.

Da mein Orrientierungssinn nicht der tollste ist, dachte ich mir, dass es eine gute Idee wäre, die Umgebung in der Straße zu fotografieren und mir ein paar Stellen einzuprägen.
Nein, ich habe am Abend NICHT verzweifelt das Bike gesucht.

Ich lief in Richtung Stadtzentrum.
Casa de Los Balcones
La Orotava liegt größtenteils am Hang und die Straßen sind entsprechend steil.
An einer Stelle sah ich ein Schild mit 35% Steigung... oha...

Man kann sich prima treiben lassen in den kopfsteingepflasterten Gassen.
Sich die schönen Häuser mit ihren geschnitzten Fensterläden und Balkonen ansehen, sich in einen Park setzen, oder auf einen Platz und Cortado trinken und einfach gemütlich den Tag vertrödeln.

La Orotava
Und man kann etliche Fotos von den tollen Häusern und Plätzen machen.... wenn man den Akku seiner Kamera am Vorabend aufgeladen hat... Und die Idee, den Parkplatz zu fotografieren war zwar gut, aber nicht ganz zuende gedacht... nun ja... man lernt nie aus...

Mein Heimweg führte mich zweimal durch den Nebelwald, einmal bergauf und einmal bergab. Es war Zeit, sich von der Insel zu verabschieden. Ein letztes Mal ging es vom Teide herunter die Straße über Vilaflor nach Hause in meine Pension.

Morgen um diese Zeit würde ich schon wieder im kalten, grauen Deutschland sein...
Zum letzten Mal das Garagentor aufmachen.
Zum letzten Mal das Bike parken.
Zum letzten Mal den Tankrucksack abnehmen.
Den Helm, die Handschuhe, den Nierengurt und die Hose in den Rucksack packen....


Morgen würde ich zum letzten Mal das leckere Brot essen, den frisch gepressten Saft trinken.
Zum letzten Mal die Sonne und Wärme genießen und zum letzten Mal über die Insel fahren.
Zum Flughafen.

Ich habe an dem Abend mein Bike gestreichelt und mir und ihr versprochen, dass ich wiederkommen werde. Beim nächsten Mal mit mehr Zeit und mit einem etwas anderen Programm.

Adíos Tenerife, hasta proxima!

Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel




















Kommentare:

  1. Und WO GENAU haben Sie in den Atlantik gespuckt????

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  2. *seufz* von Fernweh gepackt ein Freudentränchen vergießt;-)))

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  3. ♥DORO♥
    WOW...kenn ja schon Deine Motorradreiseroutenbeschreibungen aus dem Schwarzwald, hier sowas von beeindruckt bin!!!
    WAS biste toll durchtrainiert ;-)
    + was DU DIR so alles zutraust !!! *RESchPEKT*
    DANKEschööön für diesen so detailliert, bezaubernd + beeindruckenden Urlaubs-Reisebericht, als wenn ich jetzt mit hintendrauf sitzen würde ;-)))
    Kannte die Insel überhaupt nicht, aber jetzt auch mal hin möchte!!! *♥freu*

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  4. Hach! Ein wunderschöner Reisebericht! :) Und für mich fast wie eine kleine Zeitreise... auf manchen Fotos hab ich mich fast gewundert, wie du mich da mein Teenie-Ich aus dem Bild retouchiert hast! ;D Das mit dem Steinschlag hatten wir übrigens tatsächlich. Naja... mehr ein Felsschlag o_O Da lag ein richtig fetter Felsen auf der Straße, netterweise auf einer nicht ganz so extrem schmalen.
    Na hoffentlich findest du nach deinem super Doppelurlaub jetzt auch wieder in den Alltag und vergehst nicht vor Fernweh! ;)

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    1. Ich denke schon über eine Fortsetzung nach... vielleicht brauchen sie da mal nen Tourgide, dann würde ich glatt anheuern.

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  5. So toll! Da schlägt das Fernweh wieder zu *seufz*

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  6. Respekt Kante---ein Abenteuerurlaub vom Feinsten!

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  7. Interessant zu lesen, phantasieanregend und Erinnerungen beschwörend. Bin Deiner Spur von netbiker gefolgt. Ich war zwar schon oft auf Teneriffa, immer beruflich und immer mit dem Leihwagen, aber noch nicht angefressen genug um im Januar dort Motorrad zu fahren. Vielen Dank für die Anregung, so long ,Michel_46

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