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| Opel Kapitän - Traumauto der frühen 60er Jahre |
Auf
einer meiner letzten Touren bin ich zufällig in ein Traktoren- und
Oldtimertreffen gestolpert.
Obwohl ich überhaupt kein Autofan bin,
finde ich Oldtimer wirklich toll.
Nun
ja, meine Africa Twin ist mit ihren 17 Jahren ja auch schon fast
einer...
Was
mich an diesen alten Schätzchen fasziniert ist das individuelle
Design der Karosserien, die Liebe zum Detail, die sich in
geschwungenen Linien und chromglänzenden Accessoires niederschlägt.
Ich liebe den Geruch von Öl, Benzin und warmem Gummi und bin
fasziniert von der oft recht einfachen und überschaubaren Technik,
die so ein Fahrzeug bewegt.
Und
ich trauere schon lange den wundervollen Chromzierleisten meiner
Kindheit nach.
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| Karman Ghia - Glamour pur! |
Eines
Nachts in meiner erster Wohnung wachte ich von Geschrei auf.
Unter
meinem Schlafzimmerfenster befand sich damals eine zwar nicht sehr
befahrene, aber gerade zur nächtlichen Uhrzeit sehr lebhafte
Kreuzung.
Gerne versammelten sich dort nach Kneipenschluss sämtliche
Betrunkene, die den Weg nach Hause nicht mehr oder nur noch mit Mühen
fanden, um mehr oder weniger gelungene Ständchen zu gröhlen, oder
lautstark über die Schlechtigkeit der Welt zu lamentieren.
In jener
Nacht aber stand ein streitendes Pärchen an der Ampel. Beide waren
aus dem Auto gestiegen und beschimpften sich lautstark. Als ich das
Fenster öffnete, um meinen Unmut kundzutun, war die Frau gerade
dabei, das Auto von seinen Chromzierleisten zu befreien... Ich
erinnere mich nicht mehr daran, was aus dem Auto und dem Paar
geworden ist, nur an das rupfende Geräusch, mit dem sich die
Zierleisten widerwillig vom Chassis lösten.
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| Warum gibt's eigentlich keine Kühlerhaubenfiguren mehr...? |
Ich
erinnere mich auch an die Ölkrise und daran, dass die Straßen
damals leer waren, weil entweder nur Autos mit geraden oder mit
ungeraden Kennzeichen fahren durften. Es waren sowieso sehr viel
weniger Autos unterwegs als heute.
Ebenso
werde ich nie das erste Auto meiner Mutter vergessen.
Ein
eierschalenfarbener NSU Sport Prinz mit roten Kunstledersitzen, ohne
Sicherheitsgurte (wir schrieben das Jahr 1970, die "straflose
Gurtpflicht auf Vordersitzen" kam erst 1976), mit Halbautomatik
(schalten ohne zu kuppeln), Schiebedach (nicht serienmäßig), Radio
(ebenfalls nicht serienmäßig) und zwei Dreiecksfenstern, die im
Lauf der Jahre undicht wurden.
Wenn es im Sommer heiß war, tat man
gut daran, sich nicht mit nackten Beinen auf die Kunstlederpolster zu
setzen, da das äußert gemein brannte und die Haut am heißen
Kunstleder klebenblieb. Wenn es im Winter kalt war, musste man die
Fenster innen von Eis befreien, da die Heizung nur sehr unwillig
funktionierte. Ein Lüftungsgebläse oder gar eine Klimaanlage gab es
nicht, man machte das Fenster auf oder das Schiebedach, fertig.
Meine
Mutter fuhr dieses Auto bis in die 80er-Jahre, es bekam zwischendrin
einen Austauschmotor spendiert und endete leider irgendwann aufgrund
eines Motorschadens und mit fortgeschrittenem Rostfraß in der
Schrottpresse.
Auch wenn ich Autos nach wie vor nicht wirklich mag,
einen NSU Sport Prinz würde ich fahren. Oder einen RO80, das wäre
ihre Alternative zum NSU gewesen...
Den
Fisch habe ich auf dem Parkplatz gegenüber vom Oldtimertreffen
entdeckt. Frische und geräucherte Forellen gibt es im Schwarzwald ja
an fast jeder Ecke. Dabei sollte man dann aber lieber nicht auf die
Oldtimer zurückgreifen...