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Samstag, 24. Dezember 2011

Weihnachten auf dem Bahnhof Globig


*Die meisten Leute feiern Weihnachten,
weil die meisten Leute Weihnachten feiern.*
Kurt Tucholsky

Ich nicht!


Also , ich nämlich, ich LIEBE WEIHNACHTEN!



Ich liebe diese unglaublich weiche Luft.
Es duftet.
Alle Räume sind geheizt---was ja nicht immer so ist, ich heize ja sonst nur die Zimmer, in denen wir uns aufhalten.
Es fühlt sich alles so festlich an.
Wir haben schöne Sachen an, ein Strahlen und dann die Kerzen am Weihnachtsbaum---ich liebe es.

Ich fange am Weihnachtsmorgen schon an zu strahlen, weil ich mit dem Gedanken aufwache: jetzt ist Weihnachten.
Dann heize ich die Stube---die ehemalige Wartehalle des Bahnhofs--und versorge die Tiere. Ich habe das Gefühl, dass die Tiere auch spüren, das Weihnachten ist. Sie murmeln mich verschlafen an und können mit meinem Gekicher gar nichts anfangen. Jedes bekommt noch einmal eine Streicheleinheit, na klar nun rieche ich nach großem Hund und altem Ziegenbock---hehe
Wenn ich in die Stube komme, hat der Kamin schon seine Arbeit geleistet und es ist muggelich warm. Jetzt gibt es Frühstück.
Am Vormittag schmücken wir den Baum und oft gehen meine Gedanken an meine Familie. Zwei sind schon auf der Bahn und somit auf den Weg hier her. Überhaupt denke ich an ganz viele liebe Menschen in diesen Stunden...
In diesem Jahr will ich eine saure Gurke im Baum verstecken und sag es niemanden. Mal sehen, ob sie jemand entdeckt. Derjenige bekommt dann ein Glas von mir eingeweckte Gurken---hehe
Überhaupt, mag ich es eher fröhlich und laut und beschwingt. Da hier keine Nachbarn sind, ist das auch ganz gut---hier kann ich so laut, wie ich will....und ich will!
In der Küche ist heute eine Menge Arbeit. Ich mache den Kartoffelsalat fürs Abendbrot und lege die Gans ein und mache das normale Mittagessen. Dazwischen immer wieder abwaschen....


Zum Mittag gibt es heute Leberknödelsuppe. Das schmeckt und ist nicht soviel. Gleich nach dem Essen holen wir das Familienoberhaupt und den Hoferben vom Bahnhof ab. Auf die Zwei freue ich mich sehr.


Dann gibt es wohl Kaffee und ab in die Wanne. Dieses sich schniegeln und schön anziehen finde ich, als Relikt aus Zeiten in denen die Wanne nicht täglich gefüllt wurde, total witzig.
Und es vergeht die Zeit bis zur Bescherung schneller.
Ich koche in der Zeit in der Küche den Weihnachtsbrei, für die kleinen Wesen, die hier auch auf dem Hof wohnen. Jetzt wird es Zeit die Tiere draußen noch einmal zu versorgen. Sie haben alle eine wundervolles Strohbett bekommen. Jedes Tier einen frisch gemachten Stall--und nun gibt es noch einmal extra Heu und extra Körner. Auf den Weihnachtsbrei kommt noch ein Schlag Butter und dann wird er rausgestellt.
Wenn jetzt das Familienoberhaupt, der Hausherr, der Hoferbe und die Prinzessin Sauerkrauthaar hereinkommen, habe ich die Geschenke unter den Baum gelegt und die Kerzen angezündet.
Wenn wer Lust hat, darf er noch ein Lied singen---bis wir uns im Arm liegen---ganz laut Fröhliche Weihnachten rufen und jedem Einzelnen beim Geschenke auspacken zuschauen.
Ein Hallo, ein fröhlicher Kommentar, ein Bedanken und bestaunen. Ich liebe diesen gespannten Gesichtsausdruck, die Überraschung, die Freude....
Zum Abend nun Kartoffelsalat und Würstchen, spielen mit der Prinzessin...



Wenn die Prinzessin schläft,
schleiche ich gern im Dunkeln noch einmal ums Haus, an den Ställen vorbei, rieche den Duft nach Heu und Tieren und höre sie leise murmeln im Schlaf. Die Hühnchen machen müde gockgock und die Pferdchen schnauben-----über mir die Sterne---------



Fröhliche Weihnachten,


eure Kalle