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Montag, 20. April 2015

Herz am Montag Nr. 64 - Lebensabschnittspartner

Dies hier ist ein ganz besonderer Post, denn ein wichtiger Lebensabschnitt ging zuende.

Eigentlich sollte ich mir auch so ein Schloss kaufen, denn sie wird immer in meinem Herzen bleiben.

Sie - das ist mein erstes Motorrad, eine Honda CBF 500.

Mir ihr war ich am letzten Freitag nach der Arbeit nochmal auf Tour, denn mein anderes Motorrad - Conchita, die Africa Twin - wartete gerade auf einen neuen Schuh für vorne und war nicht wirklich einsatzbereit. Da schon feststand, dass ich mich diese Saison von der CBF trennen würde, wollte ich ihr noch einmal Auslauf gönnen  und sehen, ob alles in Ordnung ist mit ihr.

Ich glaube, dass es denen von Euch, die nicht Motorrad fahren und sich auch nicht vorstellen können, was
Die CBF auf einer der letzten Touren...
daran toll sein soll, schwer verständlich zu machen ist, was ich empfinde.

Als ich vor 4 Jahren mit dem Führerschein anfing, dachte ich mir auch, dass das alles bestimmt Quatsch und Hype ist, von wegen "Motorradfeeling", "Freiheit", "Abenteuer" und vor allem der ganze Kult um das eigene Moped, die Benzingeschichten und all das.

Als ich die CBF damals im Juli 2011 gekauft habe und damit zum ersten Mal alleine von Rastatt nach Freiburg fuhr, fühlte es sich auch noch nicht so an. Aber nach ein paar Wochen sah das schon anders aus.

Der erste gemeinsame Urlaub...
Motorrad fahren, das ist einfach genau das - Freiheit! Abenteuer! Es fühlt sich ein bisschen wie fliegen an, der Wind auf der Haut, die Sonne, der Regen, der Staub, die Anstrengung... alles das... ist unbeschreiblich schön, intensiv. Und dieses Gefühl, das man etwas unter dem Hintern hat, das auf die kleinsten Befehle reagiert, das einen auch mal - wie ein unwilliges Pferd - abwirft (zum Glück nur beim Endurotraining passiert), oder in der Kurve zu buckeln beginnt, wenn man nicht den richtigen Gang erwischt... das Gefühl, einen steilen Pass hochgefahren zu sein und oben auf dem Berg zu stehen... das Gefühl, mit 170 den Winddruck zu spüren, der einen schier vom Moped bläst (ich habe die 186, die eingetragen sind, nie ausprobiert)... nach 10 oder mehr Stunden völlig fertig aus dem Sattel zu kippen und sich pattschnass in eine Unterkunft zu schleppen... mit leerem Tank auf einer Brücke zu stranden und von einem wildfremden Motorradfahrer Benzin zu bekommen... mit anderen Motorradfahreren zu fahren... alles das schweißt zusammen.

Man wird eins, ein Team mit seiner Maschine, man spricht mit ihr, man putzt und pflegt sie, man liebt sie, man
Gemeinsam reiten wir in die Sonne...
streichelt sie...

Nach meiner ersten Saison hatte ich Tränen in den Augen, als die CBF in der Garage verschwand, zugleich habe ich ihr und mir geschworen, baldmöglichst das Saisonkennzeichen abzuschaffen.

Alles das ist jetzt Geschichte, zumindest mit meiner CBF.

Auf der vorletzten Tour durfte sie nochmal an den Bodensee zum Frühlingsritual (Amarena-Eisbecher in Konstanz) und abends die Hausstrecke den Thurner runter nach St. Peter.

Einen besonders schönen Sonnenuntergang haben wir auch noch spendiert bekommen. Das ist jetzt Vergangenheit. Bye-bye, kleine CBF, mach es gut!

Es winkt mit einer Träne im Knopfloch - Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel

Montag, 22. Dezember 2014

Herz am Montag Nr. 47 - Tütenherz

Aus irgendeinem mir nicht bekannten Grund mag mich die kleine Tochter von meinem Chef. Im Sommer bekam ich ein Glas selbstgekochte Erdbeermarmelade und nach Nikolaus dieses Tütchen.

Ein dickes, rotes Herz mit einem Pfeil durch ist draufgemalt und drumrum noch diverse Weihnachtskugeln.

Ok, im ersten Moment dachte ich "Was machen die Luftballons auf der Tüte?", bis mir klar wurde, dass es Weihnachtskugeln sein müssen.


Die Tüte habe ich zugegebenermaßen gerade erst für das Fotoshooting aufgemacht.

Ich habe dieses Jahr - wie die meisten Jahre zuvor auch - Unmengen Plätzchen gebacken und verschenkt. Ein paar übrige liegen noch in einer Dose herum. Und wie meist vor Weihnachten kann ich das süße Zeug schon Wochen vor Heiligabend nicht mehr sehen.

Für das nächste Jahr werde ich entweder weniger backen, oder noch mehr Gebäck unters Volk werfen, damit für den Inhalt von Überraschungstütchen auch noch Platz und Lust vorhanden ist.

Ich wünsche Euch schöne und herzerwärmende Feiertage.
Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel

Montag, 17. November 2014

Herz am Montag Nr. 42 - Liebe macht glücklich und Schmerzensherz

Wenn man jetzt so rausguckt, kann man kaum glauben, dass man am ersten Novemberwochenende noch im
T-Shirt herumlaufen konnte und ein Eis auch ganz gut geschmeckt hat.

Bei meinem letzten Pott-Besuch gab es einiges zu entdecken, unter anderem das Haus Schlossgasse Nr. 4. Dort war die Tür recht herzlich geschmückt und die nebenstehende Dekokugel trägt eine passende Aufschrift, nämlich "Liebe macht glücklich!"

Nun ja... es kommt ganz drauf an, finde ich.

Wenn sich zwei Bekloppte treffen, die beschließen, die Kurven des Lebens gemeinsam in maximaler Schräglage zu meistern, könnte es stimmen. Ich denke ja, dass man zuallererst sich selbst lieben muss, bevor man es bei und mit jemand anderem probiert. Indes, wer nicht wagt, der nicht gewinnt und was wäre das Leben schon ohne Herausforderungen und ohne Liebe?

Auf den weniger befestigten Pfaden durch den Wald liefen wir zur "Sieben-Schmerzen-Kappelle".
Über den Grund der Kapellenstiftung wird spekuliert. Einerseits heißt es, die Kapelle hätten die Westerholter wegen der unrechtmäßigen Enthauptung der Anna Spiekermann im Jahr 1706 gestiftet. Andere Quellen nenen Henrika von Aschebroick zu Schönebeck, die die Kappelle im Gedenken an ihren früh verstorbenen Mann errichtet haben soll. Hier findet Marienverehrung statt und man kann an einem Minikreuzweg über die sieben Schmerzensstationen meditieren.

Schon bei der ersten Station hatten wir so unsere Probleme: "Deine Seele wird ein Schwert durchbohren".
hm.
Das muss aber eine kräftige Seele sein, die harten Stahl durchbohrt... auch die nächsten Stationen lösten bei uns eher Diskussionen als meditative Stimmung aus.
Aber gut, wir sind nicht gläubig und unsere Meditation findet in erster Linie auf zwei Rädern bei mittlerer bis hoher Geschwindigkeit statt. Was uns negativ auffiel war, dass die Kapelle so aufwändig renoviert wurde, dass nun wohl eine Videoüberwachung notwendig erscheint.

Die am gegenüberliegenden Baum installierte Kamera mit Steinen vom Baum zu kicken, um daraus eine Helmkamera zu bauen, haben wir dann doch gelassen. Ist ein bisschen groß, das Teil.

Das Schmerzensherz über der Kapellentür erinnert mich an das Tattoo auf meinem rechten Oberarm. Allerdings steht da ein völlig unreligiöses "Motorbikes" drauf.

Wobei... ein bisschen religiös bin ich da schon, zumindest was die regelmäßigen Huldigungen an meine Maschine(n) betrifft und das Stechen hat auch ein bisschen weh getan.

Herzliche Grüße ohne Schmerzen schickt Euch Doro von my-meerkat und klamottenlabel



Freitag, 7. November 2014

Fisch am Freitag - Frisch aus Gelsenkirchen

Am letzten wunderschönen, fast schon sommerlichen Novemberwochenende (In der Sonne dösen! Eis essen! Rotwein und Ziegenkäse auf der sonnigen Terrasse verputzen!) nutzten wir die Zeit zwar nicht zum Motorradfahren, aber zu einigen schönen Spaziergängen in der näheren und ferneren Umgebung .

Ein nicht umtauschbares Bahnticket und das möglicherweise doch nicht so stabile Wetter hielten mich davon ab, meine Conchita dieses Jahr nochmals über die Autobahn zu jagen.

Der Spaziergang durch Buer führte an einer Eisdiele vorbei und später an einem Feinkostgeschäft. Wir bewunderten die Auslagen wie diverse Luxusnudeln, eingelegte Bohnen und Kichererbsen, feinstes Meersalz und andere Leckereien und schmiedeten nebenbei Pläne für das eigene Abendessen.

Dabei sprang mir diese Dose ins Auge. Auch wenn ein Wal nicht wirklich ein Fisch ist, aber das wollen wir hier mal nicht so eng sehen...

Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel


Mehr Fisch am Freitag gibt es wie immer bei Andiva.

Montag, 29. September 2014

Herz am Montag Nr. 35 - Reiseherz aus Blesle in der Auvergne

Blesle
Wie einige von Euch wissen, war ich im Urlaub mit meiner Conchita in Frankreich und Spanien unterwegs.

Auf so einer Reise passieren immer unvorhergesehene Dinge, wie z. B. dass ich meine EC-Karte in Freiburg vergessen habe und das - je nachdem wie man es nimmt - erst (oder schon) nach drei Tagen gemerkt habe.

Ich stand in Clermont-Ferrand an der Automantentanke und wollte gucken, ob sie meine EC-Karte akzeptieren würden. Das ist in Frankreich nicht immer der Fall, manchmal kann man nur mit Kreditkarte zahlen.

Als ich meinen Geldbeutel öffnete, lief es mir eiskalt über den Rücken: KEINE KARTE!
Blesle

Nach einigem Nachdenken wurde mir dann klar, dass sie noch friedlich in meinem anderen Geldbeutel in Freiburg schlummerte. Also Kommando zurück und an einem Tag wieder nach Hause, Karte einsammeln, kurz verschnaufen und dann wieder auf die Piste zurück.

Die genaue Geschichte findet ihr auf meinem Blog.

Bei meinem zweiten Anlauf gen Süden habe ich dann nichts vergessen, außer der Zeit.
Nach einer größeren Etappe am ersten Tag landete ich am nächsten Tag gegen Abend in Blesle.

Mein Abendspaziergang führte mich vom Campingplatz in den Ort selbst.

Dort war sehr wenig los.
Ein paar Leute saßen in der Brasserie und zwei, drei andere schlenderten durch die Gassen.
Ich landete zuerst auf dem Kirchplatz und später ging ich einmal um die mittelalterliche Stadtmauer herum, genoss die Wärme und das Urlaubsfeeling.

Bei meinem Streifzug habe ich dann diese Fensterherzchen entdeckt.

Der Fensterladen zierte eines der hübschen Steinhäuser, von denen etliche zum Verkauf stehen.

Interessanterweise war das der einzige Fensterladen, der mit Herzchen geschmückt war.

Dafür gab es ein Haus, an dem lauter emaillierte Nachttöpfe hingen, es war wohl ein Museum, wofür kann ich Euch leider nicht sagen.

Mein Herz habe ich ja schon lange an das Reisen mit dem Motorrad verloren.

Dieses Jahr war es eine ganz besondere Reise, eine mit viel Zeit, viel Spaß, vielen Kurven und vielen
Kilometern. Eine Reise, die mich durch großartige Landschaften führte und auf der ich viele schöne Begegnungen hatte.

Und am Ende habe ich mein Herz verschenkt und ein anderes  bekommen. Aber das steht auf einem anderen Blatt...

Hzerliche Grüße schickt Euch Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel.




Montag, 25. August 2014

Herz am Montag Nr. 30 - Ein Herz für Windräder

Bei einem der gemeinsamen Ausflüge mit Frau zuse und meiner Conchita alias Africa Twin war irgendwann
Africa Twin in freier Wildbahn
der Zeitpunkt gekommen, einen unbefestigten Weg zu nehmen.

Frau zuse ist ja schon lange immer mal wieder offroad unterwegs, für mich ist das noch Neuland. Seit ich die Twin habe, reizt es mich immer mehr, abseits vom Asphalt die Landschaft zu erkunden. Meine erste Enduroerfahrung letztes Jahr im April war wenig gloreich und endete in ziemlich vielen blauen Flecken und einem unglaublichen Muskelkater. Wer behauptet, dass "Motorsport" kein Sport sei, sollte mal Enduro fahren gehen.

Bei einer der Touren mit Frau zuse landeten wir nach mehreren Versuchen auf einem Versorgungsweg, der zu einem Windrad führte.

Windräder sieht man inzwischen an ziemlich vielen Stellen im Schwarzwald. Die Diskussionen um die Standorte schlagen ab und an immer mal Wellen. Es geht dann um tote Fledermäuse, Blinklichter, Landschaftsverschandelung und Lärm. In der nächsten Nähe von Freiburg findet man Windräder auf dem Rosskopf und auf der Holzschlägermatte, unterhalb vom Schauinslandgipfel.

Für uns als offroad-interessierte Motorradfahrer gibt es im Schwarzwald wenige Möglichkeiten, legale
Kein Zutritt für Aufziehherzen
Strecken jenseits von apshaltierten Wegen zu befahren. Aber es gibt Versorgungswege zu den Windrädern und dort stehen i. d. R. keine Verbotsschilder.

So hatte an diesem Abend meine Twin endlich die Gelegenheit, sich in ihrem Element zu fühlen. Sie tat das auch ganz willig und ich habe mich problemlos getraut, im stehen zu fahren, wie sich's für Offroad gehört!

Oben angekommen hatten wir einen wundervollen Blick in Richtung Vogesen, über uns machte das Windrad meditative Geräusche, um uns herum zwitscherten die Vögel.

Das Herz hat übrigens Frau zuse entdeckt. Es warnt wohl davor, sich mit Herzproblemen oder einem Herzschrittmacher dem Windrad zu nähern, oder gar in den Turm zu steigen. Unsere Herzen schlagen für die Windräder und ihre Versorgungswege im Schwarzwald.

Herzige Grüße schickt Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel


Freitag, 15. August 2014

Fisch am Freitag - Fisch mit Brille oder Brille mit Fisch?

Letzten Sonntag auf der Bauch-Beine-Po-Tour mit Frau zuse kamen wir unter anderem nach Zell imWiesental.

Zell ist eine alte Textilstadt, es gibt dort ein Textilmuseum, aber keine Textilindustrie mehr. Die wurde vermutlich irgendwo nach China verlegt.

So befindet sich Zell jetzt im Dornröschchenschlaf neben der B317 und ist zu einer Art Durchgangsort für Motorradfahrer geworden, die entweder aus dem Kleinen Wiesental kommen, oder ins Kleine Wiesental wollen. Der Corso führt mitten durch den Ort, vorbei an dem von mir sehr geschätzten Café Gutmann. Dort kann man in der kälteren Jahreszeit drinnen auf plüschigen Stühlen sitzen, Torte essen und zugucken, wie sich die ansonsten meist unsichtbaren Bewohner von Zell mit Kuchen für den Sonntagskaffeeklatsch mit oder bei Schwiegermuttern eindecken.

Im Sommer sitzt man draußen und die anderen Motorradfahrer fahren einem quasi über den Kuchenteller. Dabei kann man an der Kreuzung prima beobachten, wer noch die Vorfahrtsregeln beherrscht, wer weiß, was zu tun ist, wenn auf einmal vier Leute an der Kreuzung stehen, wer den lautesten Auspuff hat, wer das sauberste und wer das dreckigste Motorrad ...

An der Hauptstraße in Zell gibt es eine Handvoll Geschäfte, unter anderem auch einen Optiker. Und da waren die Fische im Schaufenster.

Sie lagen und hingen in der Auslage.

Natürlich müssen wir uns jetzt die Frage stellen, ob es sich nun um Fischbrillen oder Brillenfische handelt?

Vielleicht brauchen die Fische aber auch selbst Brillen, weil sie lesen lernen sollen, wie in diesem Beitrag von vor ein paar Wochen beschrieben?

Was meint ihr?

Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel.

Mehr Fisch gibt es wie jeden Freitag bei Andiva.

Freitag, 8. August 2014

Fisch am Freitag - Reisefisch aus Peterzell

Opel Kapitän - Traumauto der frühen 60er Jahre
Auf einer meiner letzten Touren bin ich zufällig in ein Traktoren- und Oldtimertreffen gestolpert.
Obwohl ich überhaupt kein Autofan bin, finde ich Oldtimer wirklich toll.

Nun ja, meine Africa Twin ist mit ihren 17 Jahren ja auch schon fast einer...

Was mich an diesen alten Schätzchen fasziniert ist das individuelle Design der Karosserien, die Liebe zum Detail, die sich in geschwungenen Linien und chromglänzenden Accessoires niederschlägt. 
Ich liebe den Geruch von Öl, Benzin und warmem Gummi und bin fasziniert von der oft recht einfachen und überschaubaren Technik, die so ein Fahrzeug bewegt.
Und ich trauere schon lange den wundervollen Chromzierleisten meiner Kindheit nach.

Karman Ghia - Glamour pur!
Eines Nachts in meiner erster Wohnung wachte ich von Geschrei auf. 

Unter meinem Schlafzimmerfenster befand sich damals eine zwar nicht sehr befahrene, aber gerade zur nächtlichen Uhrzeit sehr lebhafte Kreuzung. 

Gerne versammelten sich dort nach Kneipenschluss sämtliche Betrunkene, die den Weg nach Hause nicht mehr oder nur noch mit Mühen fanden, um mehr oder weniger gelungene Ständchen zu gröhlen, oder lautstark über die Schlechtigkeit der Welt zu lamentieren. 
In jener Nacht aber stand ein streitendes Pärchen an der Ampel. Beide waren aus dem Auto gestiegen und beschimpften sich lautstark. Als ich das Fenster öffnete, um meinen Unmut kundzutun, war die Frau gerade dabei, das Auto von seinen Chromzierleisten zu befreien... Ich erinnere mich nicht mehr daran, was aus dem Auto und dem Paar geworden ist, nur an das rupfende Geräusch, mit dem sich die Zierleisten widerwillig vom Chassis lösten.
Warum gibt's eigentlich keine Kühlerhaubenfiguren mehr...?
Ich erinnere mich auch an die Ölkrise und daran, dass die Straßen damals leer waren, weil entweder nur Autos mit geraden oder mit ungeraden Kennzeichen fahren durften. Es waren sowieso sehr viel weniger Autos unterwegs als heute.
Ebenso werde ich nie das erste Auto meiner Mutter vergessen.

Ein eierschalenfarbener NSU Sport Prinz mit roten Kunstledersitzen, ohne Sicherheitsgurte (wir schrieben das Jahr 1970, die "straflose Gurtpflicht auf Vordersitzen" kam erst 1976), mit Halbautomatik (schalten ohne zu kuppeln), Schiebedach (nicht serienmäßig), Radio (ebenfalls nicht serienmäßig) und zwei Dreiecksfenstern, die im Lauf der Jahre undicht wurden. 
Wenn es im Sommer heiß war, tat man gut daran, sich nicht mit nackten Beinen auf die Kunstlederpolster zu setzen, da das äußert gemein brannte und die Haut am heißen Kunstleder klebenblieb. Wenn es im Winter kalt war, musste man die Fenster innen von Eis befreien, da die Heizung nur sehr unwillig funktionierte. Ein Lüftungsgebläse oder gar eine Klimaanlage gab es nicht, man machte das Fenster auf oder das Schiebedach, fertig.
Meine Mutter fuhr dieses Auto bis in die 80er-Jahre, es bekam zwischendrin einen Austauschmotor spendiert und endete leider irgendwann aufgrund eines Motorschadens und mit fortgeschrittenem Rostfraß in der Schrottpresse. 

Auch wenn ich Autos nach wie vor nicht wirklich mag, einen NSU Sport Prinz würde ich fahren. Oder einen RO80, das wäre ihre Alternative zum NSU gewesen...
Den Fisch habe ich auf dem Parkplatz gegenüber vom Oldtimertreffen entdeckt. Frische und geräucherte Forellen gibt es im Schwarzwald ja an fast jeder Ecke. Dabei sollte man dann aber lieber nicht auf die Oldtimer zurückgreifen...
Allzeit Gute Fahrt wünscht Euch Doro von my-meerkat und klamottenlabel

Montag, 14. Juli 2014

Herz am Montag Nr. 24 - Herz ko. Ok?

In den letzten 5 Jahren meines Lebens gab es immer wieder Phasen, in denen ich extrem allergisch auf Herzen reagierte.

Mit so einem Herzen kann man nämlich eine Menge veranstalten.

Meist passiert das genau in dieser Reihenfolge: Erst klopft es ganz wild, dann rast es vielleicht im Sturm der Leidenschaft, es lässt sich berühren. Und am Ende wird es gebrochen.

Angeblich lassen sich mit einem gewissen Alleskleber, der den Namen eines trendigen Nachtvogels trägt, auch gebrochene Herzen kleben. Er gehört somit in jeden Medizinschrank und in jeden Nachtschrank. Denn gerne werden Herzen des Nachts erobert und gebrochen.

Wobei... im Nachtschrank könnte er - sofern neben einer Tube mit Gleitmittel gelagert - zu verherenden Konsequenzen führen... Deshalb entlasse ich Euch mit folgendem Merksatz in die Woche:

Am rechten Ort die rechte Tube, sonst klebt an Dir der falsche Bube!

Die Weisheit zum Montag kam heute von Eurer Doro von my-meerkat und klamottenlabel.

Freitag, 4. Juli 2014

Fisch am Freitag - Lindauer Küsschen

Abendstimmung im Seglerhafen Gohren
Meine letzte Motorrad-Tour führte mich nach langer Zeit mal wieder an den Bodensee.
Ich kämpfte mich Freitagabend tapfer durch den Feierabendverkehr und schlug mein Zelt im Campingpark Gohren in der Nähe von Kressbronn auf. Ruhig war es hier und ländlich.

Das Restaurant "Ultramarin" an nahe gelegenen Seglerhafen lockte mit seiner idyllischen Lage und gutem Essen. Mit einer Freundin aus Vorarlberg verplauderte ich so gemütlich den Abend, untermalt von stimmungsvollen Gewittereinlagen im Hintergrund.

Da ich für einen Wochenendtrip in der Regel keinen Kocher und kein Geschirr mitnehme, gehe ich meist
Bödele bei Dornbirn in Vorarlberg
frühstücken. Der nächste Morgen führte mich nach Lindau auf die Insel.

Bei herrlichstem Sonnenschein bummelte ich durch die Straßen und fand rasch ein Café, in dem es recht anständiges Frühstück zu einem guten Preis gab.Belagert von Spatzen stärkte ich mich mit leckeren Brötchen und Tee und wartete nebenbei auf die Reparatur meiner Sonnenbrille.

Die nette Optikerin steuerte noch gratis einen aktuellen Wetterbericht bei, so dass ich optimal vorbereitet auf Tour nach Vorarlberg gehen konnte.

Nebenan in der Eisdiele wurde gerade neue Werbung angebracht und beim näheren Hinsehen habe ich diese Fische entdeckt. Das Bodenseeküsschen - gratis! Scheinen ein herzliches Völkchen zu sein, diese Lindauer.

Ein schönes Wochenende und pannenfreie Touren wünscht Euch Doro von my-meerkat und klamottenlabel.


Mehr Fisch am Freitag gibt es wie immer bei Andiva.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Fredomino - heute: was essen

Vor über zwei Jahren, als ich von den lieben Fredissimas und ihrem Blog noch gar nie was gehört hab, gab es hier schon mal eine Rubrik mit dem Namen FREDOMINO.
Doro von MY-MEERKAT/KLAMOTTENLABEL hat im Februar 2012 das erste Dominosteinchen aufgestellt, damit Kalle von KALLEJASPER/LIEBLINGSPUPPEN inspiriert, deren Brautstrauß sozusagen der Gedankendominostein für Cherry von CHERRY-BOMB/KIRSCHBLÜTEN-TSUNAMI war, von der Ulla von FILZGARTEN/SCHMUCKERGARTEN volley auf die Gedankensprünge geholfen wurde.

Ulla hat uns damals einen wunderhübschen Eier-Blickfang gefilzt und, glaubt'ses oder nicht, DEN habe ich letztens auf meinem Herd gefunden.

he cought my EI ;o)

Herr Palat Schinke hat mir verschmitzt zugezwinkert und gemeint, er wäre gerne bereit, mir Gaumenfreude zu bereiten, wenn ich ihn dafür mit einer mexikanischen Gemüsefüllung belege.

hmmmmmm...o.k, o.k., ich geb's zu, es war ein bissi anders...also, Herr P. Schinke hat mir zugezwinkert, soweit war es richtig, aber dann habe ich kaum meinen Ohren getraut, fragt der Kerl mich doch tatsächlich: "Wieso lachen Gartenzwerge beim Fußballspielen?" Ich ganz verdutzt: "Keine Ahnung, wieso?" Worauf er verschmitzt antwortet: "Weil die Grashalme an den Eiern kitzeln."
Also, für so'n Schweinkram habe ich natürlich kein Verständnis, hab ihn gleich mit GEMÜSEfüllung belegt und sofort verputzt...vielleicht *grunz*.

Da gerade Kirschenzeit ist *mmmmmh und zwinker* habe ich auf Cherrys Anstoß den Faden äh das Dominosteinchen aufgehoben und den nächsten aufgestellt, damit das Fredominospiel weiter gehen kann.

Es schubst Euch ganz lieb,
Euer Gartenpflänzchen (❀‿❀)



Freitag, 16. Mai 2014

Fisch am Freitag - Waltroper Steinfisch

Anfang Mai war ich zu Besuch im Ruhrpott. Bis dahin hatte ich wenig von der Gegend dort gesehen, war vor ewigen Jahren mal mit der Bahn durchgefahren und hatte ihn als "hässlich und voll" abgehakt.

Bei meinem Besuch hat sich mein Blick jedoch verändert und ich habe eine Menge Industrie-Charme entdeckt.

Viele Industriemuseen gibt es und wenn man in die kleineren Orte geht, findet man hübsche Altstädte und die eine oder andere romantische Ecke.


St. Petrus in Waltrop
Wenn man gerne fotografiert, wird man etliche lohnenswerte Motive entdecken: Lichtspiel auf Wasser und Metall, blaue Maschinen und Gebäude vor blau-weißem Himmel, Grün und Braun von Anstrichen und Rost... all das strahlt einen ganz besonderen Reiz aus.

Beim Spaziergang durch die Waltroper Altstadt kamen wir an der katholischen St. Petrus-Kirche vorbei.

Vor der Kirche befindet sich der Brunnen "Sinkender Petrus" von Paul Reding mit diversen bronzenen Figuren drumrum sowie verschiedenen Motiven, die in den steinernen Sockel gemeißelt wurden, unter anderem dieser Fisch.

Wer sich schon immer gefragt hat, was der Fisch mit dem Christentum zu tun hat, hier kommt die Antwort: Die mündliche Überlieferung besagt, dass der Fisch als christliches Erkennungszeichen diente.

Das griechische Wort für Fisch (ichthýs) enthält ein kurzgefasstes Glaubensbekenntnis:

Iēsoũs Christòs Theoũ Hyiòs Sōtér (Jesus der Gesalbte Gottes Sohn Erlöser).

Mehr Fisch gibt es wie immer bei Andiva.

Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel.




Montag, 5. Mai 2014

Herz am Montag - Nr. 14 - Der Blauen im Hochschwarzwald

Alpensicht auf dem Blauen
Wer hier auf diesem Blog und vielleicht auch auf meinem Blog mitliest weiß, dass ich mein Herz Anfang 2011 ans Motorradfahren verloren habe. Im Gegensatz zu den verschiedenen anderen Liebschaften, die in den letzten Jahren (nicht immer schöne) Spuren in meinem Leben und meinem Herz hinterlassen haben, ist diese Liebe frisch wie eh und je. Sie erfreut mein Herz immer wieder mit Reisen durch wunderbare Natur, das unbeschreibliche Gefühl von Schwerelosigkeit beim Kurvenfahren und dem Wechselspiel der Elemente, vor allem Wasser und Luft.

So kurve ich seit August 2011 hier und da durch die Welt, am häufigsten jedoch findet man mich im Schwarzwald - seit 21 Jahren meine Wahlheimat - auf meinen diversen Haus- und Lieblingsstrecken. Im letzten Herbst habe ich einen neuen Lieblingsort entdeckt, den 1165 m hohen Blauen, der sich südlich von Freiburg über dem Markgräfler Land erhebt.

Nebel auf dem Blauen
Bei klarem Wetter hat man von dort eine atemberaubende Rundumsicht, die im Osten vom Schwarzwald und der Schwäbischen Alp über die Schweizer Alpen im Süden bis zur Burgundischen Pforte und den Vogesen im Westen reicht. Im Tal schlängelt sich der glitzernde Rhein und bei entsprechender Thermik schwebt von hier der eine oder andere Paraglider nach unten. Wenn es ganz still ist, hört man nur die Vögel zwitschern und den Wind rauschen.

Seit vielen Jahren steht das Gebäude eines Hotels mit Ausflugslokal leer. Hier soll in den nächsten Jahren ein Ausbau erfolgen und viele Leute auf den Blauen gelockt werden. Dann wird es vorbei sein, mit der beschaulichen Leere. Ich bin gestern Abend gegen 18 Uhr hochgefahren und war völlig allein. Die feuchte Luft zog in Schwaden von der Westseite nach oben, während es im Osten halbwegs klar war. Das Wechselspiel von Nebel auf der einen und Sonne auf der anderen Seite war zauberhaft, romantisch. Man fühlte sich wie auf einer einsamen Insel über dem Nebelmeer.
Oh, Romeo...

An dem alten Hotelgebäude habe ich dann diesen Balkon entdeckt. Dort stand sicherlich lange keine Julia, die auf ihren Romeo gewartet hat und schaute gen Osten. So baufällig, wie der Balkon gerade aussieht, sollte sie es auch besser nicht tun, außer sie hegt aufgrund von Herzschmerz ausgeprägte Selbstmordabsichten...

Obwohl ich es begrüße, dass ich an dieser wunderschönen Stelle vielleicht bald Kaffee trinken kann, finde ich es schade, dass dieser stille und zauberhafte Ort bald dem Kommerz weichen wird. Ein verwunschener Platz weniger, an dem sich das Herz an stillen Tagen weiten kann...

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Zum ersten Mal...

Lecker Plätzchen!
... freue ich mich auf Weihnachten. Dieses Jahr hat mir in der normalerweise hektischsten Zeit des Jahres Freizeit beschert.

Anstatt des Chaos und der Hektik der letzten 5 Jahre, das gegen Weihnachten immer mehr wurde, hatte ich Ruhe.

All die Jahre vorher waren meine Wochen und Wochenenden voll mit Aufträgen, Päckchen packen von morgens bis abends, zwischendrin noch meine Nebenjobs erledigen, zur Post hetzen, um spätabends völlig erledigt ins Bett zu fallen und am nächsten Morgen wieder das Hamsterrad zu betreten...

Ich mache gerne Menschen mit meinen Produkten glücklich, aber das Innehalten in diesem Jahr hat gut getan.

Endlich war und ist Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben: Freunde, Hobbies, Leib und Seele...
Weihnachtsdeko und Weihnachtsdecke
Weihnachtsdekoration!
Plätzchen backen!
Geschenke basteln!
Bereits Mitte November stand ich in der Küche, knetete Plätzchenteig, las Design-Blogs zum Thema

"Weihnachten" und ließ mich für meine eigene Deko inspirieren.

Zum ersten Mal entstand so etwas wie Freude.
Freude über die nun wirklich stille Zeit, die Besinnlichkeit.
Vorfreude auf Weihnachten.
Zum ersten Mal seit Jahren konnte ich mich wieder an den Lichtern in der Stadt erfreuen, an den fantastischen Sonnenuntergänge und an der samtigen Dunkelheit.

Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich einen Weihnachtsbaum kaufen. Auf dem Rückweg von meiner Arbeit habe ich einen Weihnachtsbaumverkauf entdeckt. Die Bäume sind frisch aus dem Schwarzwald und noch dazu sehr preiswert. Einer davon wird meiner werden.

Die Natur erinnert uns daran, dass dies die Zeit des Rückzugs ist und  sie sollte für uns Vorbild sein für einen eigenen Rückzug, eine Rückbesinnung auf uns.

In diesem Jahr habe ich auch mein Haus und mein Leben weiter entrümpelt. Ich möchte nicht mehr so viele Dinge um mich haben. Ich möchte das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden, reduzieren, vereinfachen.

Verzicht ist Freiheit.

Ein starker Satz in der umsatzstärksten Zeit des Jahres und auf einem Blog, auf dem hauptsächlich Handwerkerinnen und somit auch Verkäuferinnen schreiben!

Verzicht macht uns glücklich.
Verzicht lässt uns durchatmen und darüber nachdenken, was wichtig ist: Uns und anderen Zeit zu schenken. Und das nicht nur zu Weihnachten.

Ich wünsche Euch eine ruhige Vorweihnachtszeit und viel Freude an den kleinen Dingen.

Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel

Freitag, 11. Oktober 2013

Fisch am Freitag - Heute aus Luzern

Zugegebenermaßen ist dieser Fisch nicht mehr ganz frisch. Er stammt von unserem Luzern-Besuch Anfang September.

Die schöne Altstadt mit ihren zwei berühmten Brücken und der Vierwaldstättersee mit seinem wunderschönen Panorama waren genau richtig für einen spontanen Kurzurlaub.

An jenem Wochenende konnte man noch im Vierwaldstättersee baden und an dem bewussten Samstag war es noch richtig heiß. Wir hatten die Nacht vorher im Campingbus verbracht und Wasser von außen war aus verschiedenen Gründen sehr nötig... *nichts über ein plötzliches Fisch-Sterben im Vierwaldstättersee erzählen wird*

Baden muss man jetzt in der Wanne und heiß wird einem höchsten noch beim Gedanken an die vergessene Umsatzsteuer-Erklärung, von einer gut gewürzten Suppe oder bei verschiedenartigen sportlichen Betätigungen. Vielleicht.

Es wärmen aber auch die Erinnerungen an einen sonnigen, heißen Sommer und den vielen schönen Erlebnissen und Begegnungen, wie z. B. mit den Luzernen Spatzen. Die mögen sehr gern Schoko-Gipfel und lassen auch Puddingschnecken nicht unbedingt liegen.
Anfassen lassen sie sich aber trotz aller Zutraulichkeit nicht.

Den Fisch haben wir an einer Hausfassade in der Altstadt entdeckt.

Er schaut ein bisschen seltsam aus (Schweizer Blaunasenfisch?) , der Vogel daneben allerdings auch (ist das ein Euter an der Seite und was hat es  mit dem fliegenden Toastbrot auf sich??).

Einen hoffentlich Goldenen Restoktober wünscht Euch Doro von my-meerkat und klamottenlabel.




Dienstag, 24. September 2013

Fruchtiger Dienstag - Heute: Kürbis-Schokoladen-Brownies

Jetzt im Herbst bieten sich neben diversen Baumfrüchten auch andere Früchte an. Eine sehr vielseitige Frucht ist der Kürbis. Wie Kalle habe ich Kürbis als Kind gehasst, da es ihn bei uns ebenfalls nur in der widerwärtigen süß-sauer eingelegten Version gab. Da schüttelt es mich heute noch!

Als ich dann vor 20 Jahren nach Freiburg zog, galt mein mittäglicher Besuch oft dem hiesigen Bauernmarkt auf dem Münsterplatz. Ich war unglaublich überrascht und erstaunt, WAS es hier alles gibt und was hier alles wächst. Bei einem Ausflug an den Kaiserstuhl entdeckte ich Feigenbäume, die Früchte tragen. In manchen warmen Jahren werden sie sogar reif. Und auf dem Markt gibt es im Sommer Pfirsiche, Aprikosen, Auberginen, Artischocken und sogar Melonen! Es hat ein bisschen gedauert, bis ich begriffen habe, dass das alles hier in der Gegend angebaut wird.

Ja, und dann lagen da auch die Kürbisse. Irgendwann habe ich einen gekauft und mir gedacht, ob man den nicht einfach in die Nudelsauce schmeißen kann. Das Ergebnis war überraschend gut und danach fing ich an, alle möglichen Variationen zu probieren. Seit diesem Zeitpunkt ist Kürbis im Herbst und Winter ein häufiger Gast in meiner Küche.

Vor einiger Zeit stolperte ich zufällig über ein Rezept für Schokoladen-Kürbis-Brownies. Als dann neulich ein Stück Butternut-Kürbis  - das sind die mit dem "Flaschenhals", bisschen fade Zeitgenossen - übrig war, dachte ich mir, dass ich das ausprobieren will. Neben Kürbis braucht man natürlich noch einige andere Zutaten, wie Zartbitterkuvertüre und allerlei anderes für den Teig. Das im Rezept verwendete Kürbispüree habe ich selbst hergestellt. Dazu muss man einfach nur den Kürbis seiner Wahl kleinschneiden und mit etwas Wasser weich dünsten, danach pürieren oder zerstampfen, das war's auch schon.

Die beiden Teige mit Schokolade und mit Kürbispüree sahen sehr lecker aus und der Duft, der später aus dem Ofen kam, hatte schon fast etwas weihnachtliches. Naja und dann... also diese Brownies... *schmatz*... machen echt süchtig *Krümel aus dem Mundwinkel wisch*

Ich habe die kleingeschnittenen Brownies an meinen Freund und seine WG weitergegeben, sonst hätte ich mich wohl vergessen und das ganze Blech in mich gestopft. Und das, wo ich sonst kein großer Fan von Süßkram bin.

Das Rezept und die Anleitung findet ihr bei stolen sweets, meine Brownies sind nicht ganz so kunstvoll, aber wie gesagt, lecker ohne Ende!

Viel Spaß und guten Appetit wünscht Euch Doro von my-meerkat und klamottenlabel

Dienstag, 17. September 2013

Fruchtiger Dienstag - Heute: Ebereschen-Birnen-Feigen-Marmelade

Wurde Euch als Kindern auch eingebläut, dass diese wunderschöne orange-leuchtenden Beeren von der Eberesche giftig sind? Ich bin jedenfalls damit aufgewachsen, dass man die Beeren niemals essen darf. Natürlich habe ich mich gefragt, weshalb die Vögel sie dann fressen...?

Nachdem ich dieses Jahr immer wieder etwas Zeit fand, mich mit Wildbeeren- und Wildkräuterküche zu beschäftigen und im Frühjahr bereits neben Holundersirup nach ein paar Anläufen auch ein äußerst leckeres und sehr gut gehütetes Holunderblütengelee fabrizieren konnte, habe ich jetzt nochmal nachgelesen, ob man die Ebereschenbeeren, oder wie die meisten sie kennen: Vogelbeeren - nicht doch zu irgendwas verarbeiten kann. Und siehe da - man kann!

Die Beeren der Eberesche sind roh allerdings aufgrund des hohen Bitterstoffanteils ungenießbar. Eigentlich soll man sie nach dem ersten Frost ernten, aber dann findet man bestimmt keine mehr.

Die Lösung ist, die reifen Beeren einfach für ein paar Tage ins Gefrierfach zu stecken. Nachdem ich meinen Dampfentsafter vor einiger Zeit verliehen hatte, lagerten die Beeren, die ich auf einer Motorradtour durch den Schwarzwald gefunden hatte, mehrere Wochen im Gefrierschrank. Jedes Mal, wenn ich die Tür öffnete, leuchtete es  mir orange entgegen. Nun war es endlich so weit, Dampfentsafter wieder da und Beeren fertig vorbereitet. Ich habe noch ein paar Birnen dazugeworfen, wie es in vielen Rezepten empfohlen wird, denn bitter sind die Beeren auch nach der Gefrierschrankbehandlung immer noch.

Also Beeren gewogen, gleiche Menge Birnen gewogen, alles in den Dampfentsafter geworfen und gewartet. Und gewartet. Und gewartet. Es roch schon mal ganz lecker, aber aus dem Rüssel wollte und wollte kein Saft kommen. Bis ich auf die Idee kam, den Deckel fest herunterzudrücken und den Entsafter ein wenig schräg zu stellen. Leider schließt der Deckel nicht mehr ganz dicht, und man muss neben dem Topf stehenbleiben und Deckeldrücken, damit etwas herauskommt aus dem Schlauch.

Der Saft war hellorange und sag ganz lecker aus. Fix hielt ich einen Teelöffel unter den Schlauch und
probierte den Saft.

uuuuuuuuuäääääääähhhhhhhh! BITTER! Von den Birnen war nichts zu schmecken. Was tun? Mein Blick in die Obstschale fiel auf Feigen, die könnten ganz gut dazu passen. Saft abmessen, Feigen wiegen, die Mengen mit 1:1 Gelierzucker vermischen, schnell noch ein paar Nelken und Sternanis reingeworfen und dann gekocht. Das Ergebnis ist eine wirklich interessante Marmelade: Süß-sauer und bitter im Abgang. Auf Camembert schmeckt sie hervorragend, ebenso in Kombination mit Frischkäse und vermutlich wird die Fleisch-Fraktion die Marmelade zu Wild lecker finden.

Ich möchte demnächst - sofern ich noch einmal Beeren finde - einen zweiten Versuch 1:1 mit Birnen- oder Apfelsaft probieren.

Für alle Mutigen kommt hier das Rezept - Dampfentsafter ist hilfreich:

500 gr Vogelbeeren (mehrere Tage tiefgekühlt)
500 gr reife Birnen
-> das ergibt ca. 500 ml Saft

4 Feigen (ca. 120 gr.)
5 Nelken
3 Sternanis
650 gr. Gelierzucker 1:1

Saubere Schraubgläser vorbereiten.

Die Beeren und die geviertelten Birnen in den Dampfentsafter werfen und entsaften.
Saftmenge abmessen, Feigen wiegen und die Menge entsprechend 1:1 mit Gelierzucker aufwiegen, dabei entsprechen 500 ml Flüssigkeit 500 gr. Gelierzucker.

Alles in einem ausreichend großen Topf (Achtung! Wirklich aureichenden Topf nehmen, es schäumt beim kochen und die Marmelade kommt hoch!) unter rühren aufkochen und ca. 5 Minuten kochen lassen. Gelierprobe auf einem Tellerchen machen, wenn die Masse nach dem Abkühlen fest wird, die Marmelade in Gläser füllen.

Die verschlossenen Gläser für ca.  5 min. zum abkühlen auf den Kopf stellen, dadurch bildet sich ein Vakuum.

Zu Käse oder Wild genießen.

Guten Appetit und gutes Gelingen wünscht Euch Doro von my-meerkat und klamottenlabel.

Dienstag, 10. September 2013

Herz im September

Unsere herzallerliebste Kirsche hat die Herzen als Erste zum schlagen gebracht. Wenn man Dinge oder Bilder öfter in einem bestimmten Kontext sieht, fallen sie einem im Alltag umso eher auf. Ich werde zwar nicht von Herzen verfolgt, aber mir sind in der letzten Zeit auch ein paar untergekommen.

Vor ein paar Wochen war ich im Nordschwarzwald unterwegs und besuchte unter anderem Kloster Hirsau bei Calw. Da dort eine Hochzeit war, konnte man nicht überall ungestört auf das Gelände. Es war an diesem Tag heiß, aber trotzdem spürte ich ein menschliches Rühren, das zuvor in mich reingeschüttete Wasser wollte wieder raus.

Auf dem Weg zur Damentoilette war es dann auf einmal da. Nicht etwa in die Tür geschnitten, wie am klassischen "Herz-Häusle" (Merke: "Wenn's Arscherl brummt, ist's Herzerl g'sund" - das hing bei uns zuhause auf der Toilette), sondern es steckte einfach so in einem Fensterladen. Über den Zusammenhang zwischen Herz, Hochzeit und Toilettengang möchte ich jetzt gar nicht weiter spekulieren, das könnt ihr gerne selbst tun.

Das zweite Herz ist mir vorletzten Freitag begegnet. Eine Woche "Zwangsurlaub" von der Arbeit plus ein paar Tage schönes Wetter bedeutet: Wegfahren! Meine ursprünglichen Pläne habe ich am Mittwochabend nach einem Chat mit Andiva kurzerhand gekippt. Wir hatten nämlich beide Urlaub und haben uns auf halbem Weg am Bodensee getroffen. Nach einem kurzen Besuch in Bregenz machten wir uns auf nach Lindau, die Insel besuchen, Fotos machen, quatschen, Eis essen und im Biergarten rumlungern.

Freitagmorgen habe ich noch einmal eine Runde durch das Städtle gedreht, mich mit hervorragenden Backwaren versorgt und noch mehr Fotos gemacht.

Und dann war es auf einmal da: Ein Herz! Diesmal mit Kreide auf eine Ladentür gemalt und schon ein bisschen verwischt.

Da könnte man jetzt gleich über die Vergänglichkeit der Liebe spekulieren oder sogar philiosophisch werden, aber das lass ich mal sein. Es wird sonst vielleicht in einem Toilettengang enden.

Herzliche Grüße und bis bald!

Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel

Freitag, 6. September 2013

Fisch am Freitag - Heute aus Lindau

Heute gibt es mal wieder einen Reisefisch, diesmal aus dem wunderschönen Bodensee-Städtle Lindau.

Lindau ist neben seiner Grenznähe zu Österreich ("... 2 Stunden Wartezeit am Grenzübergang Lindau-Bregenz...") bekannt für seine hübsche Altstadt, die sich auf der Insel befindet. Niedliche Lädchen locken hier neben diversen Cafés und Restaurants zum bummeln und verweilen. Der Blick auf die Berge ist (zumindest bei klarem Wetter) atemberaubend.

Das Städtchen ist ebenfalls ein prima Ort für Touren ins benachbarte Vorarlberg, oder die Schweiz. Wie rund um den Bodensee üblich gibt es auch in Lindau zahlreiche Weinstuben, in denen man sich auf ein gemütliches Viertele trifft. Da stehen die Schwaben den Baden-Württembergern in nichts nach!

Diesen dicken, fetten Karpfen entdeckte ich am Freitag bei meiner Foto-Tour, er ist vielleicht der Bruder vom Schluckspecht, aber so genau weiß das niemand...

Viele Reisegrüße schickt Euch Doro von my-meerkat und klamottenlabel

P.S: Mehr Fisch am Freitag gibt's wie immer bei Andiva!

Dienstag, 27. August 2013

Fruchtiger Dienstag - Heute: Tomatenchutney

Der Sommer geht so langsam zuende, dafür kommen jetzt diverse Früchte und Gemüse in rauen Mengen auf den Markt. Meine eigenen Tomaten sind - sagen wir mal - nicht ganz so üppig ausgefallen. Zuviel Regen im Frühjahr, zuviel Kälte und dann extreme Hitze. Mal abgesehen davon, dass sie nur im Topf und nicht im Freiland wachsen. Ich habe da auch schon was vor, aber das ist eine andere Geschichte.

Samstag habe ich dazu genutzt, endlich mal wieder auf den Bauernmarkt bei mir im Viertel zu gehen und einen Berg reifer (gerne auch schon fast überreifer) Tomaten gekauft. Das Chutney-Ritual mache ich jedes Jahr: Ein großer Topf voll wird gekocht, portionsweise eingefroren und erfreut uns dann den Winter über.

Für Tomatenchutney braucht Ihr einiges an Gewürzen, die man am besten im Asia-Markt kauft. Und Ihr braucht Zeit und ein paar Putzlappen, denn Tomatenchutney kochen ist immer mit Sauerei verbunden. Warum, dazu komme ich später. Hier erstmal die Zutaten - auf größere Mengen müsst Ihr das hochrechnen, ich mache das immer so Daumen mal Pi, mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, wovon man wieviel braucht.

Tomatenchutney (Tamatar chutney)

8 reife Tomaten
4 EL Wasser
2 TL Ghee (geklärte Butter) oder neutrales Pflanzenöl
2 EL schwarze Senfkörner (es MÜSSEN schwarze sein, mit anderen klappt es nicht!)
2 oder 3 frische Chilis gehackt (je nachdem, wie scharf man es mag)
3 Nelken
2 Lorbeerblätter
1 Zimtstange
1 TL Kreuzkümmelsamen
2 TL gem. Koriander
1 EL frischer gehackter Ingwer
1 Prise Asafötida (kann entfallen)
1 TL Salz
4 EL brauner Zucker (weißer geht aber auch)

Die Tomaten blanchieren, mit 4 EL Wasser pürieren und beiseite stellen. Das Ghee in einem Topf erhitzen und die Senfkörner hinzufügen. Den Topf unbedingt verschließen, da die Körner in der Hitze platzen und  herumspringen. Wenn die Körner aufhören zu springen, die folgenden 6 Gewürze und den Ingwer eine Minute unter Rühren rösten. Nun die Tomaten, die Asafötida und das Salz zugeben und umrühren.
mittelgroßen Topf auf mittlerer Flamme erhitzen und die Senfkörner hineingeben.

Achtung: Hier spritzt es immer ganz ordentlich! 

Den Topf zudecken und auf niedriger Flamme 20 bis 30 Minuten köcheln lassen. Zunächst nur ab und zu umrühren, wenn das Chutney dicker wird, öfter umrühren, bis fast keine Flüssigkeit mehr im Topf ist.

Wer sich traut, kann das Chutney auch die ganze Nacht auf Stufe 1 vom Herd köcheln lassen, dann wird es besonders gut. Ich würde das aber nur bei größeren Mengen empfehlen.

Jetzt den Zucker einrühren und die Temperatur erhöhen und unter schnellem Rühren für weitere 5 Minuten kochen, bis das Chutney die Konsistenz einer dicken Sauce erreicht. Die Nelken, Lorbeerblätter und die Zimtstange herausnehmen (ich lasse die immer drin...), das Chutney in eine Servierschüssel umfüllen und auf Zimmertemperatur abgekühlt zu einer Mahlzeit oder als Tunke für Snacks servieren.

Guten Appetit wünscht Euch Doro von my-meerkat und klamottenlabel