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Donnerstag, 9. Februar 2012

Dirty Donnerstag - Heute: Unterwegs im Zeichen der Kultur

Liebe Blogleserinnen und -leser,

vielleicht seid ihr gerade auf einer Exkursion mit euren Kommillitonen aus dem Geologiestudiengang und ihr findet einen Arm hinter einem Stein. Ihr nehmt den Arm mit nach Hause und freundet euch mit ihm an.

Der nette Typ aus der Spülküche, in der ihr arbeitet, lädt euch ein zu einem Konzert im Samtzimmer.
Dort steckt ihr die Beine durch zwei Löcher.
Alexander Borodin spielt nun auf eurem einen Bein ein Klavierkonzert, auf dem anderen spielt Nikolai Rimski-Korsakov. Das Konzert endet mit einer beidseitigen erotischen Penis-Fußmassage.

Habt ihr heute schon einen Sherry-Cobbler durch einen Strohhalm getrunken?
Habt ihr Wäsche aus dem 4. Trockner von links geholt?
Habt ihr die Nase tief in euren Pfefferstreuer gesteckt?
Habt ihr Golf gespielt?
Hat jemand mit zwei Fingern vor euch ein "O" gemacht?

Vorsicht! Denn es könnte sich um ein Portal zum "Haus der Löcher" handeln!
Das "Haus der Löcher" ist ein Ferienressort der besonderen Art: Hier werden eure geheimsten sexuellen Wünsche erfüllt!

Es ist nicht einfach, ins Haus der Löcher zu kommen. Alle Männer, die durch das Portal kommen, werden auf Bösartigkeit und Geschlechtskrankheiten getestet, müssen einen Hodensackgeruchstest, eine Spermauntersuchung und eine Waschung in der Peniswaschanlage über sich ergehen lassen.
 
Buchhülle von klamottenlabel
Ich habe das Buch vor ein paar Tagen in eine meiner Buchhüllen gewickelt zum Geburtstag bekommen und am nächsten Tag in einem Rutsch durchgelesen.

Ja, es ist ein sehr pornografisches Buch. Aber im Gegensatz zu schwülstigen Schinken, á la "Lady Chatterley's Lover" oder dem grauenhaft öden und vorhersehbaren Buch, das in meiner Ferienpension herumlag, strotzt es geradezu vor Wortwitz und brillianten Wortneuschöpfungen des Autors Nicholson Baker.

Hier findet ihr keine Sätze wie "Henriette stöhnte wollüstig auf, als Huberts Männlichkeit in sie eindrang." oder "Als Charlotte in Cuthberts Augen sah, durchdrang sie ein elektrischer Schock. Sie wusste, dass ihre Träume sich nun erfüllen und sie noch heute in seinen starken Armen ihre Jungfräulichkeit verlieren würde."

Wie bei Alice im Wunderland geraten die Besucher in allerlei verrückte und seltsame Abenteuer. Männer müssen für den Besuch im "Haus der Löcher" jedoch einen hohen Preis zahlen. Viele verschulden sich, und müssen die unterschiedlichsten Frondienste übernehmen, wie z. B. die Pornosaugboote fahren, die schlechten Porno absaugen.

Ich will euch nicht vorenthalten, dass der üble Pornoschlamm ein Monster gebiert...
"Du bist aus den Orgasmen anderer Leute entstanden, und dennoch hast du offenbar eine Seele."
"Keine besondere, aber es gibt sie", sagte das Pornomonster.
"Und möchtest du aus dem Becken befreit werden?"
"Ja, sehr gern."
"Meinst du, du könntest ein normales Leben führen, wenn du frei wärst?"
"Nein, kein normales", sagte das Pornomonster. "Dafür habe ich zuviele Geschlechtsorgane. Aber ein besseres Leben könnte ich führen. Bei manchen Dingen würde ich gerne helfen. Ich heiße Fickbert."
Es herrschen strenge Regeln im Haus der Löcher. Männer dürfen Frauen nur mit einer "Arschkneiferlizenz", die sie vorzeigen müssen, in den Po kneifen. Bei Regelübertretungen drohen die unterschiedlichsten Strafen von Fingerabhacken, temporärer, reversibler Kastration bis hin zur reversiblen Geschlechtsumwandlung, und es gibt Männer, deren Köpfe temporär vom Körper getrennt wurden, um ihre Schulden zu tilgen. 
 "Ich würde sagen, bei deinem Körper würe für dich der schnellste Weg, deine Schulden abzubezahlen, die freiwillige Kopfabtrennung."
"Was ist das? Das würde ich gerne probieren."
"Überleg`s dir genau. Man wird dir den Kopf entfernen und auf einen Sockel mit Rädern stellen. Kathy wird dich dann herumfahren, deine Plasmabeutel wechseln und dafür sorgen, dass deine elektrischen Impulse alle tadellos funktionieren."
"Und mein Körper?"
"Dein Körper kommt in eins der sechs Kopflosenzimmer."
"Okay, und was passiert da?"
"Dein Körper und eine Frau werden einander kennenlernen."
"Wie das? Mein Körper hat dann doch keinen Kopf."
"Nein. Es sind Frauen, die nicht wollen, dass du einen Kopf hast."
DAS ist doch eine schöne Vorstellung, ein hübscher Männerkörper, der Frau alle Wünsche erfüllt, ohne den lästigen Rest! 

Ach ja, der Arm! Der Arm gehört Dave, er hat ihn im Tausch gegen einen größeren Penis verloren. Mann muss schließlich Prioritäten setzen! Am Ende des Buches erhält Dave von Shandee, der Arm-Finderin, seinen Arm und mittels Vagina-Magie seinen eigenen Penis zurück.

Die Charaktere des Buches sind relativ austauschbar, aber das hat das Porno-Genre nun mal so an sich, dass Körperteile und Geschlechtsorgane wichtiger sind, als Charakter. In diesem quietschbunten Teletubby-Sex-Wunderland geht es ja weniger darum, unseren Intellekt, als unseren Körper zu stimulieren.

Was mir an diesem Buch gut gefallen hat ist, dass es keine Machoperspektive gibt und nur Männer ihren Spaß haben. Im Haus der Löcher begegnen sich Männer und Frauen auf Augenhöhe. Oder vielleicht eher auf Höhe ihrer Geschlechtsorgane... jede und jeder hat Spaß, ist entspannt, genussbereit, willig, höflich und korrekt.

Passenderweise endet der Roman in einem großen, allgemeinen Orgasmus beim öffentlichen Cum-Shot-Festival. Und das geheimnisvolle, silberne Ei vom Anfang des Romans spielt auch noch eine Rolle. Ein wenig mehr Handlung hätte dem Buch vielleicht nicht geschadet, aber das wird meiner Meinung nach durch die absurd-komischen Schilderungen wettgemacht.

Mehr möchte ich hier nicht verraten, holt euch das Buch und habt einen Nachmittag lang Spaß und Vorsicht vor Löchern!

Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel.










Donnerstag, 1. Dezember 2011

Dirty Donnerstag - Einem popkulturhistorischen Phänomen auf der Spur

Niemand weiß genau, wer seine Eltern waren.
Niemand weiß genau, woher er kam.
Niemand weiß genau, warum er enstand.

Niemand weiß genau, wann er gehäkelt wurde.
Niemand weiß genau, wer ihn gehäkelt hat und mit welcher Nadelstärke.
Niemand weiß genau, ob die Wolle kratzig war, ob sie vom Schaf stammte, von Kuh, Hund oder Katze.

Und niemand weiß genau, weshalb er eine Legende wurde:

DER ROTE HÄKELSCHLÜPPI!

Roter Schlüppi von Filzgarten (!!!)
Liebe Leserinnen und Leser, begleiten Sie mich auf einem kleinen Exkurs in die westliche Popkultur und betrachten Sie mit mir einige Zitate und Phänomene im Licht des ROTEN HÄKELSCHLÜPPIS.

Schon Ötzi selig soll ihn getragen haben. Eine Analyse der gefundenen Fäden durch das unabhängige Dr. Best-Institut für Forschung an unerklärlichen Freds (Dr. Best's Independent Institute for the Examination of Inexplicable Freds) ist derzeit noch zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Wir werden Sie an dieser Stelle selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

Erste Sichtungen sind aus der Antike überliefert. So war es allgemein üblich, dass die Römer unter ihrer Toga einen Roten Häkelschlüppi trugen.

Zeitgenössische Darstellung
Öffentlich und offen getragen wurden Rote Häkelschlüppis von Gladiatoren in der Arena. Wer einen Kampf gewann, durfte die Häkelschrift des Schlüppis des Besiegten kopieren. Je kunstfertiger ein Gladiatoren-Schlüppi gehäkelt war, desto erfolgreicher war sein Träger in vorangegangenen Kämpfen.

Leider ist nicht eindeutig überliefert, ob die bei Kämpfen gerne eingesetzten wilden Tiere auch Häkelschlüppis trugen, und wie im Fall eines Sieges verfahren wurde.

Neueste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen Cäsars letzte Worte "Auch Du, mein Sohn Brutus..." in einem neuen Licht. Erst kürzlich wurden Dokumente entdeckt, die eindeutig belegen, dass Brutus einem verfeindeten Untergrund-Häkelkränzchen angehörte und Cäsar ermordete, um an die geheime Häkelschrift des Kaiserlichen Schlüppis zu kommen.

Cäsar soll die ursprüngliche Häkelschrift einem betrunkenen Druiden abgeluchst haben, den er bei einer Partie Scrabble besiegte. Genaueres finden Sie in Cäsars Werk "Der Gallische Schlüppi".

Den Rest der Geschichte kennen wir: Der Untergang des Römischen Reichs!
Und er begann mit einem Roten Häkelschlüppi.

Das Mittelalter, die Zeit der Hohen Liebe und des Minnesangs war gleichsam auch Blütezeit des Roten Häkelschlüppis. Während ihre Ritter sich auf Kreuzzüge begaben, sich mit anderen Blechdosenbewohnern prügelten, oder in einer Schänke betranken, saßen die alleingelassenen Ehefrauen in ihrer Burg, tranken Latte Macchiato, sahen sich Pornos an, shoppten im Internet und häkelten Schlüppis.

Da Rot sehr teuer war, wurde es doch aus dem Saft gepresster Cochenille-Läuse gewonnen - Sie glauben gar nicht, wie teuer so eine Läusepresse war! - konnte man an der Farbe des Schlüppis die gesellschaftliche Stellung der Frau (oder des Mannes, denn sie häkelten ja nicht nur für sich selbst) erkennen. Weil die hygienischen Zustände im Mittelalter nicht die Besten waren, fiel es auch gar nicht groß auf, wenn einfallsreiche Damen ihre Schlüppis mit Blut färbten. Sie wissen schon... ich muss das nicht weiter ausführen, oder?

Bei Turnieren war es gang und gäbe, dem favorisierten Ritter einen kunstvoll gehäkelten Schlüppi an die Lanze zu binden.

Wenden wir uns einem der bekanntesten Dichter des Mittelalters zu, Walther von der Vogelweide. So erwähnt er in seinem Gedicht "Under der linden" in der 2. Strophe den Roten Häkelschlüppi (hâkelte slûpp).
Ich kam gegangen
zuo der ouwe:
dô was mîn friedel komen ê.
Dâ wart ich empfangen,
hêre frouwe,
daz ich bin saelic iemer mê.
Kuster mich? wol tûsentstunt:
tandaradei,
seht wie rôt mir ist der hâkelte slûpp.  
Begeben wir uns nun weiter, in die Aufklärung und Neuzeit.

Kants wichtigstes Werk
Wie allgemein bekannt ist, war Immanuel Kant dem Häkeln auf geradezu manische Weise verfallen. So schreibt er in seinem Werk "Kritik des reinen Häkelns":
"Häkle den Schlüppi nur nach derjenigen Anleitung, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie eine allgemeine Anleitung werde."
Ein gern analysierter Gegenstand seines wichtigsten Werkes ist die Unterscheidung zwischen dem analytischen und dem synthetischen Schlüppi. Doch ich möchte Sie nicht mit derartigen philosophischen Spitzfindigkeiten langweilen, liebe Leserinnen und Leser!

Hermann Hesse, ebenfalls der Nadel verfallen, schreibt in "Siddhartha ":
"Schlüppis kann man erbetteln, erkaufen, geschenkt bekommen, auf der Gasse finden, aber rauben kann man sie nicht."
Im Director`s Cut von "007 James Bond jagt Dr. No", konnten einige der Zensur zum Opfer gefallene Szenen rekonstruiert werden, in denen der Titelheld auf den Roten Häkelschlüppi Bezug nimmt. So stellt er sich als "James Bond - Häkelschlüppisammler mit Lizenz zum Töten" vor. In dem Film geht es dann auch folgerichtig darum, dass James Bond versuchen muss, Dr. No die weitaus größere Schlüppisammlung streitig zu machen, um einen erneuten Schlüppikrieg zu verhindern.

Es ist leider völlig unverständlich, weshalb diese ungeschnittene Version niemals in die Kinos kam.

Marilyn Monroe sang ursprünglich in"Blondinen bevorzugt" "Schlüppis are a girl's best friend". Bei der späteren Fassung wurden aus "Schlüppis" "Diamonds", da man der Meinung war, dass das amerikanische Publikum eine derartige Liedzeile besser annehmen würde. Sie wissen schon... prüde Amerikaner eben.

Sie sehen, lieber Leserinnen und Leser, dass der Rote Häkelschlüppi ein fester Bestandteil der westlichen Kultur ist, sozusagen eine Art Leitkulturschlüppi.

Was hat es nun auf sich mit dem Roten Häkelschlüppi?
Wie können wir dieses Phänomen fassen?
Weshalb schlägt es Menschen in seinen Bann?
Lässt sie unsägliche Verbrechen begehen, ja Kriege auslösen?

Man möchte ihn besitzen, haben, unterwerfen... Der Rote Häkelschlüppi ist die Verherrlichung des Häkelns, der E-ROT-ik, eine Morgenröte der ewigen Verlockung und eine Bedrohung zugleich. Sein Rot lässt uns erschauern, wohlig und begehrlich zugleich.

Schlüppi im Trend
Doch dann kam jenes fatale Jahr 2009.
Eine Gruppe Unerschrockener nähert sich dem Phänomen, eignet es sich an, zieht es ins Lächerliche.

Die Macht des Roten Schlüppis scheint gebrochen. Er wird zum Gegenstand von Gespöt, Hohngelächter, zum Symbol sexueller Verwahrlosung (Ferkeletten!) und Geschmacklosigkeit.

Verniedlicht, verharmlost, unschuldig gemacht, wird der Rote Häkelschlüppi zum Trend für Millionen (siehe nebenstehende Abbildung)!

Aber, meine hochverehrten Leserinnen und Leser, sollten wir nicht besser die Augen offen halten?

Sind dies nicht eher die ersten Anzeichen einer beginnenden Weltherrschaft unter dem Roten Häkelschlüppi?
Elend und Verwahrlosung?
Niveaverlust und Sittenverfall?
Tätowierungen im Steißbereich und String-Tangas?

Denken Sie nur mal an den Kommunismus, der im Zeichen des Roten Häkelschlüppis stand! Nicht auszudenken, wenn sich das wiederholt!
Welche Seuchen und Pestilenzen wird der Rote Häkelschlüppi über die Menschheit bringen? Und - noch wichtiger - wird es den Unerschrockenen gelingen, ihn komplett zu unterwerfen?

Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn die Parole heißt "Porno am Donnerstag - aber bitte mit Nivea!"

Eure Doro - Fred-Kulturbeauftragte von my-meerkat und klamottenlabel.

Donnerstag, 24. November 2011

Dirty Donnerstag - Aktenzeichen XY ungelöst - Unbekannte verdirbt Wien

Sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, wir danken Ihnen, dass Sie auch heute wieder unsere Sendung einschalten und aktiv mithelfen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wie Sie sicherlich wissen, ist der Mensch als solcher schlecht und verdorben. Aufgrund aktueller, schockierender Ereignisse von derzeit noch unbekannter Tragweite, schalten wir nun live nach Wien zu unserem Kollegen Peter Niedetzky*.

Guten Abend Wien! Herr Niedetzky, was ist Ihnen über die grausigen Vorgänge im 2. Wiener Bezirk bekannt?


Guten Abend Herr Zimmermann, letzten Sonntag wurden größere Menschenansammlungen gesichtet, die sich wie ferngesteuert in Richtung des 2. Wiener Bezirks bewegten. Wie wir aus sicherer Quelle wissen, wurde am fraglichen Ort - es handelt sich um ein Hotel der Meininger Gruppe - unter dem Deckmäntelchen eines "Designmarkts" zu maßlosem Konsum aufgefordert.
Beim Drahtzieher soll es sich um einen deutschen Konzern namens Dawanda handeln.

keinachtskarten
Wie uns aus ebenfalls sicherer Quelle bekannt ist, war der Markt ein Vorwand, Dinge pornografischer Natur zu verkaufen! Unter schwierigsten Bedinungen gelang es uns, einen Undercoveragenten in das Gebäude und speziell in Zimmer 505 zu schleusen.

Herr Zimmermann, die Zustände dort lagen jenseits menschlichen Vorstellungsvermögens! *zu hyperventilieren beginnt*

Unser Agent fand im fraglichen Raum eine Ansammlung obszöner Gummi(!)waren vor, die dort zum freien Verkehr... äh Verzehr angeboten wurden (lutschen!). Diese Gummiwaren wurden insbesondere den Wienerinnen von einer im Raum anwesenden, unbekannten Person mit dem Hinweis angeboten, es handle sich dabei um eine Süßigkeit "speziell für die Damen".

Obszöne Gummiwaren!
Welche Dame nimmt bittschön so etwas in den Mund?  *zu schwitzen beginnt*


Während sich der vordere Teil des Raums noch den Anstrich von Kultur gab, räkelten sich Pornohüllen in allen Schattierungen lasziv auf dem Bett.

Zwischen Plüsch und Lichterketten konnten wir weitere Bückwaren sicherstellen: Tassen mit frauenfeindlichen Aufforderungen, wie "schluck, du luder" oder "blasen, baby, blasen"!

Schweinkram von klamottenlabel
Im hinteren Teil des Raumes, direkt am Fenster und somit auch für die Öffentlichkeit auf der Straße sichtbar, hingen die abgebildeten abscheulichen Karten, deren Botschaft an Plumpheit kaum zu überbieten ist.

"Reiß mich auf!" - welche moralisch integere Frau hängt sich so etwas ans Revers??

Nach diesen Vorgängen wird Wien nie wieder so sein, wie es war!
Ich gebe zurück ins Studio zu Herrn Zimmermann!  
*sich Schweiß von der Stirn wischt*

Geschenkanhänger von klamottenlabel
Sehr verehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, es handelt sich hier in der Tat um abscheuliche Vorgänge, um deren Aufklärung wir ernsthaft bemüht sind! Derzeit ist unklar, ob es sich bei der Person in Zimmer 505 tatsächlich um die Urheberin der Produkte handelt, oder um eine ukrainische Prostituierte mit gefälschten Papieren und übergroßen Silikonimplantaten.
Wir bitten um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung und wünschen Ihnen eine gute Nacht.


Naja, eigentlich war es dann doch ganz anders.
Freitagabend machte ich mich mit Sack und Pack auf den Weg nach Karlsruhe zu Parthena und ihrer Familie. Samstag um 4.30 klingelte der Wecker und wir schlurften alle mehr oder weniger ausgeruht in die Küche, um dort einen Kaffee zu trinken und uns gegenseitig zu motivieren, in einer sprichwörtlichen Nacht- und Nebelaktion den Clio mit uns und unseren Waren vollzustopfen.

Um 5.45 ging es los Richtung Wien. Der Nebel des Grauens lichtete sich leider nur kurz auf der Höhe von Heilbronn, wo dann endlich die Sonne aufging. Wir hatten uns eigentlich drauf gefreut, etwas von der Landschaft zu sehen, aber es war nur grau und feucht, vor allem der Bayerische Wald hüllte sich in den weißen Neger Wumbaba.

Um 3 Minuten vor 14 Uhr schlugen  wir im Hotel in Wien ein und fanden erstaunlicherweise direkt vor dem Hotel Meininger Franz einen Parkplatz. Parkplätze sind in Wien heiß umkämpfte Mangelware.
Zum Thema Parken erzähle ich Euch später noch was Lustiges.

Die Pornoplüschecke!
Wir haben unser Gepäck schnell in das andere Hotel - das Sissi - gebracht.
Warum das?
Nun, im Franz konnten wir die Nacht nicht verbringen, denn die Zimmer dort sollten am Sonntag Verkaufsräume werden.

Vom Sissi also schnell wieder zurück ins Franz geflitzt, denn um 15 Uhr mussten wir dort einchecken. Son vom Dawanda-Team begrüßte uns und drückte jedem ein Promopaket (fast hätte ich Pornopaket geschrieben...) mit Lovebooks und Stoffbeuteln in die Hand.  Dann ging es ab ins Zimmer, losdekorieren.

ackademiecker-Taschen
Ich war recht flott fertig, bei Parthena sah es dagegen anders aus.... drölfmillionen Schmuckstücke mussten ausgepackt und präsentiert werden... Vor allem Herr Hauself mühte sich stundenlang mit der Bestückung der Ohrringständer. Anstatt mich zu langweilen, habe ich kurzerhand mit angepackt und wir hatten einigen Spaß zusammen.

Um 19 Uhr begann der erste offizielle Programmpunkt mit Umtrunk, Buffett, Ansprachen u. a. von Claudia Helming und einem Vertreter des Hotels, der uns drauf hinwies, dass wir die Wände nicht bekritzeln, benageln, bekleben oder bebohren sollen.

Wie schade! Ich hatte extra meine Bohrmaschine mitgebracht, um dekorative Lochmuster in die jungfräuliche (lechz!) Wand zu bohren (sabber!).

Am Sonntagmorgen mussten wir fix im Sissi auschecken, denn um 9.45 Uhr spätestens sollten wir in unseren Zimmern parat stehen. Um kurz nach 10 Uhr hatte ich schon die ersten Kunden.

Einige lustige Highlights waren eine sehr vertrocknet aussehende Dame, die begierig einen der Fruchtgummipimmel in den Mund schob. Ich fragte mich, wie lange sie schon keinen echten mehr... öhm... räusper...

Eine weitere Dame fragte mich, ob ich schon negative Reaktionen auf meine Buchhüllen und Tassen bekommen hätte. Eigentlich nur eine, als jemand im rausgehen meinte, sie fände die Tassen "bäh".

Pornotassen
Ein junger Mann schlug beherzt zu und kaufte gleich zwei für seine Küche, nachdem ich ihn darauf hinwies, dass das Porto nach Österreich 9,50 € beträgt. Viele junge Frauen äußerten sich begeistert über alles, was auch nur etwas nach Porno roch.

Natürlich entdeckten die Kinder zielsicher die aufgestellten Kundenfallen mit dem Gummizeugs. Einem Kind konnte ich gerade noch unschuldige Gummibären unterjubeln, bevor es sich einen Pimmel in den Mund schieben konnte... niemand soll mir nachsagen, ich würde Kinder verderben!

Gegen nachmittag machten zwei ältere Damen die Runde in meinem Zimmer und fragten, ob ich das alles selbst erfunden und gemacht hätte. Die eine meinte dann zu mir "Also wissens, da ist noch eine Andere mit so Sachen, aber diese deftigen Sprüche, die gfalln mir besser!"

Um 18 Uhr war ich dann todmüde, meine Zunge klebte am Gaumen und ich hatte Hunger.
Wir hatten zwar ein Lunchpaket bekommen, aber - und das ist mein einziger Kritikpunkt - an Vegetarier wurde nicht wirklich gedacht.

Der Abend klang dann in der Lobby mit Speis und Trank aus, Parthena, Hasenfratze, ihre jeweiligen Begleiter und ich versuchten, an der Bar noch ein anständiges Getränk zu ordern, was sich als etwas schwierig entpuppte.

Und jetzt zum parken: Ab 9 Uhr am Montag werden die Parkplätze vor dem Hotel in eine Kurzzeitparkzone umgewandelt. Das wussten wir nur, weil wir gefragt hatten, ob man dort stehenbleiben darf, Schilder gab es keine.
Nun, Kurzzeitparker heißt, dass wir ein Parktickt brauchen.
Als Deutscher kennt man die Parkautomaten, die an solchen Stellen stehen... aber in Wien... muss man so etwas im "Traffik" kaufen.

Ich bin also losgezogen, um so einen Laden zu finden. Der "Traffik" ist das, was wir als Zeitschriften- und Tabakladen bezeichnen würden. Im Laden angekommen wurde meine schüchterne Frage, ob man dort ein solches Ticket kaufen könnte, bejaht und ich bekam einen ziemlich großen, blauen Zettel in die Hand gedrückt. Auf dem Zettel hinten steht eine Anleitung, wie man das nun auszufüllen hat. Man muss Tag, Monat und Uhrzeit des Parkbeginns ankreuzen und den Zettel sichtbar im Auto auslegen, das fanden wir echt lustig, vor allem die ellenlange Gebrauchsanweisung.

Ich liebe ja diese sprachlichen Besonderheiten, wie die Monatsnamen "Jänner" und "Feber" für Januar und Februar, oder "wir sperren zu" anstatt "wir schließen", oder "wir übersiedeln", statt "wir ziehen um".

Pornokiste
Schön war`s, anstrengend war`s und Spaß hat`s gemacht!
Das war also Wien, je ne regrette rien :-D

Verehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn es heißt "Parole Porno am Donnerstag!" Ach ja, und nächste Motorradsaison fahre ich auf jeden Fall nochmal nach Wien, aber diesmal, um die Stadt anzuschauen.


Eure Doro von klamottenlabel und my-meerkat

*Für die Jüngeren unter Euch: Eduard Zimmermann, Peter Niedetzky und Konrad Töns waren Korrespondenten für bzw. Moderatoren der Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst", in der es um die Aufklärung ungelöster Verbrechen mit Hilfe von Hinweisen aus der Bevölkerung ging.