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Dienstag, 27. Dezember 2016

Geschenke auspacken

In diesem Jahr konnte ich wieder schön beobachten, das es so unterschiedliche Arten gibt Geschenke auszupacken.
Es gibt die ganz stillen Auspacker...die schauen das keiner schaut und packen bedächtig aus, lächeln still in sich hinein...
Es gibt die lärmenden Dokumentierer....lautstark darüber reden, das sie jetzt ein Geschenk auspacken und dass sie schon immer Geschenke auspackten und das sowieso Geschenke und so weiter Endlosschleife.---es gibt die Aufrupper die Pedantischen...es gibt soviele und mich..

Normalerweise packe ich schon eher bedächtig aus. Und ich lächel von still über breit, aber immer von Herzen. Aber in diesem Jahr war ein Päckchen dabei, da musste ich laut laut kreischen...so wie es nur Frauen können...und wo es allen Männern schlecht wird und niemand wirklich niemand weiß was jetzt eigentlich los ist. An fing es das auf dem Päckchen stand:

Notfallkit bei akutem Kitschbedarf


und dann stand da noch:

Inhalt mit Vorsicht genießen, Gefahr von Realitätsverlust

Und ich rief da schon vor Begeisterung jaaaaaa das ist bestimmt was für mich.


ich schaute genau so rein.....



kreischte so laut, wie noch nie.....

Machte die Tüte zu und rannte damit aus dem Zimmer.

Noch immer wissen meine Gäste nicht, was darin war.

ich könnte auch jetzt hier aufhören, das wäre dann so wie Rheinsberg und Tucholsky. Bis heute weiß da niemand was in dem Päckchen vom Wölfchen war. Aber das versaut mir auch die ganze Geschichte....


Also lasse ich euch, ihr Lieben, teilhaben.


Schwupp....Trivialliteratur!

Ja ich weiß, ihr findet das jetzt nicht wirklich etwas besonderes. Aber ich. Ich nämlich ich brauche ab und an diese Seelenauszeit. So alle zwei Jahre habe ich da gewisse Stunden in denen ich mir solche Romane in die Seele stopfe...ich muss nicht denken, nicht reden, nicht Problemlösen, nicht Charmant sein, nicht funktionieren...ich tauche ab in diese rosarote Wattewelt. Einfach weg. Und wenn ich wieder auftauche, dann habe ich rosarote Wangen, meine Augen leuchten, meine Seele ist erholt und frisch und ich schwebe zu allen Schandtaten der Welt bereit, zurück in meine Welt.
Und ich kann dieses Phänomen nicht erklären....
Und ich will es nicht erklären...eigentlich...
Ich will diese kleine versteckte Heimlichkeit für mich haben. So ganz klein...nur für mich.

das geht sogar unterm Kopfkissen wegen der großen Schrift
Ich verstecke die Dinger sogar. Unterm Kopfkissen.


Ich mag diese gebrauchten abgenutzten, mit den geheimnisvollen Kürzeln drauf, wo ich weiß, das da ein geheimer Lesezirkel existiert, die alle das schon gelesen haben.

Ich möchte das gar nicht als  Buch.
Ich möchte sie gar nicht in meine Bücherwand stellen...ich will nur ab und an ganz heimlich still und leise darin schmöckern.....

Und jetzt meine Lieben, bin ich mal weg....eure Kalle

Montag, 24. Dezember 2012

Das VERRATICHNICHT-Projekt

Es gibt etliche Gründe, weshalb ich Weihnachten nicht ausstehen kann:
  1. Ab Ende August liegt Weihnachtsgebäck im Supermarkt, bei 35 Grad im Schatten möchte ich Eis und keine Lebkuchen.
  2. Weihnachtsschmuck überall ab Ende Oktober.
  3. Die Hektik vor dem Fest, von Besinnlichkeit keine Spur. 
  4. Die zwanghafte Harmoniesucht.
  5. Das Gedränge überall.
  6. Weihnachtslieder.
Komischerweise gerate ich nie in Geschenkstress.
Ich schenke gerne.
Dieses Jahr allerdings sind meine selbstgemachten Geschenke eher dünn gesät.
Ich habe nur 5 Sorten Kekse gebacken, keine 15.

Etliche Wochen vor Weihnachten hatte ich eine Idee, wie ich dieses Jahr jemandem eine besondere Freude bereiten könnte. Ich wollte etwas selbst machen, aber es sollte nicht nur rumstehen und Staub fangen, sondern einen gewissen Nützlichkeitsaspekt haben. Nach einiger Überlegung kam mir die Idee: Ich werde etwas backen!

Es sollte ein... nein, das verrate ich nicht!

Dem eigentlichen Backen ging eine Menge Recherche voran. Zunächst brauchte ich bestimmte Schokoladenfiguren. Als ich schon kurz davor war, eher suboptimale Figuren zu kaufen, entdeckte ich genau das Richtige.
Bestellt.
Gewartet.
Mein zu beschenkender Mensch hatte das Päckchen für mich abgeholt, da ich nicht zur Post kam. Ich hoffte inständig, dass das Päckchen nicht im Auto in der Sonne liegen würde, denn es war Schokolade im Spiel. 

Dann musste ich erst einmal recherchieren, welche Arten Teig man am besten verwendet, wie man alles verklebt und welche Formen und Arten von VERRATICHNICHT es gibt.

Als Weihnachten näher rückte, verwarf ich die Idee. Zu aufwändig, zu heikel.
Ich muss ab und zu Samstag arbeiten und diesen Samstag war ich eigentlich mit dem Dienst dran und hätte keine Zeit gehabt. Aber dann... dann schenkte mir eine Kollegin Zeit zu Weihnachten, schwupp war mein Samstag frei!

Das VERRATICHNICHTPROJEKT konnte also starten.

Der nächste Schritt war, den Teig nach der Herstellung zu verstecken und kryptische Andeutungen zu streuen "Morgen mache ich was, da habe ich nur einen Versuch... Du wirst es sehen, wenn es was geworden ist... und wenn nicht... siehst Du es auch..." Nebenbei erwähnte ich noch etwas von backen.

Mein zu beschenkender Mensch mag Weihnachten genauso wenig, wie ich.
"Wir brauchen uns nichts schenken..." sagte er neulich.
Zu spät. Tja.

Heute war es dann so weit.
Der Teig musste gebändigt werden, gerollt, geformt, gebacken, zugeschnitten, getrimmt.
Genaues Ausmessen, das Fundament muss stimmen und die Wände und das Dach auch.

Riechen tat es schon mal gut. Der Teig erwies sich als kooperativ, mit Hilfe von extraklebrigem Zuckerguss und einigen Zahnstochern stand der Rohbau.
Teil 1 erfolgreich geschafft!

Natürlich war es mit dem Zusammenstecken und -kleben nicht getan. Und es war  noch eine Menge Zuckerguss übrig. Als erstes habe ich das Dach dekoriert und bestreut, danach die Fassade gestrichen.

Und dann braucht so ein Haus Grün außenrum.

Im Kühlschrank befand sich noch eine angefangene Marzipanpackung, die von den letzten Plätzchen übrig geblieben war. Ein bisschen Lebensmittelfarbe und drei Zahnstocher, ein bisschen Gematsche mit der klebrigen Masse und... fertig waren 3 Bäume.

Inzwischen hatte ich einen Teil der Zuckerglasur ebenfalls grün gefärbt und kümmerte mich um den Außenbereich des Häuschens.
Sieht nach Toskana aus?
Hm.
Soviel verrate ich schon mal: Es ist KEIN Wohnhaus!

Geduld ist nicht meine große Stärke, deshalb pinselte ich rasch noch einmal über den Boden. Das Tablett, auf dem das Ganze stand, musste nun von dem überflüssigen Zuckerguss befreit werden.

Und jetzt ging es an einen ganz heiklen Punkt.
Das Haus brauchte ein Schild.
Schild?
Ja, es ist ja ein besonders Haus und damit man das schon von weitem sehen kann, muss ein Schild dran sein.

Das restliche Marzipan machte wegen aufdringlicher Klebrigkeit einen kurzen Ausflug in das Gefrierfach. In der Zwischenzeit überlegte ich mir, wie ich die Schrift auf das Schild bekommen würde.

Die Zuckerschrift, die man fertig im Laden bekommt, taugt nichts.
Aber es war ja noch Zuckerguss da und einen unbenutzen, feinen Pinsel hatte ich ebenfalls herumliegen.
Meine Schrift ist nicht gerade schön und mit klebrigem Zuckerzeug wird sie auch nicht besser. Der erste Versuch auf der Rückseite des Schilds war unbefriedigend.

Es musste etwas dreidimensionales her, Buchstaben aus Marzipan.

Marzipan ist leider nicht sehr kooperativ, wenn es darum geht, etwas feines, kleines draus zu formen. Es pappt einfach nur an den Fingern oder an der Arbeitsplatte. Mit einiger Überredungskunst gelang es mir dann doch, Buchstaben zu formen.
Zum Glück hat mein zu beschenkender Mensch einen kurzen Spitznamen, für seinen richtigen hätte ich keine Geduld gehabt. 2 cm hohe Marzipanbuchstaben zu formen, ist ungefähr so dankbar, wie im Dunkeln eine Nadel mit schwarzem Garn einzufädeln.

Nach ein, zwei Versuchen war das Marzipan endlich in Form.
Jetzt noch rasch die Schrift anpinseln, Schild montieren und dann, ab mit den Autos auf den Parkplatz und ins Haus rein und fertig ist Henrys Autohaus! Ich hatte eine Menge Spaß dabei und bin gespannt, was ich nächstes Jahr backen werde.

Frohe Weihnachten wünscht Euch Doro von my-meerkat und klamottenlabel.