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Freitag, 19. Juli 2013

"MAMAAA, mir ist langweilig" , Teil 1

Mir graut es vor diesem Satz, weil ich ihn nicht verstehen kann und deswegen oft etwas hilflos meinen Sprösslingen gegenüber stehe, wenn ich ihn zu hören bekomme.
Mir ist nie langweilig, denn selbst wenn der Haushalt bis in die letzte Ecke blinkt, die komplette Wäsche erledigt, der Einkauf für die nächste Woche geschafft und das Essen für die nächsten zwei Tage gekocht ist, fällt mir- neben meiner Hauptarbeit an meinen Puppen- noch in 1000 Jahren etwas ein, was ich unbedingt ausprobieren, erledigen oder lesen will.
Auch bilde ich mir ein, dass mir als Kind nie langweilig war, außer beim Kaffeeklatsch bei Tante Rosi und Tante Hilde, die Kinder nicht besonders mochten und in deren Anwesenheit man bestenfalls nur atmen durfte.

Wie dem auch sei, vor ein paar Wochen, als die Sommer- Ferien in greifbare Nähe rückten und es noch so aussah, als würden sie komplett ins Wasser fallen, entwarf ich eine what- we- can- do- bevor- mutti- is- hüpfing- out- of- the- window or kill the Wollmice- Liste, mit der ich künftig im Notfall reagieren kann.

Kinder stellen in der Regel gerne etwas her und sei es noch so Alltags untauglich.
(Den ersten Stifte- Halter aus der Pappe einer leeren Küchenrolle, den mein TK im Kindergarten gebastelt hat, habe ich tapfer zwei Jahre lang für jeden sichtbar auf meinem Schreibtisch drapiert, auch wenn man ihn 100 Mal am Tag wieder aufstellen und den daraus hervor springenden Stiften hinterher hechten musste.)

Also stehen auf meiner Liste nur Aktivitäten, denen Kinder auch gerne mal fast ganz alleine nachgehen können und Leid geplagte Eltern in der Zwischenzeit zumindest mal in Ruhe ein Tässchen Kaffee zu sich nehmen können, um bis zur Nachtruhe tapfer durch zu halten.

Teil 1 meiner Serie "Kampf gegen Langeweile", beschäftigt sich mit der fast schon vergessenen und in den 80er Jahren noch sehr beliebten Freizeitbeschäftigung "Salzteig herstellen, verarbeiten, bemalen und dann Onkel Heiner zum 70sten schenken".

Dazu nehme man eine Schüssel und kippe 2 Tassen einfaches feines Kochsalz hinein. 
Darauf gibt man 2 Tassen billiges Mehl (Type 405) und 1/2- 1 Esslöffel   Tapetenkleister (je nach Tassengröße).
Dann mischt man das Ganze kurz mit einem Schneebesen durch und kippt noch eine Tasse warmes Wasser hinzu.
Zum Schluss wird Alles schön durchgeknetet, bis sich ein schöner und glatter Teig ergibt.

Kleiner Tipp:
Falls Sie die Tassen und den Löffel mit in die Schüssel geworfen haben, dann entfernen Sie alles bitte wieder ganz unauffällig.
Nur so ist gewährleistet, dass ein glatter Teig mit ohne Gefahren für Leib und Leben entsteht.
(Letzteres habe ich wegen der Sicherheit und der Liebe des Gesetzeshüter zu Warn- Hinweisen dazu geschrieben, wo wir doch heute schon an dem Punkt sind, an dem auf ein geschweißten Medizin- Bällen "Bitte nicht verschlucken" stehen muss.
Und wo wir schon dabei sind: Dieser Teig ist NICHT zum Verzehr geeignet!)

Sollte der Teig zu matschig geraten sein oder zu fest, dann fügen Sie bitte so lange Mehl und oder Wasser dazu, bis Sie den Teig optisch anspruchsvoll finden.

Und jetzt kann es auch schon losgehen.
Und falls Ihre Kinder nun sagen, dass sie nicht wissen, was sie damit machen sollen, dann geben Sie jetzt bitte nicht auf.
Sie sind Ihrem Kaffee schon greifbar nahe, also halten Sie durch!

Zücken Sie einfach sämtliche Ausstech- Formen für Plätzchen, die der Shopping- Kanal in Ihr trautes Heim gebeamt hat.
Bombardieren Sie Ihre Kinder mit Trinkhalmen, stumpfen Stricknadeln und dem Gebiss von Opa Klaus, fast Alles kann dazu dienen so ein Teig- Oevre formschön zu veredeln.

Die vollendeten Gebilde werden anschließend bei ca. 120 Grad (je nach Dicke) bis zu einer halben Stunde gebacken.

Nach dem Abkühlen können Ihre Sprösslinge noch Einen drauf setzen und die Teilchen bemalen.
(Am Besten eignen sich dazu Acryl-, Plaka- oder Acryl haltige Wasserfarben.)

Dazu habe ich da mal was für Sie vorbereitet, damit Sie sich überzeugen können, dass bei dem Gepamp tatsächlich was bei rauskommt:

Salzteig nackig und

bemalt

Für Tante Hedwig und Onkel Dieter

Das hier bekommen wir auch noch irgendwo unter!


Sollten Sie sich an der Aktion beteiligen oder ein Kunstwerk Ihrer Kinder besonders haltbar machen wollen, dann empfehle ich Ihnen, das betreffende Teil mit Klarlack zu versiegeln.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß und gutes Gelingen oder auch nur ein bissl Ruhe vor den Langeweile- Monstern, diese Fotostrecke hat mir schließlich Zeit für ein Bad in der Wanne und drei Tassen Kaffee verschafft!

Liebe Grüße
und bis zum nächsten Mal,
Ihre Susannelfe

Freitag, 8. März 2013

Alles was Schuppen hat ist ein Fisch - oder?


Gestern hatte ich ein Erlebnis der besonderen Art – ich stand gerade in der Küche, als ich auf einmal merkwürdig knisternde Geräusche aus dem Wohnzimmer hörte, als würde jemand Klettbandschuhe aufreißen. Ich schrak richtig zusammen, denn eigentlich war ich allein daheim – sollte da tatsächlich jemand über den Balkon eingestiegen sein? Ich lauschte noch einmal – nichts mehr zu hören. Mit dem Nudelholz bewaffnet linste ich vorsichtig um die Ecke – niemand zu sehen, nichts mehr zu hören. Der Zeitungs-Stapel war auch nicht zusammengescheppert, alles stand an seinem Platz – sehr mysteriös. Heut früh beim Lüften fand ich des Rätsels Lösung: der Pinienzapfen auf der Fensterbank war endlich aufgegangen! Im November hatte ich das Ding gekauft, seitdem dümpelte es unbeachtet auf der sonnigen Fensterbank vor sich hin – jetzt lag die ganze Fensterbank voll mit Borken und Kernen. Und was für hübsche Muster und Formen da zum Vorschein kamen, wir waren ganz fasziniert. Dochterlief puzzelte gleich ein paar Fischlis zusammen und wünschte sich eine „Blumenhaarspange“ aus dem untersten Schuppenkranz. Und für den Rest finden wir sicher auch noch Verwendung …

Mehr Fisch am Freitag gibt es wie immer bei Andiva …

 

Es winkt eure Lahja von art-of-lahja

Mittwoch, 25. April 2012

Wer oder was ist eigentlich...

...der Sinn des Lebens oder wie wird man ein guter Shopbetreiber?
Tja, diese Fragen stelle ich mir heute, weil ich morgen nicht zum meinem Wer oder Was Donnerstag kommen kann und außerdem auch mal darüber geredet werden muss. Schließlich stehen wir Fredissimas nicht nur für die Bespaßung der Allgemeinheit, sondern auch für Qualität, Produktivität und Eloquenz.
Wir haben es uns unter anderem zum Ziel gemacht, das Nivea im Netz zu pflegen!
Kommen wir also zur Eingangsfrage zurück.
Ein Großteil der Menschheit hat erkannt, dass der Sinn des Lebens die Arterhaltung als solches ist- doch was tun, wenn man bereitwillig seine Chromosomen mit einem Partner des Vertrauens oder Zufalls erfolgreich vermengt hat? Nicht Jeder ist bereit dieses gewagte Experiment beliebig oft bis zur Menopause fortzusetzen, manch Einer hat sogar schon von Anfang an andere Pläne und lässt sich gar nicht erst auf Windelgespräche und Pubertätsproblematiken der eigenen Zucht ein.
Aus dem Tierreich weiß man, dass es ein gangbarer Weg ist, nach der Fortpflanzung zu versterben.
Das würde aber unser Sozialgefüge ziemlich durcheinander bringen und noch mehr Probleme im Bereich Bruttosozialprodukt kann und will sich die Krone der Schöpfung nicht leisten.
Also lebt man nach dem gelungenen Wurf einfach weiter und wenn die Kinder aus dem Haus sind, sind Viele immer noch nicht bereit den Löffel abzugeben- jetzt, wo es endlich geschafft ist.
Und Menschen, die freiwillig oder unfreiwillig kinderlos geblieben sind, versterben ohne Fremdeinwirkung auch nicht so schnell.
Also hat das Kollektiv beschlossen, sich noch auf andere Arten und Weisen zu vervielfältigen.
Viele von uns beschließen im Laufe ihres Lebens, sich kreativ zu verewigen und ihrem Erbgut in Form von Materie Ausdruck und Unsterblichkeit zu verleihen. Wenn Sie ebenfalls dazu gehören, dann gratuliere ich Ihnen. Ihre wie auch immer geartete Tätigkeit macht Sie ein Stück weit zu einem "besseren" Menschen, denn ich gehe mal stark davon aus, dass Sie- während Sie z.B. gewaltfrei geklöppelte Schlüsselanhänger mit Fingerfarben verzieren- nicht an der Vorbereitung zu einem neuen Weltkrieg beteiligt sind.
Wenn Sie dann alle bekannten und unbekannten Menschen in Ihrem greifbaren Umfeld mit Ihren Oevres überhäuft haben, kommen Sie vielleicht auf die Idee, im Internet zu agieren, eine selbstbewusste Ichbezogenheit, derer Sie sich nicht zu schämen brauchen, weil wir sie alle mitgemacht haben und dieser Entschluss im Idealfall viel Freude, Fans und auch Geld einbringen kann. Schließlich sind Sie nicht mehr nur auf Ihren Bekanntheitsgrad in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft angewiesen, NEIN, Sie können bequem von zu Hause aus die ganze Welt verzaubern.
Doch nun heißt es "Innehalten- Hirn einschalten", das Internet vergisst nicht und mancher Fehler- geboren aus der Freude an der Kunst und den Ausdünstungen der verarbeiteten Werkstoffe- kann zu Katastrophen führen.
Wie wird man also ein guter Shopbetreiber? Vielleicht bin ich nicht die Richtige und es fehlt definitiv die Zeit, um diese Frage ausführlich und mit aller politischen Korrektheit zu beantworten, aber wenn Sie noch etwas Beistand brauchen, werden Ihnen die nachfolgenden, kleinen Tipps hoffentlich fürs Erste reichen.
SHOPNAME: Bevor Sie Ihre Kunst unters Volk bringen können, müssen Sie sich irgendwo anmelden und einen Shop, ein Blog, eine Homepage oder was auch immer zusammen zimmern- den Multitaskings unter uns, gelingen gleich mehrere der aufgezählten Varianten. Sollten Sie von Anfang an zu dieser Sorte Bastelmutti gehören, empfiehlt es sich, immer den selben Namen zu verwenden- das steigert den Wiedererkennungswert ungemein- AUßER, Sie frischen Ihr Konto nebenbei noch mit selbstgedrehten Filmchen auf. Überlegen Sie gut, ob sich Letzteres vom Image her auch öffentlich mit dem Vertrieb von z.B. selbstgedrehten Kerzen für die Erstkommunion verträgt.
Wenn Sie einen reellen Namen bevorzugen, dann nehmen Sie bitte den eigenen, keine Sau kauft Ihnen ab, dass Sie Julia Roberts oder Keanu Reeves sind. Versuchen Sie den Spagat zwischen einem Namen, der Ihnen etwas bedeutet und ihrem Produkt, oder für was Sie bei diesem Produkt stehen.
Mag ja sein, dass Sie Nacktschnecken für besonders possierliche Tierchen halten, doch glauben Sie mir- ein großer Teil Ihrer Besucher wird andere Assoziationen damit haben als Sie, vor Allem wenn Sie im Bereich Bekleidung unterwegs sind. Bei dem Verkauf von XXL- Mode, möchte auch keine Ihrer Kunden was von "Fetter Stoff" oder "Mollig drollig" lesen!
Übrigens: Sollte "Nacktschnecke" zu Ihrem Fach passen, seine Sie konsequent und stellen Sie entsprechendes Foto als Profilbild ein. Auch hier empfiehlt es sich, die eigenen Fotos zu verwenden, es könnte sein, dass sonst ein Teil Ihrer Kunden den Schwindel bemerkt.
PROFILBILD: Sie haben genügend Selbstbewusstsein und vielleicht auch die Attraktivität das eigene Konterfei zu zeigen? Bedenken Sie auch hier, dass Ihr Stil sich mit Ihrem Produkt verträgt. Mit dem Image "biederes Hausmütterchen" lässt sich meiner Meinung nach nur schwer Intimschmuck verkaufen.
Und bedenken Sie noch Folgendes: Auf den meisten Verkaufsplattformen erscheint Ihr Profilbild im Kleinformat, wenn Sie sich in Gästebüchern oder Foren verewigen. Selbst die größte Schönheit kann verzerrt werden, wenn Ihr Foto, auf 0,2 x0,2 runtergepixelt ist. Wenn Sie ein Foto Ihres Lieblingsproduktes oder das eigene Logo nehmen, dann hat man als Kunde mehr Motivation, mal bei Ihnen vorbei zu schauen. Wenn Sie schon länger dabei sind, es zu Ihrem Image passt, sich einen Kundenstamm und einen gewissen Bekanntheitsgrad aufgebaut haben oder einen Zweitshop eröffnen, dann sind private Fotos kein Problem. Ein absolutes NO GO sind aber Fotos von Kindern, egal ob die der Selbstgebastelten oder die der Anderen- genügend kranke Mitmenschen könnten das mit Ihrem Produktangebot verwechseln!
Stichwort FORUM und GÄSTEBÜCHER: Sie haben die ersten Verkäufe erfolgreich über die Bühne gebracht und einige nette Bekannte gewonnen? BEGEHEN SIE JETZT BLOß NICHT DEN FEHLER, in irgendwelchen Foren mitzumischen (Ausnahmen ausgenommen!) Spätestens auf der zweiten Seite wird geheult, geschimpft und an Haaren geziept! TUN SIE SICH DAS NUR AN, wenn Sie a.) Mitschreiberin in einem gemütlichen Plauderforum sind, b.) Nerven wie Drahtseile haben, c.) ein Arsch sind, d.) was wirklich Konstruktives zum Thema beizutragen haben! Und lesen Sie sich bitte, bitte in die entsprechenden Themen ein, bevor Sie wahllos irgendwelche Werbung aus Ihrem Shop posten. SPAM IST SCHEIßE!
DAS gilt auch besonders für Gästebücher. Sie können mir wirklich glauben- Sie machen sich ganz schrecklich unbeliebt damit, gerade wenn Sie so originelle Sprüche beim Abgrasen der Gästebücher und Bewertungslisten verwenden, wie z.B. OH TOLLER SHOP, SCHAU DOCH AUCH MAL BEI MIR VORBEI. Neihein, Leute wie ich rennen schreiend in die andere Richtung, vor Allem wenn man im Laufe des Tages bei Freunden und Bekannten genau den selben Mist lesen muss.
Kommen wir also zum Thema WERBUNG, denn nichts Anderes hatten Sie mit Ihrem vorschnellem Aktionismus bezweckt.
Es empfiehlt sich ein Blog nebenbei zu schreiben und Entsprechendes auf Shop und Blog hin und her zu verlinken. Bitte verschonen Sie dabei die Menschheit mit Fotos Ihrer kotzenden Katze und idyllischen Aufnahmen aus dem Familienalltag. Heben Sie sich das für den privaten (Blog)Alltag auf, ein Kunde möchte so etwas in der Regel nicht sehen. Auch möchte er nicht wissen, dass Sie sich an Fasching schon wieder mit Herpes angesteckt haben oder Ihnen ein 700 Gramm schwerer Gallenstein entfernt worden ist.
LOGENPLÄTZE in Handwerkerplattformen sind für mich mit den Logenplätzen auf kulturellen Veranstaltungen vergleichbar. Vorne spielt die Musik, und niemand auf den billigen Plätzen verrenkt sich den Hals, um Sie erspähen zu können. SIE geben viel Geld dafür aus, damit SIE besser sehen können, das macht aber nur im Theater Sinn. Schließen Sie sich lieber entsprechenden Gruppen an oder beteiligen sich an Monats- oder sonstigen Themenaktionen, betiteln Sie Ihre Produkte sinnvoll und sortieren diese an passender Stelle ein.
Eine nette Idee sind auch ein IMPRESSUM und eine WIDERRUFSBELEHRUNG. Sie sind definitiv in dem Moment, wo Sie- wenn auch nur virtuell- Ihr Häuslein verlassen und öffentlich Ihre Ware feilbieten, KEINE Privatperson mehr!
Und das leidige Thema KOPIEREN muss der Vollständigkeithalber auch noch angesprochen werden.
Wenn Sie die Mittel und die Intelligenz dazu haben, die Filzlampe Ihrer Shopnachbarin exakt zu kopieren, dann schaffen Sie es auch noch, sich ein eigenes Muster auszudenken.
Kunden sind wirklich ernst zu nehmende Menschen, die man am Besten gar nicht erst versucht zu veräppeln.
Liebhaber jedweder Kunstform wissen ganz genau, wer wann was zu welchem Preis zuerst hergestellt hat.
Ideen und Anregungen kann man sich immer holen, denn kaum jemand von uns hat sein Produkt selbst erfunden.  Entwickeln Sie Ihren eigenen Stil und geben Ihren Produkten Ihre persönliche Note. Haben Sie Mut und Geduld, irgendwo wird irgendwer auf dieser Welt genau nach dem gesucht haben, was Sie gerade anzubieten haben!
Sollten Sie sich jetzt fragen, warum Sie diesen Beitrag gelesen haben, weil Sie "Basteln" zum Erbrechen im Strahl zwingt, Sie keine Hände oder nur zwei linke haben, Sie keine Zeit zum Werkeln oder keine Geduld dazu haben, dann verewigen Sie doch Ihre Materie in Form von großzügigen Geldtransaktionen in unseren Shöpken. Bei Einkäufen im Wert von über tausend Euro werden Sie sicher in die Geschichte der Fredissimas eingehen, und selbst bei Kinderlosigkeit und ruhmlosen Beschäftigungsfeld können Sie durch solch eine kleine, unkomplizierte und doch sehr nette Geste "ewig weiter leben", weil Ihre ruhmreiche Tat Stoff für Legenden, Bücher und Filme bietet.
Na wenn DAS mal keinen Sinn macht, dann weiß ich auch nicht mehr!

Es grüßt Sie aufs Herzlichste Ihre Elfe, auf dass der Weg zu Ihrem Erfolg ein bisserl ebenerdiger geworden ist- möge das Glücksschwein mit Ihnen sein!


Donnerstag, 29. März 2012

Fisch am Freitach

Fische leben in unendlich weiten Gewässer, können sich frei bewegen und schwimmen, wohin immer sie wollen. In meiner Fantasie ist es so!

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich sie immer wieder male. Gerne wäre ich so frei wie ein Fisch im Wasser, wäre heute hier und morgen da. Es gäbe keine Termine, keine Hektik und keine Parkplatzsuche. Ich müßte mich nicht in vollgestopften S-Bahnen schupsen und schieben lassen, nicht in der Schlange an der Supermarktkasse anstellen und keine Steuererklärung machen. .... hach wäre das schön!

Ich bin kein Fisch und doch träum ich von Freiheit und Schwimmen, wohin immer ich möchte, träume von Liebe ohne Sorgen, Freundschaft ohne Mißverständnisse und kreative Arbeit mit anderen Menschen ohne Neid ...

Einige Geschichten dazu habe ich mit dem Pinsel festgehalten:

"MontagMorgen in der S-Bahn"

"an der Angel"

"FischKarussell"

"die Angler und ihr Latein"


"der Fischer un sin Fru"

"der Mann und das Meer"


"das wäre sein bester Fang gewesen"


Malen ist ein bißchen wie schwimmen in unendliche weiten Meeren ... abtauchen, träumen, schweben, frei oder befreit sein ... Mehr Fisch am Freitag gipps bei Andiva

Eure Bess von marrybess und klaraP

Donnerstag, 16. Februar 2012

Der Elternabend

Gestatten- mein Name ist Elfe, Susannelfe, ohne die Lizenz zum Töten, was so ziemlich Jeden freut, der mein zweites Ich kennen lernt.

Eigentlich bin ich echt lieb und will nur spielen.
Ich bin ein Naturschnitzel, ohne Hang zu SchickiMicki oder überflüssigem Gedöns.
Mein Leben wird außerdem von meinem Sternzeichen bestimmt. Ich bin Jungfrau durch und durch, Astrologiebewanderte werden das als Pluspunkt werten können.
Somit vereine ich eigentlich Liebreiz, Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Fleiß, Disziplin, Treue, Ordnung, Klarheit, Freundlichkeit, übermäßige Intelligenz und Tugendhaftigkeit in einer Person, und stelle das Ganze durch den richtigen Grad an Attraktivität zur Schau.

EIGENTLICH! Wäre da nicht der andere Teil in mir, der Teil, den man unter den Namen Ölfe, Elfenzahn oder auch Schlägerhippe kennt.
Dieser Teil kommt ab und an zum Vorschein und lässt besonders Die den gesamten Teil der mir gerade zur Verfügung stehenden Abneigung spüren, die diesen Teil hervor gerufen haben. DAS ist aber nicht mein Problem, denn so wie es in den Wald herein ruft, kommt es auch wieder heraus- diese Regel wurde lange vor meiner Zeit aufgestellt, ich spiele nur fair.
Es gibt die unterschiedlichsten Menschengruppen, und man kann sich ja zum Glück aussuchen, welcher Gruppe/ welchen Gruppen man sich anschließt. Somit wäre die Welt ein wunderbarer Ort, dem Paradise gleich, doch in jeder Gruppe und Stilrichtung gibt es DIE und ich könnte sie ALLE vermöbeln.
Meine Hauptabneigung richtet sich heute gegen DIE Eltern, eine ganz besonders fiese Gattung der Artikelgruppen, man kann ihnen einfach nicht entkommen, schon gar nicht, wenn man selbst Kinder hat.

Gestern war Elternabend und ich habe wieder mal das Grauen gesehen. Versteht mich nicht falsch, ich bin sehr kommunikativ und stehe voll auf konspirative und informative Sitzungen, und der größte Teil der mit mir Leidenen in betroffener Klasse ist echt nett. Aber auch in dieser Klasse gibt es DIE ELTERN, DEN VATER und DIE Mutter.

Bevor ich auf eine solche Veranstaltung gehe, muss ich mich vorbereiten, damit nichts und niemand zu Schaden kommt. Ungefähr eine Woche lang dränge ich mir selbst ein Antireizwort auf, für die gestrige Veranstaltung lautete es "Puschelhasi". Ich sage dieses Wort so lange auf, bis ich fast selbst zu diesem Wort geworden bin, damit ich, bevor es rot im Augenwinkel zu schimmern beginnt und der Stresstinitus zu einem betäubendem Horrorkonzert erkreischen kann, es innerlich aufsagen, mich daran festhalten und damit zur Ordnung rufen kann. Bisher hat es noch nie geklappt, aber man soll mir nicht nachsagen können, dass ich nicht ALLES versucht hätte. Dann packe ich meine Tasche, da kommt ALLES rein, was man zum Überleben eines solchen Abends braucht: Quellwasser gegen Dehydrierung, Kaugummi gegen Übelkeit, Kotztütchen falls die aktuelle Marke versagt, Taschentücher, um das Gröbste vom meist unschuldigen Sitznachbarn abzufeudeln, Bonbons gegen Unterzuckerung, Klemmbrett, verschiedene Schreibutensilien und noch so allerlei privates Gedöns, was jetzt hier nichts zu Sache tut. Waffen lasse ich generell zu Hause- wegen der Sicherheit.
Mein Überlebenstascherl sieht so aus:



Die Buttons sind aus dem Hause Kirschblüten-Tsunami und dienen nicht ausschließlich nur meiner persönlichen Belustigung. Bevor ich verbal ausfallend werde, lasse ich nämlich lieber den passenden Button sprechen, wie z.B. "Wer sind Sie, warum belästigen Sie mich", "Halt die Klappe", "Verzieh Dich", "Halts Maul und lies einfach", weil das oft wesentlich höflicher ist, als das, was mir im Falle des Elfen- Super- Gaus entfleucht.
Außerdem sind entsprechende Vorwarnungen mit inbegriffen, wie z.B. "Sozialphobiker". Jeder halbwegs intelligente Mensch hat spätestens nach der Ansicht dieses Buttons noch die Möglichkeit weg zu rennen, schnell, weit, einfach raus aus meiner schnell entflammbaren Aura.
Doch all diese wohl durchdachten Vorkehrungen perlen an DER MUTTER und DEM Vater ab, wie Wasser am Klützerlack, wie Keuschheit an Kachelmann oder Unmut am Häkelschlüppi, doch die Hoffnug stirbt zuletzt.

So sitze ich gestern Abend also erst noch motiviert in der zweiten Reihe, neben mir nur die Wand und andernseits zwei leere Stühle. Die Klasse füllt sich und mit dem anschwellenden Stimmengemurmel meldet sich die mir wohlbekannte Übelkeit zwischen Vital- und Sakralchakra. Ich stopfe mir schnell zwei Kaugummis bis kurz vors Gaumenzäpfchen und konzentriere mich auf ein rhytmisches Auf und Ab meiner  beachtlichen Zahnreihen (Kieferorthopäde war nicht, wir hatten ja nüscht).
Da meldet sich eine DIE Mutter zu Wort und diskutiert schräg nebenan, genau in Reichweite meiner empfindlichen Hörmuschel, mit ihrer Sitznachbarin über das Zeugnis ihres Dschimmis. "Aaaaaaaaaaach, ich war zufrieden, der Dschimmi, der geht schon seinen Weg, jaaaaaaa, ganz toll der Dschimmi, wasser hier für Fortschritte gemacht hat."
Vorsichtig luge ich auf meine Einladung, anscheinend habe ich mich nicht genügend vorbereitet, WAS genau war nochmal das Thema des heutigen Abends? KLASSENFAHRT, ach ja, das wars.
Erleichtert atme ich auf und stopfe mir sicherheitshalber noch zwei Kaugummis in den Mund und konzentriere mich darauf, meine Aura so weit auszudehnen, dass niemand auf die Idee kommt, sich neben mich zu setzen. "Entschuldigung, ist hier noch frei?" Ich merke, wie mir der Schweiß auf die Stirn zu glitzern droht, stelle aber fest, dass nicht unmittelbar ich gemeint war. Dann steigt nackte Panik in mir auf, weil nur noch ein freier Platz zu sehen ist und eine DER Mütter noch fehlt. Da kommt sie auch schon, lässt sich ächzend neben mir nieder und strahlt mich an, als ob wir schon X Mal zusammen die Treppe runter gefallen wären.
PUSCHELHASI, PUSCHELHASI, PUSCHELHASI.
Bevor es zum ersten Eklat kommen kann, fängt die Klassenlehrerin zu sprechen an. Es folgen 20 gnädige Minuten, in denen der Rest der Versammelten schweigt, mein Puls beruhigt sich etwas. Jedoch hat er noch nicht die lebensbejahenden Sequenz erreicht, als auch schon die ersten Fragen aus den Mündern der bis eben Schweigenden schießen.
"Wie viel Taschengeld darf man denn mitgeben" (Wie viel haste denn über im Sparschwein?),
"Bekommen denn die Kinder auch auf den Ausflügen etwas zu essen" (NEIN, die machen eine komplette Fastenkur, mit Essen wäre teurer),
"Was sollen wir denn zum Anziehen einpacken" (Lass mich nachdenken, es geht an die Nordsee, wo es um die Jahreszeit zwischen 12- 18 Grad hat, pack doch einfach Schwimmzeug und Shorts ein, das langt), "Dürfen die Kinder Handys mitnehmen" (WIESO EIGENTLICH?),
"Hier sehe ich eine Liste, was wir ungefähr einpacken sollen. Aber darauf steht, dass der Koffer nicht zu schwer werden soll, reicht ein Schlafanzug?" (Wenn dein Kind noch einnässt, könnte es Probleme geben!).
DAS geht noch Minutenlang so weiter und weil die Fragen immer dümmer werden (VERDAMMT, ES GIBT WOHL DUMME FRAGEN, wer was anderes behauptet, ist in Narnia groß geworden), macht mir das innerliche Antworten keinen Spaß mehr.
Außerdem habe ich mich mental schon so in Fahrt geredet, dass die Gefahr besteht, dass ich laut antworte. Also stopfe ich den Rest der Kaugummis auch noch eini und bin dadurch erst mal vom Geschehen abgelenkt, weil ich erkennen muss, dass man auch an zuviel kleinen Streifen ersticken kann. Besonders wenn man ungläubig zu schnell Luft holt. Durch die Gesetze der irdischen Physik, ploppt so ein Monsterkaugummi doch mal schnell vor die Luftröhre.
Die Einleitung eines DER Vaters "Wir waren mal an der Nordsee und da...blablubberblablabla", hat mich geschafft. Keiner traut sich den völlig unnötigen Monolog zu unterbrechen, die Klassenlehrerin schaut gequält. Also nehme ich das Ganze dezent mit den Worten "Schätzelein, der Ort der Klassenfahrt ist schon beschlossen, wir brauchen hier weder Werbung noch Entscheidungshilfe!" in die geballten Hände.
SO, JETZT IST ES PASSIERT, die ÖLFE ist auch zum Meeting erschienen, scheiß auf Puschelhasi und gute Erziehung, was zu viel ist, ist zu viel. Peinliches Schweigen, gepaart mit unauffälligem Gehüstel beherrscht sekundenlang den Raum.
Die Klassenlehrerin ist auf Zack und redet einfach an zuvor unterbrochener Stelle weiter, und wir tun jetzt alle mal so, als wäre nichts gewesen. Sie beendet den doch noch recht interessanten Vortrag mit den Worten "Hat noch irgendjemand eine Frage?"
Alles schaut in meine Richtung, ich starre grimmig zurück. Denn obwohl der eigentliche Elternabend zu diesem Thema erst im April stattfinden soll (GRUNDGÜTIGER!), hat die kleine Einführung zu diesem Thema für meinen Geschmack definitiv zu viel meiner wertvollen Lebenszeit beansprucht.
Die schauen ja immer noch, also sage ich laut, klar und deutlich "ICH NICHT, aber tut euch keinen Zwang an", was ich fast zur selben Zeit wieder bereue. DER Vater möchte nämlich noch einmal bisher Gesagtes zusammenfassen UND kommentieren, was er auch ohne Scheu tut. Mir fehlt die Kraft, um ihn zu stoppen, alle Anderen sind anscheinend Memmen oder ebenfalls kraftlos. Mit morbider Faszination stelle ich fest, dass er für die Zusammenfassung länger braucht, als seine Vorrednerin. In Gedanken stülpe ich ihm den Mülleimer über den Kopf, haue beherzt mit aller Kraft dagegen und singe dabei "Er hat mich tausend Mal belogen".
Lautes Geklopfe reißt mich aus meinem Traum, ich springe auf und will eilig von dannen ziehen.
Da ertönt ein lautes "HAAAAAAAAALT, eine Sache noch, es geht um die Klassenkasse".
Das bringt mich kurz an den Rande der Hyperventilation, denn das Thema Geld bringt nie was Gutes, außer der verhasste Erbonkel wird vom Blitz getroffen und hat einen im Testament bedacht.
Aber in einer Elternrunde ist DAS das gefährlichste Thema überhaupt, noch schlimmer als das Impfthema oder die Diskussion um die Einstellung zur Erziehung. Wobei mir bei Letzterem einfällt, dass ich vergessen habe zu erwähnen, dass DIE Eltern IMMER auch ADS- Kinder haben. NEIN, ich meine jetzt nicht die namensverwandte, tief zu bedauernde Krankheit, die schon so manchen Sprössling der Neuzeit im Würgegriff hat, darüber würde ich niemals scherzen.
Mit ADS ist hier das Syndrom gemeint, was einen selbst erfasst, wenn man mit einem dieser Kinder länger als zwei Minuten in einem geschlossenen Raum verbringen muss. Jeder nette Mensch denkt dann nämlich mehr oder weniger unfreiwillig "Ach Du Scheiße".  ICH sage es auch!
Aber zurück zum Abend, wir werden schließlich Alle nicht jünger.
Es folgt eine halbe Stunde, die ich an dieser Stelle nicht näher erläutern möchte, denn auch weniger Zartbesaitete dürften jetzt schon an ihre Grenzen gekommen sein.
Nur soviel sei gesagt- ich bin danach in einer Art Rausch, und hoffe aus tiefster dunkler Seele, dass ich auf dem Nachhauseweg endlich mal in eine brandgefährliche, typische Großstadtsituation komme, damit ich meinen, wie auch immer gearteten Angreifer so zu Klump prügeln kann, dass ihn noch nicht einmal die hochmoderne Technik der biometrischen Datenerfassung identifizieren kann, geschweige den seine DIE Mutter!

Danke für Eure Aufmerksamkeit, Ihr habt durch Eure Anteilnahme viele Leben gerettet, denn durch das Niederschreiben des Erlebten kann die Ölfe sich zurückziehen und der Sonnenschein Susannelfe geblitzdingst fleißig Karmaarbeit betreiben. Bis zum nächsten Mal, das ist keine Drohung, sondern eine unumgängliche Tatsache, es wird ein nächstes Mal geben. Hehe!