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Freitag, 29. April 2016

FISCH AM FREITAG / Fischepost

Als ich vor einiger Zeit im Rahmen unseres Büchertausches eine Büchersendung Richtung Casa-Chez-Zuckerschnute schicken wollte, kam mir das Ganze ein wenig lieblos vor, so in einem abgegriffenen Karton gesteckt, wo die Papierschnipsel der Vorgängersendung noch dran hingen?... Mjaaaaaaaaaaaa... Umpacken???... Neeeeeeeeeee... Der Karton erfüllt doch seinen Zweck! Ich muss ihn nur ein wenig... *räusper*... aufhübschen...

Der besagte Karton war, wenn ich mich recht erinnere, einen festen Pappumschlag, den mir Frollein Diva schon mal geschickt hatte und so schließt sich der Kreis: Mein Gehirn stellte sich bei dem Gedanken an die Frau Fischer sofort auf FISCH ein und vor meinem inneren Auge schwammen die Fischlein im Papiermeer...


Und weil die zerrissenen Papierteilchen nicht nur halbe Fische, sondern auch halbe Herzen zu sein schienen, hab ich auch gleich noch ein paar Herzen mit Flügeln drauf gemalt... Und schwuppdiwupp, aus Blödsinn entstand ein zumindest eine zum Schmunzeln geeignete Verpackung...



Die Fische dürfen dann jetzt wieder Richtung Diva schwimmen und zwar als Freitagsfische!



Dieser Beitrag erscheint heute hier und auf meinem Blog Kirschenzeit.

Es winkt Eure Cherry
von Cherry Bomb und Kirschblüten-Tsunami




Donnerstag, 18. Februar 2016

Büchertausch Nr. 19 - Das französische Testament (Andreï Makine)

Das französische Testament, Roman von Andreï Makine
1995 erschienen (dt. Übersetzung, Original: frz.)

Eigentlich darf man über dieses Buch gar nicht so viel verraten, um den Zauber der Erzählung nicht zu zerstören...

Und es ist wirklich ein faszinierendes und stimmungsgeladenes Buch, bezaubernd und erheiternd, traurig und ernst, historisch wie zeitgenössisch, mehrere Generationen umfassend, mit einem zweigleisigen Fokus: erstens auf die Großmutter und auf ihren Enkel / zweitens zwischen Frankreich und Russland pendelnd, mit verschiedenen Erzählschichten, aber bis zum Schluss spannend, ergreifend und auch immer wieder überraschend...

Die Rahmenhandlung bilden die Erzählungen einer Großmutter, die in Russland wohnt und einen Koffer voller Zeitungsausschnitte aus ihrer französischen Heimat besitzt, aus denen sie ihre Geschichten schöpft. Die zweite Handlungsperspektive ist die des Enkels, der zwischen zwei Welten aufwächst: Zwischen der Welt dieser Geschichten und der Welt der Gegenwart. Seine Identität findet sich immer auf der Kippe zwischen Frankreich und Russland. Mal überwiegt die Fantasiewelt, in die er abtaucht, mit der er sich identifiziert, wodurch er allerdings zum Außenseiter wird und mal nähert er sich dem russischen Alltag an, in der Hoffnung, Anerkennung bei Seinesgleichen zu finden. Und dazwischen erfährt man immer wieder von der Stärke einer Frau, die sich nie anmerken lässt, wie schwer sie es im Leben hatte und die durch ihre Ruhe und Gelassenheit bis zum Schluss eine zarte Schönheit ausstrahlt.

Es ist eine wunderbare Geschichte über einen Jungen und seine Großmutter, über Kultur, Literatur, Erwachsenwerdung, Vergangenheitsbewältigung, Verdrängung, über Überlegen und Überleben... Großartig geschrieben und wirklich fesselnd, dieses Eintauchen in zwei Parallelwelten der (Zeit)geschichte.

Ich schließe mit einigen Ausschnitten aus den ersten Buchseiten:

Ich war noch ein Kind, da ahnte ich, daß dieses eigentümliche Lächeln einen sonderbaren kleinen Sieg für jede Frau darstellte. Ja, eine kurzzeitige Revanche für die enttäuschten Hoffnungen, die Grobheit der Männer, die Seltenheit des Wahren und Schönen im Leben. Wäre ich damals imstande gewesen, es auszudrücken, ich hätte diese Art zu lächeln "weiblich" genannt... Doch zu jener Zeit haftete meine Sprache noch zu sehr an Gegenständen. Ich begnügte mich damit, in unseren Photoalben die Gesichter der Frauen zu erforschen und das Aufleuchten der Schönheit in einigen von ihnen zu entdecken.
Diese Frauen wußten alle, was sie tun mußten, um schön zu sein, nämlich, kurz bevor das Blitzlicht sie blendete, jene geheimnisvolle französische Silbenfolge sprechen, deren Sinn nur wenige kannten: "pe-tite-pomme..." Statt sich in heiterer Verzückung oder ängstlicher Verkrampfung zu verziehen, rundete sich der Mund anmutig wie durch ein Wunder. Das ganze Gesicht war wie verwandelt. Die Brauen wölbten sich leicht, die Wangen dehnten sich. Man sagte "petite pomme", und ein Hauch von träumerischer Abwesenheit verschleierte den Blick, ließ die Gesichtszüge edler erscheinen, tauchte die Aufnahme in das gedämpfte Licht verflossener Tage.

(...)

In diese endlose Reihe von Blicken und Gesichtern drängte sich gelegentlich das Bild einer Frau mit ebenmäßigen, feinen Gesichtszügen und großen grauen Augen. 
(...)
Aber diese Frau, eine in der verschneiten, unermeßlich weiten Landschaft Rußlands verlorene Französin, hatte ihnen das Zauberwort beigebracht, das schön machte. Meine Großmutter mütterlicherseits... Sie war zu Beginn des Jahrhunderts in Frankreich geboren worden als Kind von Norbert und Albertine Lemonnier. Das Geheimnis des "petite pomme" war wahrscheinlich die allererste Legende, die unsere Kindheit bezauberte. Und sicher lieferte sie die ersten Worte aus jener Sprache, die meine Mutter scherzhaft meine "Großmuttersprache" nannte.

(...) Eines Tages fiel mir ein Photo in die Hände, das ich nicht hätte sehen sollen... (...)


Wer wissen möchte, wie die Geschichte weiter geht und  das Buch gerne lesen möchte, kann hier einen Kommentar hinterlassen und im Tausch dafür ein weiteres Buch besprechen und ebenfalls zur Weitergabe anbieten.

Das Los entscheidet über die Vergabe bei Mehrfachmeldungen.

(Dieser Beitrag erscheint heute auch bei Kirschenzeit. Kommentare für den Büchertausch bitte dann aber hier bei den Fredissimas posten.)

Es winkt
Eure Cherry

Montag, 4. Januar 2016

HERZ AM MONTAG NR. 101 - Büchertauschverlosung

Vorige Woche habe ich Euch den Roman ICH UND DIE MENSCHEN von Matt Haig vorgestellt.
Mittlerweile habe ich ihn fertig gelesen - so viel kann ich Euch verraten, es ist ein Buch, das ich gerne auch noch ein, zwei, ein paar weitere Male lesen möchte.

Ihr kennt das sicher, Bücher, die man sich selbst einteilt - noch mal lesen oder weg damit. (Es soll angeblich *zwinker* Menschen geben, die sich von den allermeisten ohne weiteres trennen können.)
Ich habe da noch mehr Differenzierungen. Es gibt z.B. Bücher, die sind zwar echt schön, aber insgeheim weiß ich, ich lese sie kein zweites Mal (und behalte sie trotzdem) und Bücher, die so atemberaubend waren, dass ich richtiggehend enttäuscht bin, weil sie doch irgendwann einmal (überraschenderweise) eine letzte Seite haben (behalte ich selbstverständlich). Es gibt sogar welche, die ich NICHT fertig lese. Das ist für mich tatsächlich etwas Besonderes, ich finde, dass jede kleine Gedankenwelt eine Chance verdient hat, na ja, fast jede, manche sind tatsächlich meine Zeit nicht wert.

Aber ich schweife ein bisschen ab, eigentlich möchte ich bekannt geben, wer meinen Roman erhält.
Hiezu habe ich mein ganz persönliches Glücksschweinchen in die Lostopfarena mit den Namenskärtchen gestellt und geschaut, was passiert.

Rüssel war ein wenig überfordert und wusste mit den Kärtchen, nicht viel anzufangen.

Es war recht dankbar, als ich die verantwortungsvolle Aufgabe erklärt habe und wollte bei der Schnüffelziehung verständlicherweise unbeobachtet sein.

*GRUNZ* Ich durfte wieder schauen und siehe da, die Gewinnerin war...

HERZLICHE GRATULATION und viel Vergnügen beim Lesen :o)
Ich bin schon auf Deine Büchervorstellung gespannt.

Habt eine wunderbare Woche,
das wünscht Euch Euer Gartenpflänzchen (❀‿❀)




Dienstag, 29. Dezember 2015

BÜCHERTAUSCH Nr. 18 - Ich und die Menschen

Es ist wieder mal SCHLEUNIGST an der Zeit, ein gutes Buch zu tauschen! Schließlich ist es schon *murmel* über *räusper* ein *hüstel* Jahr *auf normallaut umstellt* her, dass wir diese Fredissimarubrik zuletzt (klickst Du -> HIER) belebt haben.

Na ja, der Zeitpunkt ist vielleicht so kurz nach Weihnachten nicht sooo günstig, haben wir doch wahrscheinlich eh ein, zwei (oder mehr) Bücher unter unserem Weihnachtsbaum gefunden und zum Auslesen (höchstwahrscheinlich) noch gar keine Zeit gehabt.
So jedenfalls war und ist es bei mir.

ABER, BÜCHER KANN MAN NIE GENUG HABEN!

Das Werk, das ich Euch heute ans Herz legen möchte, habe ich auch heuer als Weihnachtsgeschenk von meinem Pflänzchenmännchen bekommen...und noch NICHT ausgelesen.
Nichtsdestotrotz möchte ich Euch diesen Roman gerne vorstellen:

Er ist 2014 im dtv-Verlag erschienen, heißt im englischen Original "The Humans" und auf deutsch

Matt Haig, 1975 in Sheffield geboren und Autor mehrerer mit Preisen ausgezeichneter Romane und Kinderbücher, hat den mittlerweile internationalen Bestseller geschrieben.

Laut Umschlagtext "...geht es in diesem Buch darum, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Mit anderen Worten: in diesem Buch geht es um dich. Um all das Katastrophale, Sterbliche, Wunderbare, das dich ausmacht...."
Es soll u.a. "...lustig, philosophisch und romantisch..." sein und "...ein Roman mit einem ganz großen Herzen...".

Die ersten 99 Seiten habe ich nun schon gelesen und finde es bis jetzt sehr witzig und spannend.
Ein Außerirdischer wird entsandt, um in das Leben eines Uniprofessors, der DAS Problem der Mathematik gelöst hat, zu schlüpfen. Sein Auftrag ist es, den Fortschritt der Menschheit zu verhindern, indem er alles und alle, die von dieser mathematischen Lösung wissen, auslöschen sollte. Er ist von allem, was uns ausmacht, angewidert und kann nichts nachvollziehen, was uns Menschen "wichtig" erscheint.
Über unsere Sprache und Schrift kann er sich nur wundern.

"...Wie ich jetzt weiß, müssen die Menschen Bücher lesen. Sie müssen sich buchstäblich hinsetzen und ein Wort nach dem anderen lesen. Das kostet Zeit. Viel Zeit. Ein Mensch kann sich nicht mehrere  Bände auf einmal zuführen oder in wenigen Sekunden fast unendliches Wissen einverleiben. Er kann sich nicht einfach eine Wortkapsel mit einem neu erschienenen Buch in den Mund schieben wie wir. Man stelle sich das vor! Nicht nur sterblich zu sein, sondern auch noch gezwungen, einen Teil der wertvollen begrenzten Zeit auf Erden mit Lesen zu verbringen. Kein Wunder, dass die Menschen eine primitive Spezies waren. Kaum hatten sie annähernd genug Bücher gelesen, um mit dem erworbenen Wissen irgendetwas anfangen zu können, waren sie schon tot..."

Schön langsam macht er allerdings nähere Bekanntschaften und kann sogar positive Seiten an "uns" entdecken. Laut Buchrückentext stellt er sich die Frage: "...kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein?..."

Meinem Pflänzchenmännchen hat es besonders gut gefallen, weil es, seiner Meinung nach, eine Riesenerklärung an die Liebe ist und warum die Liebe das Leben lebenswert macht.

Ich bin schon SEHR neugierig, wie es weitergeht! Ihr auch?

Mit den besten literarischen Grüßen
einer primitiven Spezies namens Gartenpflänzchen (-‿❀)

Wenn Ihr Euch für dieses Buch interessiert, dann lest hier weiter.
Fredissimabüchertausch funktioniert so:

1. Jemand stellt ein Buch vor (heute war das ich).
2. Eine Leserin/ein Leser, die/der sich für dieses vorgestellte Buch interessiert, hinterlässt im Kommentarfeld den Wunsch, dieses zu bekommen.
3. Sie/er erhält dieses Buch frei Haus und gratis.
4. Im Tausch dafür schreibt sie/er hier bei uns einen (Gast-)Blogbeitrag, also die nächste Buchvorstellung.





Donnerstag, 17. Juli 2014

BÜCHERTAUSCH

Da ich beim letzten Büchertausch die glückliche Siegerin „straaahlt“ war und das wunderbare Buch MALIBU von dem niederländischen Autor LEON DE WINTER lesen durfte (und es ist so etwas von lesenswert; ich habe es in zwei Nächten verschlungen und werde es noch einmal in mein Urlaubsgepäck packen), darf ich heute – tädääääääää – einen Gastblog bei den zauberhaften Fredissimas schreiben und meinerseits einen Büchertausch vorschlagen.

Und das funktioniert folgendermaßen:

  1. Ich stelle (hier und heute) ein Buch vor.
  2. Ein Leser oder eine Leserin, der sich für das Buch interessiert, hinterlässt im Kommentarfeld den Wunsch, das Buch zu bekommen.
  3. Im Tausch dafür macht er die nächste Büchertauschrunde und schreibt hier einen (Gast-)Blogbeitrag (Buchvorstellung).
  4. Das vorgestellte Buch wird dann auch wieder verschenkt und der Beschenkte ... also... ich brauche das jetzt nicht weiter zu vertiefen oder???? Ihr habt's kapiert.
Ja, dann lege ich doch mal los.

Das Buch, das ich euch ans Herz legen möchte, ist ein Kriminalroman. Aaaaber nicht irgendeiner, nö, ein Lokalkrimi aus dem wundervollen Münsterland, geschrieben von der Elfe höchstpersönlich.

*vollstolzist*

Angefangen hat das ganze vor ca zwei Jahren als das Elfchen ihrem Leben einen weiteren Sinn geben wollte :) und siehe da, flugs mutierte sie zum Elfenzahn so nach dem Motto „Leichen pflastern ihren Weg“ und irgendwann vollendete sie ihr Erstlingswerk.

Große Schwierigkeiten überwindend, hat sie nach endlosem Suche  einen Verlag gefunden und Ende Mai diesen Jahres ist es nun endlich erschienen.
Natürlich möchte ich es euch nicht vorenthalten...
In einem beschaulichen Dörfchen vor den Toren Münsters lebt es sich gut. (Glauben die Menschen zumindest, hehe). Bis eines Tages Hans Schmitz, der gute Geist der katholischen Pfarrgemeinde auf Nimmerwiedersehen spurlos verschwindet.
Der sympathische Kommissar Becker und seine etwas schüchterne Assistentin Mechtild machen sich auf die Suche, tappen lange im Dunklen bis sie zum Schluss das Grauen entdecken.
Ich habe das Buch geschrieben, um Menschen zu unterhalten, um zu zeigen, dass auch Elfen ihre düsteren Seiten und viel Phantasie haben.

Also, wenn ihr Lust habt, die Geheimnisse eines kleinen Dorfes zu entdecken, dann aber mal ran an die Tasten.

Kommentiert, was das Zeug hält.

Bei mehreren Interessenten entscheidet das Los!
Damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst, gibt’s hier eine Leseprobe


Viel Spaß damit wünscht euch Eure Krimi-Elfe von Elfenzaubereien

*heftigindieRundewinkt*

Montag, 2. Juni 2014

Herz am Montag Nr. 18 / Büchertauschherz

Es ist mal wieder an der Zeit, einen Büchertausch ins Leben zu rufen.

Das funktioniert wie folgt.
1. Ich stelle (hier und heute) ein Buch vor.
2. Ein Leser oder eine Leserin, der sich für das Buch interessiert, hinterlässt im Kommentarfeld den Wunsch, das Buch zu bekommen.
3. Im Tausch dafür macht er die nächste Büchertauschrunde und schreibt hier bei uns einen (Gast-)Blogbeitrag (Buchvorstellung).
4. Das vorgestellte Buch wird dann auch wieder verschenkt und der Beschenkte ... also... ich brauche das jetzt nicht weiter zu vertiefen oder???? Ihr habt's kapiert...

Und da das heutige Thema HERZ AM MONTAG ist, befasst sich mein Buch ganz zentral mit dem Thema HERZ.

Das Buch, das ich euch ans Herz legen möchte, heißt MALIBU und wurde von dem bekannten niederländischen Autor LEON DE WINTER geschrieben (hier in deutscher Übersetzung, übrigens eine Spende von Frau Lahja.. Dankeschön!).

Der rote Faden im Buch bildet das HERZ der Tochter des Protagonisten. Sie kommt an ihrem 17. Geburtstag in einem Unfall ums Leben und der Vater stimmt zu, dass das Herz seiner Tochter als Spenderherz entnommen werden darf. Ihm plagen aber Schuldgefühle um die Todesursache und somit kommt er nicht mit sich und mit ihrem Tod ins Reine... Er weiß, dass irgendwo noch ein Teil seiner Tochter existiert und er ist der Meinung, dass ein Herz - ein Spenderherz - vielleicht sogar die Seele eines Menschen weiter in sich trägt. Deshalb macht er sich auf die Suche nach dem Herzempfänger oder nach der -empfängerin, denn er will wissen, ob er seine Tochter dann wieder erkennt.

Diese Geschichte wird von politischen Geschehnissen im jüdischen Milieu umrandet, religiöse Denkrichtungen werden angerissen und verständlich gemacht, aber auch die eigene Familiengeschichte der Hauptfigur (des Vaters) spielt eine wichtige Rolle in seinem persönlichen Zusammenspiel von Schuldgefühl und Handlungsrichtigkeit. Es ist interessant, zu realisieren, dass alles, was passiert, auch Konsequenzen hat und immer mitentscheidet, was danach im Leben passiert. Nichts bleibt folgenlos. Egal, ob man tatenlos bleibt oder ins Geschehen eingreift. Es hat immer Auswirkungen... Das muss natürlich nicht immer so drastisch sein, wie der Tod eines jungen Menschen... Aber es sorgt schon dafür, dass man sich Gedanken über das eigene Handeln macht.

Ich finde das Buch wirklich lesenswert. Es ist sehr unterhaltsam geschrieben, richtig spannend und interessant. Es sind viele überraschende Wendungen im Buch, die aber nicht gekünstelt rüberkommen und bis zum Schluss hält es die Spannung.

Also? Wer möchte die Geschichte lesen?

Falls Mehrfachmeldungen kommen (Zeit dafür habt ihr bis zum nächsten Montagsherz), dann entscheidet das Los...


Es winkt
Eure Cherry
von Cherry Bomb und Kirschblüten-Tsunami



Freitag, 20. Dezember 2013

Freitagsfisch meets Büchertausch

Wenn andere Menschen ihre Wohnungen aufräumen /ausmisten/entrümpeln, dann hat man manchmal Glück... Entweder stehen dann auf der Straße  als Einladung, den Büchervorrat zu erweitern, Bücherkisten mit Zum-Verschenken-Zettelchen zur Verfügung oder eben manchmal äußert die eine oder andere Fredissima in der privaten Gruppe FENSTERDEKO (Diskretfred des öffentlichen Fensterdekofreds bei Dawanda) den Wunsch nach ein paar Meter Regalfreiheit und verschenkt Lesestoff.

So konnte ich dieses Buch ergattern. Ich bin kein Bücherkaufmensch. Erstens habe ich kein Platz für Bücher in meiner 1-(und-kein-Stau)raum-Wohnung, zweitens wenn ich dann mal ein Buch kaufe oder geschenkt bekomme ist es meist englisch- oder niederländischsprachig und eignet sich daher nicht (oder wenig) für die Büchertauschaktion, die die Fredissimas in unregelmäßigen Abständen veranstalten.

Bei diesem besagten Büchertausch stellt Person 1 ein Buch vor, das an Person 2 verschenkt wird, wenn Person 2 sich dazu bereit erklärt, die kommende Buchbesprechung mit einem Buch zu übernehmen für Person 3, die dann die nächste Buchbesprechung übernimmt usw.... Eine Büchertauschpolonaise entsteht dann quasi... hehe...

Nun bin ich beim Lesen des geschenkten Buches (besten Dank an Frollein Diva !) namens EIN ENGLÄNDER IN PARIS von STEPHEN CLARKE auf eine Fischpassage gestoßen, die sich anbietet, den Freitagsfisch mit dem Büchertauschbeitrag zu kombinieren. Somit möchte ich die Möglichkeit, andere Personen als Gastschreiber/innen für den Fredissimas-Blog zu ködern, ausnutzen...

Das Buch eignet sich als unanstrengende Bettlektüre (keine Albträume zu  befürchten) sowie als Wartezeitüberbrücker beim Arzt, in der Postschlange oder für die U-Bahnfahrt. Es bietet einen guten Einblick in den französischen Gesellschaftsumgang durch die Augen eines Engländers erzählt. Anfangs fand ich das Buch etwas einfach gestrickt und stereotyp, vor allem als es um die zahlreichen sexuellen Abenteuern des Endzwanzigers ging. Aber setzt man sich über diese Einzelheiten hinweg, dann entwickelt sich das Buch zur witzigen Auseinandersetzung eines Engländers mit den sprachlichen, kulturellen und politischen Differenzen zweier Nationalitäten, die mit viel Selbstreflexion, Selbstironie und Integrationswille aufgezeigt werden, denn ich muss zugeben: Es ist sehr unterhaltsam geschrieben. Der Protagonist nimmt am Ende der Geschichte das Beste aus beiden Welten für sich in Anspruch und hinterlässt das Gefühl, ein Buch, das anfangs alltäglich und banal wirkte, doch Tiefgang und Inhalt verliehen zu haben.

Und als Leseprobe lasse ich euch zum Verkosten folgenden Freitagsfisch da:

Coluche hätte sich was Lustiges für meinen ersten 1. April in Frankreich ausgedacht. Den Franzosen fällt nämlich in der Regel nichts Witzigeres ein, als sich gegenseitig Fische auf den Rücken zu pappen. Keine echten natürlich - ein zappelnder Steinbutt oder eine fiese Makrele, das wäre ja wenigstens noch komisch.
Ich saß am Fenster des Schwulencafés bei mir um die Ecke (am Vormittag konnte man es von einem Heterocafé nur dadurch unterscheiden, daß in den Geschichtern der Kellner noch Spuren der Schminke vom Vorabend waren). Draußen beobachtete ich ein paar sich balgende Schulkinder, die einander grob aus Papier ausgeschnittene Fische an den Anorak zu kleben versuchten.
"Warum Fische?", fragte ich den Kellner, als er mir die gewünschte Zeitung brachte.
"Pourquoi pas?" meinte er bloß. Und hatte damit gar nicht so unrecht. Alles in Frankreich ist schließlich zentralisiert - warum nicht auch Aprilscherze?
Die französischen Zeitungen versuchen gerne, ihre Leser mit Scherzartikeln in den April zu schicken. Aber auch in denen geht es meistens bloß um Fische. Als ich also die Schlagzeile las, die einen Journalistenstreik ankündigten, konnte ich mir beinahe sicher sein, daß das kein Aprilscherz war.
Die Journalisten legten die Arbeit nieder, weil ihnen die Kampagne für die bevorstehenden Kommunalwahlen zu langweilig schien. Das konnte ich nachvollziehen. Jetzt, da der Irakkrieg so gut wie gelaufen und eigentlich schon halb vergessen war, mußte es ihnen richtig öde vorkommen, darüber zu berichten, wer die Macht in Camembertville-sur-Merde (Einwohner: drei Ziegen und eine Alte mit Damenbart) erringen wollte. Aber immerhin stand bei diesen Kommunalwahlen noch mehr auf dem Spiel als das übliche Geplänkel, welche Partei das meiste Geld für Kinderspielplätze verpulvern will. 


Wer nimmt die Herausforderung an, möchte das Buch zugeschickt bekommen und macht die nächste Buchbesprechung im Tausch dafür? Dann einfach über die Kommentarfunktion hier unter dem Beitrag eine Meldung hinterlassen. Ich finde Sie dann schon... *droht*...

Mehr Freitagsfische gibt es wie jeden Freitag bei Andiva.

Es winkt
Eure Cherry von Cherry Bomb und Kirschblüten-Tsunami


Sonntag, 29. September 2013

Büchertausch Nummer 14

 Soooo ein schönes Buch habe ich beim letzten Mal ertauscht- vielen Dank nocheinmal an das Gartenpflänzchen- und jetzt habe ich vielleicht auch mal wieder ein schönes Buch für euch...?

Es heißt:

"Spiel mit mir,Sprich mit mir" 

und wurde geschrieben von einer Lehrerin an unserer Schule: Christel Dhom






Das  Buch beinhaltet sowohl theoretische Grundlagen im Hinblick auf die sprachliche Entwicklung des Kindes, Fingerspiele, Lieder, Anleitungen zum Herstellen von Märchenwollefiguren als auch Beschreibungen für den Aufbau und Ablauf eines Puppentheaters bzw. Puppenspiels. Als Ergänzung und zum besseren Verständnis sind dem Text zahlreiche Fotos und Zeichnungen beigefügt. Insbesondere Eltern und Erzieher, die die ersten Sprachvorbilder der Kinder sind, sollen durch dieses Buch Anregungen bekommen, um ihre Kinder beim Spracherwerb unterstützen zu können.
Ok, die meisten von euch haben nicht mehr soooo kleine Kinder, aber das Buch ist wirklich toll und ich habe dabei an die Filzerinnen unter euch gedacht, weil da wirklich tolle Geschichten und Anleitungen drin stehen.
Wer schreit hier ich will und möchte dieses tolle Buch???
Auch wenn ich nicht oft etwas hier beitrage, weil einfach meine Zeit nicht reicht, husche ich immer mal vorbei und freue mich etwas von euch zu hören oder zu lesen
Eure Grit von
Hand-Werks-Art

Dienstag, 13. August 2013

DIENSTAGSMISCHMASCH



Ich wollte mal ausprobieren, was passiert, wenn ich die Rubriken "Fruchtiger Dienstag" mit "Büchertausch" zusammenmixe. TADAAAAA! Hier ist das famose Ergebnis:

Meine Lieben, heute lege ich Euch ein besonderes Buch mit dem Namen GRENZENLOS KOCHEN - Ein Ort schaut über den Tellerrand" ans Herz. Diesmal ist es kein Roman sondern, Ihr habt es schon erraten, ein Kochbuch...und eigentlich ein bisschen VIEL mehr!


Hier findet man viele verschiedene Rezepte von fast überall aus der Welt, aber auch couragierte und engagierte Menschen, für die Integration etwas Lebendiges und ganz Normales ist.

Am Anfang (2002) stand die Idee von vier neu in die Marktgemeinde St. Andrä-Wördern (Niederösterreich) zugezogenen Migrantenfamilien, die anderen MitbürgerInnen kennenlernen zu wollen.
Und wie kommen am besten die Leut’ z’samm? Genau, beim Essen!

Also beschloss man (mit Hilfe des Bürgermeisters), einen Kochabend zu organisieren. „Jeder kocht ein Rezept aus seiner Heimat, schaut dem anderen über die Schulter, kostet und plaudert!“, so war es geplant und so hat es auch geklappt.
Bald wurde jeden Monat gemeinsam Essen zubereitet (der Verein „Grenzenlos Kochen“ formierte sich) und mit der Zeit entstanden weitere Projekte wie Grenzenlos Deutsch, Fußball, Integration, Literatur, Werkstatt und vieles mehr, vor allem auch mit und für die im ÖJAB Wohnheim lebenden AsylbewerberInnen.

Über einiges davon könnt Ihr Euch auf diesen Seiten informieren und die wunderschönen und ausdrucksstarken Bilder auf Euch wirken lassen.


In den letzten 11 Jahren ist viel Positives geschehen und gemeinsam gekocht wird immer noch - die Rezepte kann man in mittlerweile drei Kochbüchern und zwei Jahreskalendern nachlesen.

Natürlich möchte ich Euch ein paar Vor-, Haupt- und Nachspeisentitel nicht vorenthalten:
Warmer Schafkäse im Dattelmantel (Österreich/Frankreich/Griechenland)
Karottensuppe – indisch gewürzt (Österreich/Indien)
Piroggen (Österreich/Russland)
Yassa (Mali)
Pastel de papas (El Salvador)
Kekstorte (Türkei)
Cranachan (Schottland)

Hier findet bestimmt jeder ein paar Sachen, die ihm das Wasser im Mund zusammenrinnen lassen – bei MIR funktioniert’s IMMER ;o)

Und spätestens mit den Worten der „Süddeutschen Zeitung“(!): „Der Duft der internationalen Küche eines Dorfes macht ganz Österreich Appetit.“, gelüstet Euch hoffentlich nun allen nach diesem Buch!

Wenn Ihr mich jetzt fragt: "Alles schön und gut, aber wo bleibt das Fruchtige?", kann ich umgehend mit: "Ätsch, auf Seite 31 gibt's ein Früchterezept aus dem Schlaraffenland!", antworten.

Alles Liebe,
Euer Gartenpflänzchen *sich nun einen gemischten Salat mit Blüten der Saison von S. 56 schnippselt*



Montag, 8. April 2013

Büchertausch Nr. 10: Jonathan Safran Foer - Extrem laut und unglaublich nah


Hi, Freundinnen des Lesens und dieses Blogs!

Diesmal stelle ich Euch ein Buch des amerikanischen Schriftstellers Jonathan Safran FOER mit dem tollen Titel „EXTREM LAUT UND UNGLAUBLICH NAH“ vor.
Es ist diesmal nicht so leicht und kurzweilig wie mein letztes („Die Bibel nach Biff“) und trotzdem eines, das ich Euch unglaublich gern und extrem eindringlich ans Herz legen möchte!

In dieser Geschichte geht es vor allem um den zehnjährigen Oskar Schell, dessen über alles geliebter Vater am 11. September im World Trade Center ums Leben gekommen ist und wie er versucht, damit umzugehen.
Anfangs habe ich mir schwer getan, die altkluge und überbordende Gedankenwelt des kleinen Jungen nachzuvollziehen. Aber ich musste nur die Logik und Rationalität meiner eigenen Welt wegstellten und mich auf seine einlassen, dann war die Sache klar: „Ich begleite Dich, Oskar!“

Aber auch die bewegende Lebens- und seltsame Liebesgeschichte der durch die Bombenabwürfe im 2. Weltkrieg auf Dresden traumatisierten Großeltern nimmt einen großen Platz in diesem Roman ein.
Absolut faszinierend fand ich dabei, wie der Autor die Stummheit des Großvaters umsetzt.

Ich habe während des Lesens geschmunzelt, gelacht, geliebt, gestaunt, (mit)gelitten und hin und wieder geweint.....es hat mich sehr aufgewühlt und trotz allem mit einem Lächeln in mein eigenes Leben entlassen.

Entweder man liebt dieses Buch von ganzem Herzen oder man kommt damit überhaupt nicht zurecht - ein durchschnittliches Buch ist es jedenfalls auf keinen Fall. Es ist auch Dank der einzigartigen Stilmittel (Fotos, handschriftliche Notizen, Farben,..) in meinen Top 10!
Ich liebe es :D

Hier noch ein paar offizielle Daten:
Titel der Originalausgabe: „Extremely loud and incredibly close“
auf Deutsch 2005 im Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, rausgekommen
ISBN: 3-462-03607-6

Wer es haben will, muss sich -wie gehabt- nur melden und versprechen, ein Buch zur Verfügung zu stellen und es uns schmackhaft zu beschreiben (vielleicht ein bisserl schneller als ich *geräuschvoll räusper*).

....worauf wartet Ihr noch? Ach so, eine kleine Kostprobe wäre Euch genehm! Na, bitteschön:

„...Bisher bin ich nur zwei Mal mit einer Limousine gefahren. Beim ersten Mal war es schrecklich, obwohl die Limousine große Klasse war. Ich darf weder zu Hause noch in einer Limousine Fernsehen gucken, aber ich fand es trotzdem super, dass ein Fernseher im Auto war. Ich wäre total gern an der Schule vorbeigefahren, damit mich Toothpaste und TheMinch in einer Limousine gesehen hätten, aber Mom meinte, die Schule läge nicht auf dem Weg, und wir dürften nicht zu spät zum Friedhof kommen. „Warum nicht?“, fragte ich, und das hielt ich für eine klasse Frage, denn wenn man genauer darüber nachdenkt, warum nicht? Inzwischen ist es anders, aber früher war ich Atheist, und das bedeutet, dass ich nur an Dinge geglaubt habe, die ich auch sehen konnte. Ich habe geglaubt, wenn man tot ist, ist man tot und fühlt nichts mehr und träumt auch nichts mehr. Es ist auch nicht so, dass ich jetzt an etwas glauben würde, das ich nicht sehen kann, bestimmt nicht. Inzwischen glaube ich eher, dass alles unglaublich kompliziert ist. Und im Übrigen haben wir Dad auch gar nicht wirklich beerdigt.
     Obwohl ich mich ziemlich zusammenriss, fand ich es nervig, dass Oma mich immer wieder betatschte, und deshalb kletterte ich auf den Beifahrersitz und tippte dem Fahrer auf die Schulter, bis er endlich auf mich aufmerksam wurde. „Wie. Lautet. Ihre. Benennung.“, fragte ich mit meiner Stephen-Hawking-Stimme. „Wie bitte?“ „Er möchte wissen, wie Sie heißen“, sagte Oma von hinten. Er gab mir seine Karte. Ich gab ihm meine Karte und sagte: „Sei. Gegrüßt. Gerald. Ich. Bin. Oskar.“ Er fragte mich, warum ich so rede. Ich erwiderte: „Oskars CPU ist ein Neural Net Processor. Ein lernfähiger Computer. Je mehr Kontakt er mit Menschen hat, desto mehr lernt er.“ Gerald sagte: „O“, und dann sagte er: „K.“ Weil ich nicht genau wusste, ob er mich mochte, sagte ich: „Ihre Sonnenbrille ist große Klasse.“ Er sagte: „Zweite Wahl, glaube ich.“ „Kennen Sie viele Schimpfwörter?“ „Ein paar schon.“ „Ich darf keine Schimpfwörter benutzen.“ „Ist ja die Härte.“ „Was bedeutet ,Ist ja die Härte‘?“ „Nichts Gutes.“ „Kennen Sie ,Scheiße‘?“ „Auch ein Schimpfwort, oder“? „Nicht, wenn Sie stattdessen ,Scheibenkleister‘ sagen.“ „Dann wohl nicht.“ „Schleckopeck mich am Balzacarsch, du Scheibenkleister.“ Gerald schüttelte den Kopf und lachte, aber nicht auf die fiese Art, das heißt, er lachte mich nicht aus. „Ich darf nicht einmal ,Muschi‘ sagen“, erzählte ich ihm, „es sei denn, ich meine meine Katze. Sie haben coole Autohandschuhe.“ „Danke.“ Dann fiel mir etwas ein, und ich musste es sofort loswerden: „Wenn Limousinen superlang wären, bräuchten sie überhaupt keinen Fahrer. Man könnte einfach hinten einsteigen, durch die Limousine gehen und vorne aussteigen, und dann wäre man am Ziel. Was in diesem Fall heißen würde, dass der Fahrersitz auf dem Friedhof wäre.“ „Und ich jetzt das Spiel gucken könnte.“ Ich klopfte ihm auf die Schulter und sagte: „Wenn Sie im Wörterbuch ,urkomisch‘ nachschlagen, finden Sie da ein Bild von sich...“

Und? Neugierig? ;o)

Es grüßt Euch ganz lieb, s‘Gartenpflänzchen*

Sonntag, 13. Januar 2013

Büchertausch Nr.9- Charlotte MacLeod "...freu dich des Lebens"




Nachdem mein gruseliges Buch nun nicht die geneigte Leserschaft erreichte, bin ich auf die Knie gegangen, vor meinem Bücherregal, und hab mir den einen oder anderen Buchrücken durchgelesen. Dabei stieß ich auf dieses schöne Buch, und stelle euch das heute zum Tausch ein, weil ich wild rumgekichert hab!






Natürlich habe ich das Buch noch einmal gelesen. Mit einer schönen warmen Wolldecke, einer großen Kanne Tee und einer Schachtel belgischer Pralinen, hab ich es mir 4 Stunden gemütlich gemacht.






Dieses Buch ist geeignet, ein wenig die Welt zu vergessen. ist doch dieser nette kleine Krimi ein wenig Inspector Barneby, den ich sehr verehre und ein wenig Sherlock Holmes, wegen der doch recht überraschenden Wendung. Vielleicht aber war sie gar nicht so überraschend, weil ich schon lange aus dem Genre raus bin und mit dem Querdenken vielleicht nicht mehr so ganz fit bin....egal.

Worum geht es in dem Buch?

Eine schöne Truppe von skurrilen Professoren werden hier auf dem Campus des Agricultural College von der Schriftstellerin sehr fein beschrieben. Beschaulich, etwas schräg, aber nun noch nicht wirklich aufregendes, bis.....
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Er riß die Tür auf und war verblüfft, vor Professor Stott zu stehen, aber vor einem Stott, wie er ihn noch nie gesehen hatte. Stott war außer sich. Er packte Shandy am Bademantel, schüttelte ihn, bis er kaum noch Luft kriegte, und keuchte: "Sie ist weg!"
Natürlich galt Shandys erster Gedanke Helen."nein, nein,  Stott. Wir haben sie zurück. Sie ist oben und schläft."
"Stimmt gar nicht", sagte seine Frau hinter ihm. "Was ist los, Professor Stott? Wer ist verschwunden?"
"Belinda!" heulte er auf.
"Belinda? Meinen Sie ihr Schwein?"
"Ich meine Belinda von Balaclava!, schluchzte er fast. "meine preisgekrönte Sau, die Frucht von 30 Jahren Zuchtwahl, die Sau, in die ich alle Hoffnungen auf das perfekte Ferkel gesetzt hatte. Sie ist verschwunden!"
"Sie meinen, sie ist weggelaufen?"
"Sie ist natürlich nicht weggelaufen. Warum sollte sie weglaufen? Die Welt lag ihr zu Füßen. Und wie hätte sie auch laufen können? Sie wiegt 853 Pfund und soll in drei Wochen ferkeln. Sie ist entführt worden."
<<<<
 Lösegeldforderungen in Form von Sülze oder Kotelett werden dann natürlich dem armen Professor auf die Türschwelle gelegt, wo ich doch recht mißtrauisch wurde und an militante Vegetarier dachte. Und tatsächlich, gibt es auf dem Campus eine kleine Gruppe "Wachsamer Vegetarier" die ausgerechnet von der schönen rebellischen Tochter des Dekans angeführt werden----



Nun war ich also geneigt, wie Sherlock Holmes , schon meine eigenen Gedanken anzustrengen, was auf einen recht interessanten Fall schließen lässt. Es gab tatsächlich auch echte Entführung und einen echten Mord, aber ehrlich interessierte er mich nicht so, wie das entführte Schwein.
Nur nahm das kleine Buch dann so sehr Fahrt auf, dass ich nicht mehr die Zeit fand, selbst zu grübeln.....

Dieses Buch ist ein kleines bibliophiles Schätzchen und in der Kladde steht noch Printed in the German Democratic Republic. Die Autorin ist 1922 geboren und das zeigt uns auch ihre blumenreiche etwas unmoderne Sprache, die aber herzerfrischend rüberkommt.

Also, wer will?


Eure Kalle von lieblingspuppen und kallejasper

Ps. ich glaube die Spielregel lautet: Wer diese Büchlein haben möchte, schreibt das jetzt hier hin und verpflichtet sich aber im Gegenzug das nächste Buch zum Tausch vorzustellen.....

Dienstag, 20. November 2012

Büchertausch Nr. 6: Der Vorleser




Der Vorleser von Bernhard Schlink

Das Buch konnte ich von der ersten Seite an nicht mehr aus der Hand legen
....so sehr hat es mich, in seinen Bann gezogen ;-)))
Habe es auch bereits im Herausgeberjahr gekauft und gelesen, konnte mich bisher nicht von ihm trennen...
aber jetzt soll eine andere Person vom Inhalt gefesselt werden...hüstel!
Es wurde bereits schon verfilmt...aber die Phantsie, beim Lesen, ist unwiederbringlich interessanter und fesselnder...auch wenn man den Film schon gesehen haben sollte!!! *schwör* 

Der Vorleser ist ein Roman des deutschen Schriftstellers Bernhard Schlink aus dem Jahr 1995.
Im Vordergrund des dreiteiligen Romans steht anfangs die ungleiche erotische Beziehung des Ich-Erzählers Michael Berg zu der 21 Jahre älteren Hanna Schmitz. Im weiteren Verlauf konzentriert sich die rückblickende Erzählung des Juristen und Autors Schlink zunehmend auf ethische Fragen und den Umgang mit den Tätern des Holocaust in der Bundesrepublik der 1960er Jahre.
Das Buch wurde in 39 Sprachen übersetzt.[1] In den USA erschien es 1997 unter dem Titel The Reader und wurde zu einem Bestseller

Alsoooooo...ran an den BESTSELLER, Ihr werdet begeistert sein !!!
Meldet EUCH hier, bekommt es UMSONST -  gegen eine neue Buchvorstellung - umgehend
(mit einem kleinen + kostbaren Überraschungstütchen anbei) zugeschickt....hibbel...gibbel....ganzgeheimnisvolltut  ;-D

Eure
Angelnette

Samstag, 20. Oktober 2012

Büchertausch Nr. 5: Sofies Welt

Jostein Gaarder: Sofies Welt




Frau Pflänzchen hat mir den genialen Biff geschickt, und nun bin ich an der Reihe, ein Buch zum Tausch anzubieten. Diesmal laden wir auch Nicht-Fredissimas ein - wer das Buch gerne haben möchte, muss in der Folge selbst ein Buch anbieten und einen Blogbeitrag dazu schreiben.











"Die Geschichte der Philosophie als Krimi" - vorerst konnte ich mir nichts darunter vorstellen.  Aber schon bei der Inhaltsangabe wurde ich neugierig: manche Themen klangen recht ernsthaft, wie "... der Mensch ist zur Freiheit verurteilt", oder "... so werft ihn ins Feuer". Andere fand ich eher witzig, z.B. "... er wollte alle alten Materialien vom Bauplatz entfernen" - welche filosofische Frage steht wohl hinter diesem Ordnungswahn?




Mit einer gewissen Strenge waren offenbar mehrere der Philosophen (Philosophinnen kommen, meiner Erinnerung nach, nicht vor) geschlagen, wie auch die Titel "... ein peinlich genauer Mann der Ordnung ..." oder "... ich erlege mir selber eine strenge Zensur auf“ beweist. 



Und einige Titel regen die Fantasie an: „...nur so wirst du nicht durch den leeren Raum schweben“ (nein??? Wie dann?), oder „...das genialste Spielzeug der Welt“ (da würde wohl jede Fredissima ein anderes nennen). 




Das Buch ist gut und spannend zu lesen, nebenbei und ohne Anstrengung wird man auf einen Spaziergang durch die Geistesgeschichte eingeladen, so macht Wissen Spaß!

Also wer das Buch geschickt bekommen möchte, schreibt dies bitte in einem Kommentar!

Schönes Wochenende wünscht Ulla (Kontakt FilzGarten)



Donnerstag, 4. Oktober 2012

Büchertausch, die 4.: Christopher Moore - Die Bibel nach Biff



Lange genug hat es ja gedauert, aber nun bin ich endlich mit meinem Beitrag soweit. 
*TATATATAAAAAAA* Achtung, Büchtertausch, die 4. ...es geht weiter!

Nachdem es sooo viele beachtenswerte Bücher gibt, die ich sofort empfehlen könnte, war es sehr schwer, eines auszuwählen. Seufz! Aber es musste ja sein. Letztendlich habe ich einen Roman des wunderbaren, amerikanischen Autors CHRISTOPHER MOORE ausgesucht, der mich durch seine Intelligenz, Leichtigkeit und seinen hervorragenden Sprachwitz schon vor vielen Jahren davon überzeugt hat, ihn in meiner Top-Favoriten-Bücherliste aufzunehmen. 

„DIE BIBEL NACH BIFF
Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund“

heißt das gute Stück - der Titel ist schon sehr vielversprechend!

Das Leben des Jesus von Nazareth ist wohl allgemein bekannt...oder doch nicht? Leider haben die Apostel „vergessen“, uns über seine Kindheit und Pubertät zu berichten. 
Wer könnte dies besser unter den achtsamen Augen des Engels Raziel nachholen, als Levi alias Biff (allein die Herkunft seines Namens ist schon genial), sein Wegbegleiter von Kindheitstagen an? 
Seine Erinnerungen reichen bis zum Zeitpunkt, als sie 6-Jährige waren, zurück. Das Leben läuft recht normal für die Jungs - von kleinen Heilungen (des Schädelbruches eines Bruders, nachdem das kindliche Spiel „Steinigt die Ehebrecherin“ etwas aus dem Ruder gelaufen war) und ersten Lebenserweckungen toter Eidechsen einmal abgesehen. Im Alter von zehn Jahren müssen sie sich für einen Lehrberuf entscheiden. Sie schauen sich deshalb das schwere Handwerk der Steinmetzerei bei Biffs Vater an. 
Hier soll Euch der Autor selbst erzählen, wie das vor sich ging: 

.....„Alphäus“, rief Josua, „wird die Arbeit einfacher, wenn man erst weiß, wie es geht?“ „Deine Lungen verkleben vom Steinstaub, die Augen werden trübe von der Sonne und den kleinen Splittern, die der Meißel aufwirft. Du steckst deine Lebenskraft in steinerne Bauten für Römer, die dir dein Geld in Form von Steuern nehmen, um damit Soldaten zu ernähren, die dein Volk an Kreuze nageln, weil es frei sein will. Dein Rücken bricht, die Knochen knarren, deine Frau schreit dich an, und deine Kinder quälen dich mit offenen, bettelnden Mäulern wie gierige, kleine Vögel im Nest. Jeden Abend gehst du so müde und fertig ins Bett, dass du betest, der Herr möge den Todesengel schicken, dass er dich im Schlaf holt, damit du keinen neuen Morgen mehr erlebst. Es hat auch seine Schattenseiten. „Danke“, sagte Josua. Er sah mich an, zog eine Augenbraue in die Höhe. „Ich jedenfalls bin aufgeregt“, sagte ich. „Ich bin bereit, den Stein zu metzen. Tritt zurück, Josh, mein Meißel brennt. Das ganze Leben liegt vor uns wie ein einziger Basar, und ich kann es kaum erwarten, all die Köstlichkeiten zu kosten, die es dort geben mag.“ Josh neigte seinen Kopf wie ein verdutzter Hund. „Das habe ich der Antwort deines Vaters nicht entnommen.“ „Das nennt man Sarkasmus, Josh.“ „Sarkasmus?“ „Es kommt vom griechischen „sarkasmos“. Auf die Lippen beißen. Es bedeutet, dass man nicht wirklich sagt, was man meint, die Leute aber verstehen, worauf man hinaus will. Ich habe es erfunden. Bartholomäus hat dem Kind einen Namen gegeben.“ „Na, wenn der Dorftrottel dem Kind einen Namen gegeben hat, muss es wohl gut sein.“ „Na also, du hast es begriffen.“ „Was begriffen?“ „Sarkasmus.“ „Nein, es war mein Ernst.“ „Sicher doch.“ „Ist das Sarkasmus?“ „Ironie, glaube ich.“ „Wo ist der Unterschied?“ „Ich habe nicht den leisesten Schimmer.“ „Also bist du jetzt ironisch, ja?“ „Nein, ich weiß es wirklich nicht.“ „Vielleicht solltest du den Idioten fragen.“ „Jetzt hast du es begriffen.“ „Was?“ „Sarkasmus.“.....

Ja, die beiden haben noch viel zu lernen und das Leben hat noch viel vor mit ihnen. Vorbestimmt ist auch, dass man mit dreizehn verlobt wurde und mit vierzehn verheiratet. Aber wie lässt sich das mit Josuas Überzeugung, sich nicht mit Frauen einlassen zu dürfen, vereinbaren? 
Schnell kommen ihm Zweifel, ob dies nun wirklich sein Weg als Messias sein sollte und ob er denn überhaupt der Erlöser sei. Gemeinsam machen sie sich deshalb auf die Reise - der eine, weil er u.A. im Studium der unterschiedlichen Lehren der Weltreligionen Erleuchtung finden will, der andere, um seinen Kumpel zu beschützen und sich den praktischen und angenehmen Aspekten des Lebens zu widmen (so „opfert“ er sich selbstlos als es darum geht, den Heiland vor der fleischlichen Sünde in einer mit acht Huren bewerteten Herberge zu bewahren).
Wir lernen viel mit den Protagonisten, wer dafür verantwortlich ist, dass blond sein mit Dummheit gleichgesetzt wird, über die Sünde des Onan oder auch das Würgen des Pharisäers, auf wen die Gründung der Kaffeegeschmacksverfeinerung zurückzuführen ist, der Yeti kein Jude war, das Kamasutra ziemlich bekloppt beschrieben ist und was es mit Maria Magdalena wirklich auf sich hatte.
Das Ende der Reise kommt bestimmt. Ob es diesmal ein Happy End gibt?

Zugegeben, das Buch ist vielleicht erst auf dem zweiten Blick niveauvoll (dann dafür allerdings recht anspruchsvoll), ABER - bis auf manch matte Episode - sehr witzig und angenehm leicht zu lesen. Besonders gefällt mir der humoristische Zugang zu diesem religiösen Thema, denn Religion darf und kann auch lustig sein!

Falls mir dieses Taschenbuch sofort aus den Händen gerissen wird, seid nicht enttäuscht, es ist jederzeit auch käuflich erwerbbar:

DIE BIBEL NACH BIFF von CHRISTOPHER MOORE
Verlag: Goldmanns Taschenbücher, Band 54182
572 Seiten, ISBN-10: 3-442-54182-4,
Originaltitel: „Lamb: The Gospel According to Biff, Christ‘s Childhood Pal“
Erschienen: 01.12.2002


Zuletzt sei Euch der Segen des Autors beschieden:

Kommst du auf diese Seiten, weil du Zoten suchst, 
so mögest du sie finden.
Kommst du hierher um einer Kränkung willen,
so möge dich der Zorn ergreifen und dein Blut aufschäumen.
Kommst du auf der Suche nach Abenteuer,
so möge dir diese Geschichte glückselige Fluchten bereiten.
Kommst du, um deinen Glauben zu prüfen oder zu festigen,
mögest du wohlgefällige Schlüsse ziehen.
Jedes Buch offenbart Vollkommenheit durch das, 
was es ist, oder was es nicht ist.
Mögest du finden, was du suchst,
auf diesen Seiten oder andernorts. 
Mögest du Vollkommenheit finden
und sie als solche erkennen.

Und nun, Ihr lieben Blogleserinnen und -leser genug der Anpreisung, wer will, wer mag, wer hat noch nicht?


evi*