Schenke groß oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
So dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
So dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Dass dein Geschenk
Du selber bist.
Sei eingedenk,
Dass dein Geschenk
Du selber bist.
Joachim Ringelnatz (1883-1934)
Wie im letzten Jahr, fange ich mit meinem Lieblingsdichter an. Das sind aber auch die Worte, die mir des öfteren in den Sinn kommen.
Zum Beispiel, als diese Säcke auf dem Hof lagen.
Oh ein Geschenk!
Leider macht sich beim Öffnen Ernüchterung breit.
Sicher bin ich die Filzerin in dieser Gegend.
Sicher arbeite ich mit Schafwolle----
Was die Menschen, die sich Schafe anschaffen aber nicht wissen, ist die Arbeit, die sie mir mit ihrem geschenk auf den Hof warfen. Weil sie ihre Wolle nicht wegwerfen wollen und Die kann doch froh sein, wenn man ihr die Wolle schenkt---
Aha--
nun, dann schau doch mal her:
| die gewaschene Wolle wird zum Trocknen ausgelegt und immer wieder gewendet |
| hoffentlich spielt das Wetter mit----die Wolle trocknet sehr sehr langsam |
| die trockene saubere Wolle noch ungekämmt reicht diesmal für meine Zwecke |
Zu Guter Letzt hab ich doch aus der Wolle ein feines Geschenk gemacht---fürs Prinzesschen Sauerkrauthaar---zu Weihnachten.
| hier ist die Wolle als Mähne und im Inneren des Pferdchen und macht nun doch noch jemanden eine Freude----vielleicht----- |
Eines das ein wenig ist wie ich; Fröhlich, dick und eigenwillig----
Das hätte dem alten Ringelnatz gefallen.
