Posts mit dem Label Buchvorstellung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Buchvorstellung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 2. Juni 2014

Herz am Montag Nr. 18 / Büchertauschherz

Es ist mal wieder an der Zeit, einen Büchertausch ins Leben zu rufen.

Das funktioniert wie folgt.
1. Ich stelle (hier und heute) ein Buch vor.
2. Ein Leser oder eine Leserin, der sich für das Buch interessiert, hinterlässt im Kommentarfeld den Wunsch, das Buch zu bekommen.
3. Im Tausch dafür macht er die nächste Büchertauschrunde und schreibt hier bei uns einen (Gast-)Blogbeitrag (Buchvorstellung).
4. Das vorgestellte Buch wird dann auch wieder verschenkt und der Beschenkte ... also... ich brauche das jetzt nicht weiter zu vertiefen oder???? Ihr habt's kapiert...

Und da das heutige Thema HERZ AM MONTAG ist, befasst sich mein Buch ganz zentral mit dem Thema HERZ.

Das Buch, das ich euch ans Herz legen möchte, heißt MALIBU und wurde von dem bekannten niederländischen Autor LEON DE WINTER geschrieben (hier in deutscher Übersetzung, übrigens eine Spende von Frau Lahja.. Dankeschön!).

Der rote Faden im Buch bildet das HERZ der Tochter des Protagonisten. Sie kommt an ihrem 17. Geburtstag in einem Unfall ums Leben und der Vater stimmt zu, dass das Herz seiner Tochter als Spenderherz entnommen werden darf. Ihm plagen aber Schuldgefühle um die Todesursache und somit kommt er nicht mit sich und mit ihrem Tod ins Reine... Er weiß, dass irgendwo noch ein Teil seiner Tochter existiert und er ist der Meinung, dass ein Herz - ein Spenderherz - vielleicht sogar die Seele eines Menschen weiter in sich trägt. Deshalb macht er sich auf die Suche nach dem Herzempfänger oder nach der -empfängerin, denn er will wissen, ob er seine Tochter dann wieder erkennt.

Diese Geschichte wird von politischen Geschehnissen im jüdischen Milieu umrandet, religiöse Denkrichtungen werden angerissen und verständlich gemacht, aber auch die eigene Familiengeschichte der Hauptfigur (des Vaters) spielt eine wichtige Rolle in seinem persönlichen Zusammenspiel von Schuldgefühl und Handlungsrichtigkeit. Es ist interessant, zu realisieren, dass alles, was passiert, auch Konsequenzen hat und immer mitentscheidet, was danach im Leben passiert. Nichts bleibt folgenlos. Egal, ob man tatenlos bleibt oder ins Geschehen eingreift. Es hat immer Auswirkungen... Das muss natürlich nicht immer so drastisch sein, wie der Tod eines jungen Menschen... Aber es sorgt schon dafür, dass man sich Gedanken über das eigene Handeln macht.

Ich finde das Buch wirklich lesenswert. Es ist sehr unterhaltsam geschrieben, richtig spannend und interessant. Es sind viele überraschende Wendungen im Buch, die aber nicht gekünstelt rüberkommen und bis zum Schluss hält es die Spannung.

Also? Wer möchte die Geschichte lesen?

Falls Mehrfachmeldungen kommen (Zeit dafür habt ihr bis zum nächsten Montagsherz), dann entscheidet das Los...


Es winkt
Eure Cherry
von Cherry Bomb und Kirschblüten-Tsunami



Dienstag, 13. August 2013

DIENSTAGSMISCHMASCH



Ich wollte mal ausprobieren, was passiert, wenn ich die Rubriken "Fruchtiger Dienstag" mit "Büchertausch" zusammenmixe. TADAAAAA! Hier ist das famose Ergebnis:

Meine Lieben, heute lege ich Euch ein besonderes Buch mit dem Namen GRENZENLOS KOCHEN - Ein Ort schaut über den Tellerrand" ans Herz. Diesmal ist es kein Roman sondern, Ihr habt es schon erraten, ein Kochbuch...und eigentlich ein bisschen VIEL mehr!


Hier findet man viele verschiedene Rezepte von fast überall aus der Welt, aber auch couragierte und engagierte Menschen, für die Integration etwas Lebendiges und ganz Normales ist.

Am Anfang (2002) stand die Idee von vier neu in die Marktgemeinde St. Andrä-Wördern (Niederösterreich) zugezogenen Migrantenfamilien, die anderen MitbürgerInnen kennenlernen zu wollen.
Und wie kommen am besten die Leut’ z’samm? Genau, beim Essen!

Also beschloss man (mit Hilfe des Bürgermeisters), einen Kochabend zu organisieren. „Jeder kocht ein Rezept aus seiner Heimat, schaut dem anderen über die Schulter, kostet und plaudert!“, so war es geplant und so hat es auch geklappt.
Bald wurde jeden Monat gemeinsam Essen zubereitet (der Verein „Grenzenlos Kochen“ formierte sich) und mit der Zeit entstanden weitere Projekte wie Grenzenlos Deutsch, Fußball, Integration, Literatur, Werkstatt und vieles mehr, vor allem auch mit und für die im ÖJAB Wohnheim lebenden AsylbewerberInnen.

Über einiges davon könnt Ihr Euch auf diesen Seiten informieren und die wunderschönen und ausdrucksstarken Bilder auf Euch wirken lassen.


In den letzten 11 Jahren ist viel Positives geschehen und gemeinsam gekocht wird immer noch - die Rezepte kann man in mittlerweile drei Kochbüchern und zwei Jahreskalendern nachlesen.

Natürlich möchte ich Euch ein paar Vor-, Haupt- und Nachspeisentitel nicht vorenthalten:
Warmer Schafkäse im Dattelmantel (Österreich/Frankreich/Griechenland)
Karottensuppe – indisch gewürzt (Österreich/Indien)
Piroggen (Österreich/Russland)
Yassa (Mali)
Pastel de papas (El Salvador)
Kekstorte (Türkei)
Cranachan (Schottland)

Hier findet bestimmt jeder ein paar Sachen, die ihm das Wasser im Mund zusammenrinnen lassen – bei MIR funktioniert’s IMMER ;o)

Und spätestens mit den Worten der „Süddeutschen Zeitung“(!): „Der Duft der internationalen Küche eines Dorfes macht ganz Österreich Appetit.“, gelüstet Euch hoffentlich nun allen nach diesem Buch!

Wenn Ihr mich jetzt fragt: "Alles schön und gut, aber wo bleibt das Fruchtige?", kann ich umgehend mit: "Ätsch, auf Seite 31 gibt's ein Früchterezept aus dem Schlaraffenland!", antworten.

Alles Liebe,
Euer Gartenpflänzchen *sich nun einen gemischten Salat mit Blüten der Saison von S. 56 schnippselt*



Mittwoch, 28. November 2012

Büchertausch Nr. 8 : Sabine Thiesler Hexenkind

Ich gebe es unumwunden zu, ich steh nicht auf Thriller---weil es mich zu sehr gruselt---



Wenn es dann noch um einsame Häuser irgendwo in der Wallachei, oder wie hier, in der Toskana geht---nee nee, das ist nichts für mich.

Im Klappentext liest sich das so:

In einem einsam gelegenen alten Bauernhaus in der Toskana entdeckt ein Pilzesammler eine schrecklich zugerichtete Leiche. Sarah, der deutschen Frau des Trattoriabesitzers Romano, wurde die Kehle durchgeschnitten.
Dieser brutale Mord ist aber noch lange nicht das Ende des Unheils, das bereits vor 20 Jahren begann:
Sarah flieht zusammen mit Romano und ihrer kleinen , hochbegabten Tochter Elsa aus Berlin und aus einer Beziehung mit einem genialen, aber gewaltätigen Musiker. In Romanos Heimat, der Toskana, fangen sie ein neues Leben an und eröffnen eine Trattoria. Aber ihr Glück währt nur kurz, denn der gemeinsame Sohn Edi ist nach einem Unfall geistig behindert. Sarah kompensiert ihr Unglück, in dem sie Beziehungen zu verschiedenen Männern hat. Sie lebt ein gefährliches Leben und ahnt nicht, dass sie längst von der Vergangenheit eingeholt wird. Das Verhängnis, das damals in Berlin begann, steigert sich wie in einer klassischen Tragödie auch über Sarahs Tod hinaus bis zu einem bitterbösen Ende.....


Nee das ist nichts für mich---- es ist gut geschrieben, es liest sich flott---aber mir genügen die wenigen Augenblicke zum Luftholen nicht.

Für Freunde des Genres wahrscheinlich durchaus zu empfehlen---meine Bücher brauchen etwas weniger Blut und auch nicht diese unerträgliche latente Spannung, das verkraftet mein Herz nicht und noch mehr schlaflose Nächte, weil ich schon das Messerchen wetzen höre, brauche ich auch nicht---


Also, wer hat den Mut und schafft so ein Buch zu lesen??????

Eure Kalle von kallejasper und lieblingspuppen

Sonntag, 25. November 2012

Büchertausch Nr. 7: Herr Lehmann von Sven Regener


Buchbesprechung - Sven Regener: Herr Lehmann

Sven Regener kennen manche vielleicht als Sänger und Songtexter der Rockband Element of Crime  – „Herr Lehmann“ ist sein Debütroman, der laut Aussage des Autors bereits 1991 geschrieben wurde, aber erst 2001 erschien (sagt Wiki). Es gibt dazu auch ein Hörbuch, gesprochen vom Autor und einen Film (2003) von Leander Haußmann.

Der Roman spielt in Berlin Kreuzberg 1989, dem Jahr des Mauerfalls und schildert das Alltagsleben des Wahl-kreuzbergers Frank, den alle nur „Herr Lehmann“ rufen – das findet Frank zwar Scheiße, aber nicht so Scheiße wie den bevorstehenden dreißigsten Geburtstag. 30 Jahre alt werden ist Scheiße, denn dann beginnen auf einmal alle zu fragen, was man denn bitte schön anfangen wolle mit dem eigenen Leben. Denn dass jemand zufrieden damit ist, Kellner zu sein, ist in dieser Stadt, in der alle „eigentlich Künstler“ sind, nicht vorgesehen …Bisher hatte Lehmann alle Ansprüche von Eltern, Vermietern, Nachbarn und Frauen erfolgreich ausgesessen, lebte ungestört in seiner Eineinhalbzimmerwohnung und kellnerte ambitionslos vor sich hin. Doch auf einmal ist es vorbei mit dem schönen passiven Leben: die Eltern aus dem beschaulichen Bremen drohen ihren Besuch an,  er verliebt sich in die schöne Köchin Katrin, sein bester Freund Karl, der ihn immer aus allen misslichen Situationen rausgepaukt hat,  hat eine Sinnkrise und dreht völlig durch und ganz nebenbei fällt auch noch die Mauer …

Ich hab das Buch bestimmt schon vier Mal gelesen und finde es immer noch klasse. Der ganze Roman ist aus der Perspektive des Protagonisten erzählt und lebt vor allem durch die Beobachtung der alltäglichen Geschehnisse um einen herum, alles auf eine derart lakonische schnodderige Weise erzählt, dass man aus dem Grinsen nicht mehr herauskommt. Zum Brüllen die Szene mit den Eltern im Restaurant, denen er weisgemacht hat, er wäre der Besitzer und nicht nur der Kellner. Und dann schafft er es auch noch, sich kurz vorm Mauerfall mit ostdeutschen Grenzern anzulegen.

Aber lest selbst – wer zuerst schrei(b)t, liest zuerst und Überraschungen gibt es natürlich auch ;-)
Und das Verlotzte auf dem Cover gehört zum Design, isch behandle meine Bücher pfleglich, gelle ;-)

LG
Erika von artoflahja

Dienstag, 31. Juli 2012

Büchertausch, die zweite-"Der Hahn ist tot" von Ingrid Noll

Da es in dem von mir eingeheimsten Buch darum geht, Zitat: "dass die Protagonistin sich von unnötigem Ballast, sprich: Männern, befreit, sich daher schwerelos fühlt und Zeit für Wichtige Dinge im Leben hat" habe ich dieses Thema noch einmal aufgegriffen und diesen wunderbaren "flirrend bösen Erstlingsroman" von Ingrid Noll herausgekruschtelt.Gaaaanz oben unterm Dach hatte sich dieses Buch mit vielen anderen zusammen versteckt und ich als Lesejunkie kann sie einfach nicht hergeben. Dieses habe ich jetzt herausgezerrt und nach der Androhung von Kürsche, daß ich meins nicht eher bekomme, wie ich einen neuen Blogbuchtauschbeitrag geschrieben habe, mußte ich mich jetzt dransetzen, denn ich will das Buch ja nicht erst Weihnachten lesen...
Männer sind ein beständiges ,manchmal aber nicht immer erfreuliches Thema bei den Fredissimas.Deshalb bin ich mir sicher, daß dieses Buch etwas für eine von euch ist.
Ingrid Noll weicht ab vom gängigen Krimi-Schema des bösen Mörders, der in typischer "Who-dunnit"-Manier vom Leser und Ermittler gleichermaßen erraten werden muss. Stattdessen konzentriert sie sich vollkommen auf die Täterin selber. Die Morde selber stehen nicht im Vordergrund, sie sind nur logische Konsequenz im Leben der Protagonistin. Rosemarie ist nicht gerne eine Mörderin, aber das Schicksal scheint ihr keine andere Möglichkeit zu geben. Ihr schnodderiger Tonfall und ihre selbstironischen Kommentare über ihre missglückte Liebeswerbung geben dem Roman den richtigen Pfiff.
Rosemarie Hirte ist die Antwort auf all die frustrierten, einsamen Frauen, die das große Glück in ihrem Leben verpasst haben und sich vor einem letzten Versuch, darum zu kämpfen, scheuen. Natürlich schießt Rosi auf ihrem Weg ein wenig übers Ziel hinaus - aber das Ergebnis ist ein ein wunderbar leicht geschriebener Roman, der auch beim wiederholten Lesen nichts von seinem Charme einbüßt.

 

»Ich verdiene gut, ich halte mich gut. Mit meinen zweiundfünfzig Jahren sehe ich besser aus als in meiner Jugend ...«
Und doch ist Rosemarie Hirte, Versicherungsangestellte, ledig, nicht recht zufrieden mit ihrem Leben. Bis die Liebe sie trifft wie ein Hexenschuß ...
»Ingrid Noll, die nach dem Großziehen dreier Kinder plötzlich diesen flirrend bösen Erstlingsroman schrieb, erzählt mit unbeirrter Geradlinigkeit, immer stramm aus Rosis Sicht, von Mord zu Mord, und alles geht trotzdem gut aus, und man möchte sich vor Lachen über soviel Abstruses wälzen und gleichzeitig was Wärmeres anziehen, weil es einen gründlich friert, so sehr blickt man in die Abgründe der frustrierten weiblichen Seele. Ein köstliches Buch darüber, wie Frauen über Leichen gehen, um den Mann ihrer Träume zu kriegen. Männer, hütet euch, Rosi Hirte steckt in uns allen!« (Elke Heidenreich)

*Wer will es haben -brüllt*

eure Goldmarie von Hand-Werks-Art

Samstag, 28. Juli 2012

Büchertausch - Jenni Zylka "1000 neue Dinge, die man bei Schwerelosigkeit tun kann"


"Zu verschenken" stand auf der liebevoll im Treppenhaus abgestellten Kiste. Jeder kennt doch diese Kisten… Meist sind es zerfledderte Umzugskartons mit einer fast unentzifferbaren Aufschrift, die zum Mitnehmen auffordern, geradezu nötigen, obwohl sie meist nur Gratisexemplare der Bundesverfassungsgerichts-Jahresberichte und dergleichen enthalten… Aber DIESE Kiste war nicht unansehnlich, nicht mal inhaltlich verwerflich. Sie wurde wohl an einem in der Zeit weit zurück liegenden Tag im schwedischen Möbelhaus unseres Vertrauens erworben und lag nun in meinem Treppenhaus… prall gefüllt mit literarischen Schätzchen, wovon mir die meisten Autoren allerdings nichts sagten. Ich nehme meist nur Bücher mit von Schriftstellern, die mir zumindest einigermaßen vertraut in den Ohren klingen. Zu groß ist die Angst, auf Schund sitzen zu bleiben und dann??? Selbst ins Treppenhaus stellen??? Würde ich mich nicht trauen. Schließlich könnte jemand meine leserliche Handschrift erkennen und denken „SOWAS LIEST DIE??????? Nun ja, diese Autorin allerdings war mir sehr bekannt. Sie schrieb immer lustige Kolumnen in der tageszeitung, aber aus unerfindlichen Gründen las ich in letzter Zeit nichts mehr aus ihrem Sprachfundus in diesem Nachrichtenblatt. Umso erfreuter war ich, ihr erster Roman in dieser Funduskiste zu entdecken. Und es hat sich gelohnt!

Da meine kleine Bleibe prall gefüllt mit Bastelmessiematerial ist, aber nicht nur deshalb aus allen Nähten platzt, kann ich leider keine Bücher aufbewahren. So kam mir dann die Idee, eine neue Blogrubrik zu eröffnen und zwar die des BÜCHERTAUSCHS. Ich stelle euch das Buch (kurz) vor und wer Interesse hat, es zu lesen, braucht nur als Nächstes diese Tauschrubrik mit einem neuen Bücherinhalt zu füllen und schon bekommt er/eher sie von mir das Buch zugeschickt. Und damit bin ich das Wohnungsfüllmaterial auch schon sinnvoll los geworden… Hehe…

Ich muss zugeben, dass ich keine Ahnung habe, was der Titel zu bedeuten hat. Ich habe keinen inhaltlichen sinnvollen Zusammenhang zur Romangeschichte gefunden… Aber egal, vermutlich geht es darum, dass die Protagonistin sich von unnötigem Ballast, sprich: Männern, befreit, sich daher schwerelos fühlt und Zeit für Wichtige Dinge im Leben hat, wie Kart zu fahren, ihre Lieblingsradiosendung namens „Musik für Nörgler“ zu hören, sich morgens in den Spiegel anzugucken und wie eine drogenabhängige Japanerin, quasi Yoko Ono, auszusehen oder eine motorisierte Parmesanreibe zu kaufen… Hehe…

Aber… ich hatte auch versprochen, nur eine kurze Zusammenfassung zu schreiben. Ich verderbe Ihnen doch sonst den Spaß am Lesen, Mensch! Daher hier einfach eine Leseprobe von der ersten Buchseite. Entscheiden Sie selbst, ob Sie die Geschichte gerne weiter lesen möchten. Aber eins sei gesagt: Ich habe lange nicht beim Lesen eines Buchs so oft und laut lachen müssen. Frau Zylka ist eine Sprachkünstlerin nach meinem Geschmack und schafft es, Alltägliches aus dem Zusammenhang zu reißen, so dass man bei der gekonnt-witzigen Beschreibung oft denkt: „Wäre ich da mal drauf gekommen“…

(Zitat Anfang):

Au Backe. Bei mir wurde eingebrochen. Als ich heute Nachmittag nach Hause kam, war die Wohnung leer geraubt: Anstatt der Schneisen, die man normalerweise zwischen die Papier- und Textilberge, die Gläser, Keksdosen und den Plastiknippes schlagen muss, um zum Beispiel zum Bett oder zum Schreibtisch zu gelangen, ist der Teppich freigeräumt. Er ist blau, der Teppich, das hatte ich schon ganz vergessen. Doch wo sind meine Sachen? Keine Berge, keine Endmoränen, keine Schneisen, nur Schränke, Bilder, leere Stühle. Ich überlege kurz, gucke in die Büroecke, wo der fiepende Computer hockt, registriere die ordentlich auf Regalen abgelegten Papierstapel, schaue in die Schränke, die mit von Zauberhand zusammengefalteten Pullovern, Pullundern, T-Shirts und Röcken gefüllt sind, und entscheide: doch kein Einbruch.
Da fällt mir wieder ein. Ich habe die Wohnung am Morgen mit einem Mann drin verlassen. Einem netten, am Abend vorher aufgelesenen, um die Mitte herum behaarten Mann in meinem Alter. Ich hatte ihm erlaubt, nach meinem Aufbruch noch etwas zu bleiben, normalerweise vertraue ich Menschen, mit denen ich eine leidlich heiße Nacht verbracht habe. Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass ausgerechnet ich den einzigen Damenhöschendieb meiner Generation kennen lerne. Aber wer kann schon ahnen, dass so einer einen amtlichen Putzfimmel hat? Und einfach bei mir aufräumt, ohne dass ich ihn dafür bezahle?
(…)
Wie soll man auf sowas reagieren? Soll man beleidigt sein oder erfreut? Ich entscheide mich (auch wegen der nicht unangenehmen körperlichen Vorfälle der Nacht) für eine positive Rezeption und freue mich darüber, mal wieder eine Wohnung mit so vielen Sitzmöglichkeiten zu haben. Dass meine Wohnungen immer so unaufgeräumt sind, liegt vor allem an meinem Sammeltrieb. Den habe ich von meiner verstorbenen Oma geerbt, einem gutmütigen und rüstigen pommerschen Kriegsflüchtling. Meine Oma pflegte alles, was nach dem Mittagessen auf der Tischdecke übrig blieb, Krümel, Flusen, abgeschnittene Fingernägel und so weiter, in einer Blechdose mit der Aufschrift „Paniermehl“ zu sammeln.

(Zitat Ende).

Also… Ich gebe den Büchertauschstaffelstab weiter. Wer ist die Nächste????

Und wer das Buch nicht von mir zugeschickt bekommt, kann mit den folgenden Angaben sicherlich im Bücherladen oder in der Bibliothek fündig werden:

Jenni Zylka: 1000 neue Dinge, die man bei Schwerelosigkeit tun kann. Roman.
Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg. 2003.
ISBN 3 499 23405 x

Es winkt,

Eure Cherry von Cherry Bomb und Kirschblüten-Tsunami