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Donnerstag, 11. Februar 2016

Gesichter #7: Im Baum gefangen

Am Wochenende hatte ich diesen Baum fotografiert und schon während ich das erstaunt guckende Gesichtchen, das ich dort sah, fotografierte, dachte ich mir: Das Kerlchen kennst du doch... Aber woher bloß?



Es fiel mir die ganze Woche nicht ein. Bis ich heute Produktfotos bearbeitete von Stoffbeuteln, die ich gestern zusammen mit Frau Fisch gedruckt hatte...

Na, seht ihr die Ähnlichkeit auch?


http://de.dawanda.com/product/95436443-lemur-stoffbeutel-siebdruck
Es winkt
Eure Cherry

Mittwoch, 26. November 2014

Variationen eines Stoffbildes


DANK Cherry Bomb habe ich diese 3 einmalig und liebreizendhübschen TIERkissen erstanden



+ im Zuge -  dieser Aktion -  habe ich auch, von IHR,  ein herrlich bedrucktes Stöffchen
- für´n Schnäppchen - erstanden ;-)



WAS damit machen, war meine Frage
+ EUCH interessiert es bestimmt auch...doah ? *grübel...hämmer...säg... und baschtel*

DARAUS  ist ein KUNSCHT-Objekt entstanden=> eine VARIATION - an/in Stoffbild -  seht selbst:



Habe einen vorhanden Rahmen genommen, den hübsch bedrucken Stoff dahinter gespannt
- die Falten müsse sooo,
nach LUST + LAUNE -  die einzelne Objekte darauf,
mit Nadeln angepinnt,
um => sozusagen, eine Stoff-PINwand... für meine KUNST-Objekte  zu kreieren !!! *YEAH*

Objekte sind momentan, von: 

Cherry Bomb   => die Tierkissen !
Fresh Fish => die Hasen !
Crochet => die Häkelapplikationen !

Ich freue mich jeden Tag daran,
und meiner Fantasie,  sind/werden keine grenzen gesetzt,
 denn - nach LUST und LAUNE- dekoriere ich einfach um ;-)))

So - hoffe - EURE Neugier und Baschtelinteresse - an den FREDISSIMAS - geweckt zu haben,
mit fröhlich, beklöppelte KUNSCHT-FREDISSIMA-Knuddelgrüßchen,


Eure An(gel)nette  *❤*

Und WAS werkelt IHR gerade, bütteee herzeigen ? *garnichtneugierigbin*

Sonntag, 13. Oktober 2013

Angelnettes FREDISSIMA-SCHÄTZE von Cherry Bomb und Kirschblüten-Tsunami

Fredianer....jetzt FREDISSIMAS... sind ja alle, die am Geschehen im FRED aktiv beteiligten Personen.
Nicht zu verwechseln mit Freudianern, obwohl beide streng analytisch vorgehen.

Für Cherry Bomb alias Kirschblueten-Tsunami gilt das im Besonderen:


SIE ist in FRED eingeschlagen...süß und bombastisch, mit Liebreiz, Wortakrobatik und ganz viel Herzenswärme + mit Ihrer Druckkunscht, die sie auch, als Workshop anbietet, auf Klamotten, Geschirrtüchern, Decken, Bettwäsche, Einkaufsbeuteln, Taschen- und Wischtüchern, Schwämmen und vielem mehr:
http://de.dawanda.com/user/cherry_bomb

Schliebe Ihre unikate ART...hüstel, die auch Ausdruck der KUNST ist und besitze reichlich davon!!! „freu“

Habe sehr vieles, zur FREUDE andere, verschenkt ...leider auch meinengeliebten roten Rubbel-Schlüppi....schadepupade, jedoch treibt das Höschen andernorts sein UNWESEN, hoffe doch ;-D „gibbelnd zu Rosenrausch blinzel“... hier nur eine kleine Auswahl der gekauften Schätzchen:


Cherry arbeitet auch gerne und sehr engagiert in Kooperationen mit
meerkante, fresh_fish, der nähbär und Frau gbLook zusammen... siehe hier eine kleine Auswahl meiner erworbenen Produkte:



... und es gibt wahrscheinlich keine Fredissima, mit der sie noch nicht kooperiert hat...

Sogar mit der ganzen Fresissimas-Bande auf einmal! Siehe diesen Shopper => Aus einer Fredissimas-Kooperation entstanden und beim Fredtreffen in Berlin zusammen mit den Fredissimas gedruckt:




Ihr zweites Standbein kam vor 3 Jahren, in Form von einem BUTTONShöppchen, in sturmartigem KirschBlütenrausch mit mannigfaltigsten, phantasievollen, bunten, fröhlichen Blüten- und Sprüchebutton , aber auch herrliche Magnete und sonstiges, schaut selbst 

+ ich war – von der ersten Stunde - dabei, schglaub sogar...die erste Käuferin...stolz angeb!!! „YEAH“

http://de.dawanda.com/shop/Kirschblueten-Tsunami






Ich habe sie en masse... reichlich verschenkt, und trage sie täglich gerne ...je nach Tagesstimmung...an meine Brust gepinnt und werde darauf angesprochen

+ habe somit KONTAKT....zu Männlein, wie auch Weiblein...kicher ;-)))


In Kooperation mit fresh_fish sind jetzt auch Notiz-Memoboards, sowie Kalender hinzugekommen, gerne werden Aufträge jeglicher Plaisir angenommen und, WAS geht,... möglich gemacht!!!





Sprechen SIE die Fredissimas-Damen ruhig an, sie beißen nicht ;-) „nochnicht...vielleicht“


Auch zwei himmlischherrlichwunderschöne Kooperations-Kopfkissenhüllen, zwischen ihr und dem Nähbärchen, sind als Werbeträger und Schlafbettwäsche in´s HEIM – meines TK ;-) eingezogen !!! 


ACHTUNG:
Last but not least 
=> schabe meinen einmalig und einzigartigsten FERKELETTENORDEN (Häkelarbeiten von Frau Gildemeister), den es auf der Welt gibbet, von IHR verliehen und auch immer wieder auf´s neue verliehen bekommen und besitze !!! „JEPP“

....ihn dann STOLZ umhänge/trage, wenn ich zu schüpfrige Äußerungen in der fensterdeko/FRED gepostet habe und poste .....ABGRÜNDE, denn => sichsehrOFTdaranerfreuendarf...dannmichduckundhinter´mVorhangverschwind....LOL :

SO könnte noch tagelang ....weiterschreiben, aber besucht doch einfach die Shöppchen aller aufgezählten Künstlerööösen + verschafft EUCH selbst ein Bild von der himmlischherrlichunikaten Schaffenskraft und ihrer Genialitäten.....aber zackiiisch...hehe

Bis auf bald,

mit weiteren Schätzen,

dabei Frau „verfilzt & zugewebt“ liabanstrahl ;-D

Eure Angelnette



P.S. in eigener Sache....


..FREUNDE
☻) ::::DU:::::☻)
( ▌::::UND:::( ▌
./ I:::::ICH:::::./ I .......


schön, dass es DICH gibt, es lässt sich so schön beklöppelt – in/bei Wanda - mit DIR spielen!!! „weisstebescheid“

DU hälst unsere kleine, beklöppelte FREDgemeinde – im HEIM – liebreizend zusammen und sprichst auch so manchen (un)heimelischen PIEPER ( => die stillen Leser im Fred, ohne die Fred NIE geworden wäre, was er ist. KULT! „piep“) an, ob er nicht - vielleicht - mit UNS assimilieren wolle...und hast so manche Fredissimas, z.B. das Pflanzerl, Frau Look und Frau Lahja dabei heftigfett anzwinker, dadurch gewonnen !!! „hüpf...freu...umärmel“

Dienstag, 28. Mai 2013

Fredissimas machen Druck ....


Die Theorie hatten wir ja schon drauf, Dank Cherry Bomb und MaryBess wussten wir alles über Siebvorbereitung, Beschichten und Belichten – jetzt sollte es ans Eingemachte gehen. Also fand sich am vergangenen Samstag ein Grüppchen Interessierter (Metamurphy, Frau Lahja, Illumi, my-meerkat, das Gartenpflänzchen, Gblook und die Filzgärtnerin) in der subversieben Werkstatt in Berlin Kreuzberg ein, um sich von Frau Kirsche in die Praxis einweisen zu lassen und auch selbst Hand anzulegen.
Als „Hausaufgabe“ hatte vorher jeder Teilnehmer einen Fisch zeichnen dürfen, die Fischlis wurden dann digital aufbereitet und zu einem lustigen Schwarm zusammengefügt. Leider konnten nicht alle Fisch-Designerinnen persönlich am Workshop teilnehmen, aber so sind sie zumindest „per Fisch“ vertreten.

Vor dem eigentlichen Drucken kam viel Fummelarbeit:
Filme zusammenkleben und zwar nicht irgendwie, sondern ganz passgenau – Cherry Bomb kannte da kein Erbarmen, und das war auch gut so, denn am Ende sollte der perfekte Fredissima-Druck herauskommen.




Dann mit Schmackes ein altes Sieb entschichten und säubern – Doro war in ihrem Element und trieb mit dem Hochdruckreiniger Moppelmiez und Moppelmops gnadenlos in den Ausguss.


Qualitätskontrolle durch Frau Kirsche.


Das belichtete Sieb wird trockengeföhnt – überhaupt wurde an diesem Vormittag sehr viel geföhnt.

Jetzt wurde ein wunderbares Türkis zusammengemischt.
Und jetzt ENDLICH durfte gedruckt werden: mit kräftigem gleichmäßigen Druck die Farbe mit der Rakel durch das Sieb drücken – sieht leichter aus, als es ist und jeder Bedruckstoff verhält sich anders – es blieb also immer spannend.
Fische auf dem Trockenen – sehen aber noch ganz gut aus ;-)
Der Moment der Wahrheit ... ist der entzückende Blumenfisch was geworden?
JAAAAA  – ein perfekter Druck auf buntem Grund.


Das war natürlich nur eine kleine Auswahl der Druckerzeugnisse, die wir während des Workshops produziert haben – lasst Euch überraschen, die neue exklusive Fredkollektion in limitierter Auflage kann demnächst käuflich erworben werden, also schaut öfters mal vorbei, denn wer zuerst kommt, fischt zuerst.
Um die Wartezeit zu überbrücken, ein kleines Ratespiel: von wem ist welcher Fisch? Damit ihr nicht völlig im Trüben fischt, ein kleiner Tipp – gemalt haben:  Andiva, Frau Lahja, Gartenpflänzchen, Angelnette, Filzgärtnerin, Kalle, Frau Kirsche.




Und wer selber mal so einen Workshop besuchen möchte, wende sich vertrauensvoll hierhin.

Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen wünscht,

die Frau Lahja

Mittwoch, 27. Juni 2012

Fredbesuch in Berlin


Es war einmal… ein geheimnissvoller Fredbesuch in den Berliner Gefilden. Geheim? Warum? Naja, der Fensterdekofred hat doch einige Pieperinnen im Laufe der Zeit bekommen und da jeder im jeweiligen Shopimpressum lesen kann, wo das Haus der Gastfredissima wohnt, wollte ich das nicht an die große Glocke hängen. Meine nicht vorhandene Versicherung hätte sicherlich keine Wohnungsleerräumungsaktion auf Grund meiner Plapperfreude gedeckt.

Also, jetzt darf ich es sagen, da das Haus dieser besagten Fredissima inzwischen wieder von Kind, Kegel und Gatte bevölkert wird, die potenziellen Einbrecher nun gebührend auf Abstand halten können… es war Mörf! Besser gesagt: Mörf mit Gatte, Töchterlein und bester Freundin des Töchterleins, die übrigens seeeeeeeeeehr tapfer im Jugendhotel einarmig – eine Hand am Kicker und die andere am mobilen Fernsprechgerät - die Jungs beim Tischfußball dumm aussehen ließen

Ich erspare euch die Details über die Qualen, die diese tapfere Mannschaft erleiden musste als ich sie kilometerweise die Stadt in allen ihrer Details zeigen musste… Die Odyssee führte über Berge (naja, Kreuzberg), Wasserfälle (zwar künstlich und auch nur eine, aber immerhin!!!!) und durch die Weltmeere (gut… Das Restaurant hieß einfach „Seerose“, aber wir wollen mal nicht zimperlich sein).

Also, weit gefehlt gab es nur Spaß… denn es gab auch einen Arbeitsauftrag… Hehe… Von der weiten Weltreise durch Berlin brachte Mörf mir eine Piratenhandytasche mit und der Tauschwert für den Piraten wurde auf 3 Ratten festgelegt… Guuuuuuuut… auch keine echten Ratten natürlich… ihr Spielverderber… gedruckte Ratten, muss ich zugeben…

Aber sehen Sie selbst die Anstrengung in den Augen und Händen dieser armen Geschöpfe als ich sie zur harten Arbeit zwang und mit selbst gedruckten Ratten durch die Berge ziehen ließ!

Es winkt Eure Cherry

Donnerstag, 10. Mai 2012

Wer oder was ist eigentlich...

...ein cherry_bomb oder ein Kirschblüten- Tsunami?
Also im Prinzip ist es das Selbe in kirsch, weil hinter beidem mein geliebtes Piermont steckt.
Die Piermontkirsche kennt man ja aus der Werbung, angeblich eine edle Herzkirsche, die viel besser als alle anderen Kirschen ist- deswegen sage ich zu Cherry Piermont.
Hinterm Vorhang hat sie einen echten und sehr schönen Namen, der so viel heißt wie die anmutige Widerspenstige/ die anmutige Ungezähmte/ die anmutige Wohlbeleibte oder die anmutige Geliebte- je nachdem, welcher Überlieferung man Glauben schenken mag.
In ihrer Wahlheimat Berlin, passt sie optisch und von ihrer Art her perfekt ins Bild, zumindest wie ich Berlin sehe und erlebe. Insofern ist das Ungezähmte und Widerspenstige gar nicht so falsch, wenn man das mit frech, bunt und wild im positiven Sinne assoziiert! Denn auch ihr Kleidungsstil ist sehr individuell- da werden wild Farben und Muster zusammen geworfen, verschiedene Strumpfhosen über einander gezogen, Hüte und Mützen aufgesetzt, und die Haare dürfen nie allzu ordentlich sein.
Wohlbeleibt und anmutig ist sie auch, wenn man wohlbeleibt nicht als dick sondern als schlank und graziös interpretiert, und Geliebte ist ja wohl auch klar- wer sie kennt, muss sie einfach lieb haben.
Sie erinnert mich also immer an eine kleine, wilde Elfe, mit ein Grund, warum ich sie so mag.
Cherry selbst mag Alles was entspannt und unkompliziert ist, deswegen kann man mit ihr auch alles machen, was wirklich Spaß macht- angefangen beim Vergraulen der Kundschaft in Karaokebars, aufgehört beim Eisschlecken in der sonnigen Stadt, mit den Füßen im Brunnen baumelnd.
Freundlich und erst mal offen für fast Alles, wirft sie sich aber nicht Jedem sofort an den Hals. Doch wenn sie wen in ihr Herz geschlossen hat, ist sie treu bis aufs Blut! Deswegen trifft sie sich auch regelmäßig mit "ihren Mädels" zum frühstücken, Geburtstage werden fast schon zelebriert und ordentlich gefeiert, und niemand wird vergessen, wenn er Kummer hat oder ein offenes Ohr braucht.
Man hat von ihr noch nie ein schlechtes Wort über ihre Familie, ihre Freunde oder ihren Schatz gehört- Probleme die in die Richtung gehen, regelt sie hinter verschlossender Türe, was ich persönlich als eine ihrer wertvollsten Eigenschaften sehe, weil das leider nur noch sehr wenig Menschen so regeln.
Trotz all der Leichtigkeit des Sein, ist Cherry auch ein "Arbeitstier" und sich nicht zu fein, kräftig etwas anzupacken, was sie mit ihren Berichten hier über den Siebdruck und bei diversen Gemeinschaftsprojekten zu Genüge unter Beweis gestellt hat. Als Kundin ihrer weltbesten Buttons fühle ich mich immer außerordentlich verwöhnt, meine Wünsche werden- bei aller gemeinsamen Blödelei- prompt und sauber umgesetzt, die Lieferung ist turboschnell und immer besonders liebevoll verpackt. Als Mensch fühle ich mich mit ihr wunderbar wohl, weil sie mich lassen kann, so wie ich bin, immer Zeit für liebe Worte findet und mich mit ihrer Schlagfertigkeit und ihrem grandiosen Wortwitz immer wieder aufbaut und zum lachen bringt.
Cherry liebt Tiere und scheint Obst und Gemüse zu verabscheuen- deswegen verspeist sie fast ausschließlich nur die beiden letzt Genannten. Mit Hingabe zerhackt, kocht, brät, blanchiert, backt und überbackt sie alles, was Rang und Wurzel hat oder auf Bäumen wächst. An außerordentlich brutalen Tagen, verspeist sie ganze Möhrenbunde auch mal roh. Deswegen gibt es im Fred zu besonderen Anlässen für Alle auch mal Tofuschwein.
Cherry gehört seit gefühlten hundert Jahren zu meinen persönlichen Alltagshelden. Denn nach gleich zwei schweren Schicksalsschlägen, die miteinander zu tun hatten, hat sie tapfer weiter gemacht, sich nicht verkrochen und vorbildlich ihre persönliche Krise angenommen und gemeistert. Deswegen gehe ich auch davon aus, dass sie Alles schaffen kann, was sie sich vorgenommen hat. Ich bin mir sicher, dass die Welt noch von ihr hören wird.
Aber selbst wenn "der fette Reibach" mal über sie kommt- mein Piermont gehört zu den Menschen, die nach einem Lottogewinn bodenständig bleiben, nie vergessen, wo sie herkommen oder wem sie was zu verdanken haben. Wahrscheinlich würde sie sich wohntechnisch verbessern und das ein oder andere nützliche Ding anschaffen, aber dennoch bis zum Tod weiter werkeln und kreativieren, ohne sich auf irgendwas etwas einzubilden.
Der bekannte Ausspruch "klein aber oho" trifft volle Lotte auf sie zu. Wer sie unterschätzt, verschätzt sich um Längen, denn hinter der freundlichen, lässigen und lustigen Persönlichkeit, stecken auch noch Klugheit und eine gewisse Weisheit. In einem Moment albert sie herum, doch gleich verblüfft sie mit Wissen über die Welt und weiß über Dinge zu erzählen, von denen Andere noch nie was gehört haben.
Cherry hat nur einen ganz großen Makel in ihrem Leben, aber das kann einfach nicht an ihr liegen:
Cherry hat verdammt schlechtes Postkarma!
Die Dinge, die aus ihrem Häuslein raus gehen, kommen wie schon gesagt schnell, sicher und heil an. Aber Alles, was in ihr Häuslein rein soll, kann sich zur mittleren Katastrophe auswachsen. Mal findet der Postbote ihr Haus nicht mehr, dann gibt es Lieferschwierigkeiten, und an besonders üblen Tagen kommen die bestellten T-shirts in mauve statt in ecru an. Kunden ihrer Siebdruckwerke sei gesagt, dass sie die meisten Oevres mit Gold aufwiegen müssten, denn Cherry bestellt, schickt zurück, rauft sich die Haare, druckt neu, tauscht um, improvisiert und manövert bis spät in die Nacht, bis ein vermeintlich einfacher Auftrag zu beider Seiten Zufriedenheit erfüllt ist.
Deswegen habe ich für sie eine Elfe der besonderen Art, damit sie für 2 Euro drölfzig die Stunde, nicht immer so schwer ackern muss. Die Elfe besitzt die Macht der Drei, in vielen Märchen und Sagen die stärkste weiße Magie, die es gibt.
Zauberelfe Nummer 1 hat das Püppchen in Liebe entworfen und erst mal zusammengenäht.
Zauberelfe Nummer 2 hat sich dem Püppi angenommen und es in Liebe an mich weiter verschenkt.
Und Zauberelfe Nummer 3, also ich, hat das Püppchen mit Wolle gefüllt, zugenäht, neu frisiert, die Kleidung verschönert und mit ganz viel Liebe in eine Art Postelfe verwandelt.
Wenn das Püppi also bei Dir eintrifft mon Piermont, ist es drei Mal heil und unversehrt verschickt worden, wobei sich die Macht der Drei noch einmal wiederholt und wenn das nicht hilft, komme ich persönlich bei Dir vorbei und verklopp den Postadler!

EHL- Elfen- Hurtig- Lieferung!

Liebe Grüße an Alle und bis zum nächsten Mal,
Eure Ölfe

Samstag, 21. April 2012

Fredissimas stellen sich vor

Asche auf mein Haupt und Sack übergestreift----Du meine Güte, ich, Kalle, hab doch tatsächlich einige berühmte Fredissimas aussen vor gelassen!!!! Das sollte nicht geschehen und nun muss ich das ganz rasch nachholen. Ich weiss ja, dass ich doch manchmal dazu neige mich ein wenig zu verfransen und dann noch schnell Dies und dann noch schnell Das---und ich hab vielleicht auch Angst davor etwas zu Ende zu bringen????? Darüber lohnt es sich zu filo filo naja eben nachzudenken---ich nehm es mir zu Herzen und lasse aber trotzdem unsere Cherry mal ganz für sich sprechen, diese wortgewaltige messerscharfe Analytikerin:

Seit wann machst Du das schon?
Mit Siebdruck habe ich, glaube ich, 2008 angefangen und meine erste Buttonmaschine habe ich erst im letzten Sommer gekauft.

Mit welchem Material möchtest Du es noch tun?
Ich baue gerade mein Buttonimperium in Richtung Schmuck aus, so dass ich Perlen, Brissuren, Anhänger etc. wie wild bestelle, um mich darin auszutoben. Und Siebdruck auf Papier reizt mich schon lange, aber bisher habe ich mich da noch nicht rangetraut…

Was ist Dein größtes Talent?
Wortakrobatik, ganz bescheiden… hehe… Meine Freundinnen nennen mich Wortschatz, aber manchmal lasse ich die Bälle auch mal fallen… LOL


Was inspiriert Dich?
Der gängige Spaziergang ist mein bester Ideengeber. Dann sind die Gedanken frei, man sieht auch mal ein Plakat mit einem ernsten Spruch, den ich dann gerne verhunze…


Was möchtest du noch unbedingt erreichen?
Hach, im Lotto gewinnen wär was Feines. Dann könnte ich ohne finanzielle Ängste ein eigenes Lädchen aufmachen mit selbst gemachten Sachen und Kommissionswaren der Fredissimas.

Was möchtest Du können?
Nähen lernen. Mein Traum wäre es, selbst Kissen, Taschen, Schlafbrillen etc. nähen zu können. Dazu braucht man aber eine vernünftige Maschine und eine ruhige Hand. Ersteres kann man kaufen, Letzteres suche ich schon immer auf sämtlichen Wühltischen, die mir begegnen. Könnte ja mal jemand liegen gelassen haben…

Welches ist Dein Lieblingsessen?


OBSTSALAT!!! Und es darf gerne auch die Deluxe Variante mit Nüssen, Rosinen und frisch gepresstem O-Saft sein ;-)))

Kannst Du Dich im Farbrausch verlieren?
Ich glaube, ich tendiere zu den immer gleichen Lieblingsfarben: schwarz, rot, schwarz, oliv, schwarz, türkis, schwarz, aber manchmal beim Buttonentwurf breche ich dann auch mal aus diesen Traditionen aus…

Gib dazu bitte ein Fotobeispiel!
Oder berauschst Du Dich an anderen Dingen?
Musik! Schöner krachiger Punk Rock ist unheimlich stressabbauend und inspirierend!

Werden wir noch mehr zu sehen bekommen?
Fortwährend, Schätzchen, fortwährend ;-)))

Was ist das nächste große Ding?
Die Kooperationen mit Daniela (der_naehbaer) ausbauen, sprich: der weitere Tausch von bedruckten Stoffen mit meinen Motiven, aus denen sie Kissenbezüge u.Ä. näht gegen das Bedrucken von Stoffen mit ihren Motiven. Zumindest, wenn die Päckchen mit den bedruckten Motiven nicht wieder vom Götterboten verschluckt werden und vermutlich erst nach 10 Jahren im Endlager Gorlebens zwischen lauter Atommüll wieder auftauchen, weil keiner denkt, dort mal zu gucken…

Mit freundlichen Grüßen, Ihre Cherry

Samstag, 21. Januar 2012

Cherry Bomb und Marrybess proudly present: Siebdruck hinter den Kulissen. - Teil 4 der Siebvorbereitung: Das Drucken

Mein kreativer Erklärungsrausch wurde etwas durch die jahreszeitlich bedingten Verkaufsorgien und die damit einhergehende Zeitknappheit ausgebremst, aber nun ist es endlich soweit: der letzte Teil der Siebdruck-geschichte ist an der Reihe: DAS DRUCKEN!!!!!!!!! Yeah… *Schweiß von der Stirn wischt*.

Ihr wisst ja hoffentlich immer noch Bescheid, welche Schritte erforderlich waren, um ein Sieb für das Drucken vorzubereiten (Stichworte: Sieb entschichten, entgeistern, beschichten, belichten) und dass ich folgendes Motiv zum Zeigen des Druckvorgangs verwenden wollte: ein Schachbrett. Für Demenzerkrankte hier und hier und hier und hier nochmal das Ganze zum Auffrischen der bemitleidenswürdigen grauen Zellen.





Aaaaaaaaaaaalso… Wir haben nun folgendes Sieb vor uns zu liegen und wir wollen nun endlich mal diese verdammte Schachbrett drucken, also: ran an die Buletten!

Wir brauchen:

- Mit Motiv belichtetes Sieb *check*

- Paketband *check*

- Siebdruckgrundpaste *check*

- Schwarzes Pigment *check*

- Fixierer *check*

- Waage *check*

- Anmischbehälter *check*

- Mixer *check*

- Taschenrechner *check*

- Probedruckstoff(e) *check*

- Zu bedrucktender Stoff *check*

- Rakel *check* (häh? Rakel? Wassndas???? Geduuuuuuld… wird alles erklärt…)

- Starke Nerven *check*

- Glücksengel (weil’s nicht immer klappt…) *check*

- Ggf. Sündenbock, wenn’s tatsächlich nicht klappt *ähm… wo isser*



Es gilt nun dafür zu sorgen, dass auf dem Sieb nur an DIE Stellen Farbe durchgeht, wo sie durchzugehen hat und nirgendwo sonst. In diesem Fall ist das einfach, da wir nur ein Motiv belichtet haben. Man versucht ja in der Regel effektiv und platzsparend zu arbeiten, also wenn ein kleines Motiv auf ein großes Sieb belichtet wird, nutzt man gerne den „freien“ Platz für weitere Motive. Damit spart man teure Siebbeschichtungsflüssigkeit, Zeit, aber auch Nerven. Letzteres ist bekanntlich am teuersten!!! Gut, hier müssen wir also eigentlich nur die Ränder abkleben, weil zwischen Siebrand und Siebschicht sich oft noch kleine Lücken befinden, sprich: Stellen, an denen das Sieb farbdurchlässig ist und wir sonst die vielleicht zwar schönen, aber im Prinzip ungewünschten Rändern mit auf die Textilien drucken würden. Ich verwende immer dunkles Paketband zum Abkleben. Erstens geht da keine Farbe durch und zweitens sieht man, wo „offene Stellen“ sind, im Gegensatz zum durchsichtigen Paketband (nennen Sie es von mir aus „Stellenanzeige“ anstatt Paketband, Haupsache, das Zeugs klebt richtig). Von welcher Seite aus man abklebt, wird ganz der eigenen Vorliebe überlassen. Es gibt beim Siebdrucken „Unten-Abkleber“ und es gibt „Oben-Abkleber“. Ich gehöre zur ersten Fraktion, weil’s einfacher ist. Die „Oben-Abkleber“ vertreten hingegen die Ansicht, dass keine Farbreste in dem offenen Siebgewebe eintrocknen können: durchaus ein gutes Argument, aber nur notwendig, wenn man mehr als drölfmillionen Teilchen hintereinander druckt.

Sieb abgeklebt *check*


Nun kann man sich entscheiden, ob man lieber auf einem Stofftisch druckt oder gleich das Siebdruck-Karussel verwendet. Wenn man mehrfarbig druckt und es hierbei auf Genauigkeit ankommt, bietet das Karussel große Vorteile. Man kann mehrere Siebe auf das Spielgefährt einspannen (es gilt: pro Farbe braucht man jeweils 1 Sieb mit dem Motivteil, das man in der jeweiligen Farbe druckt), den ersten Teil des mehrfarbigen Motivs drucken, kurz zwischenföhnen und dann das zweite Sieb rüberschwenken und den zweiten Teil des mehrfarbigen Motivs drucken. Unseres Karussel bietet die Möglichkeit, 4 Farben in dieser Form hintereinander zu drucken. Es gibt aber in Profi-Werkstätten auch Karusselle mit mehr als 4 Siebeinhängungen und Druckplatten.

Natürlich steht es einem auch frei, an dem Karussel zu stehen, wenn man nur einfarbig drucken will… Da das Leben schon kein Ponyhof ist, muss man alle Möglichkeiten ausschöpfen, wenigstens das Arbeiten zum Rummelvergnügen zu machen. Ihr ahnt es schon: Ich drucke (fast) immer am Karussel… LOL



Nun geht es ans Farben zusammen-mischen. Klar, kann man auch fertige Siebdruckfarben in der Wunschfarbe kaufen, aber oft enthalten diese Lösungsmittel oder sonstige unleckere Inhaltsstoffe. Ich verwende Siebdruckfarben auf Wasserbasis, die man selbst zusammenmischt aus einer Grundpaste, Pigmente und Fixierer. Die kann man sogar zu Hause verwenden, da man sie ganz normal über die Kanalisation entsorgen kann, ohne mit dem Umweltamt in Streit zu geraten. Zudem kann man hierdurch eigene neue Farbmischungen kreieren, die man nur einmal hinbekommt… Ähm… Ist das jetzt ein Vorteil???? *grübelt*. Egal!

Mathegenies und Menschen, die so eine interessante Gehirnstruktur haben, dass sie in 2 Sekunden sagen können, wieviele Erbsen in einer ihnen hingehaltenen vorher unbekannten Schale liegen, können den Taschenrechner und die Waage jetzt getrost in die Tonne hauen oder gleich mir geben, denn ich brauche da immer meine kleinen Rechenhilfen. 5-10% Pigment (je nach Tiefenfärbung) brauchen wir auf die Grundmenge der Siebdruckpaste gerechnet. Hinzu kommt noch 3-4% Fixierer auf die Gesamtmenge von Paste und Pigment. Das mixen wir alles schön mit dem hierfür vorgesehenen Handmixer zusammen (es empfiehlt sich TROTZ der als umweltfreundlich eingestuften Farben KEINE multiple Verwendung des Mixers. Pfannkuchenmischung also lieber mit einem Zweitmixer anrühren! Der Trend geht sowieso zum Zweitmixer… Hehe… und ja, lieber blaue Lebensmittelfarbe statt Siebdruckfarbe nehmen, wenn die Pfannkuchen unbedingt türkis werden sollen…)

Schön mixen, mixen, mixen, ggf. das ganze Zeugs nochmal durch ein für die Werkstatt vorgesehenes Zweitküchensieb pressen (der Trend geht übrigens auch zum Zweitküchensieb!!!!), damit keine Klümpchen in der Farbe enthalten sind. Ist ja auch nicht anders als beim Pfannkuchenteig… Wenn der Teig klumpig ist, kommen keine leckeren Pfannkuchen dabei raus! Die Siebdruckfarbe(n) ggf. noch mit ein wenig Wasser verdünnen (schwarze Farbe dickt schnell nach) und dann aber ran an die Pfannkuchen… Äh… ans Drucken…

Farbe angerührt *check*

Nun legen wir unsere Probedruckstoffe und unsere zu bedruckende Stoffe in Reichweite und fangen ZUERST mit dem Drucken der Probestoffe an. Wir fertigen im Prinzip erst eine Probe an, damit wir sehen können, ob die Farbmischung die richtige Konsistenz hat, ob das Motiv gut auf das Sieb belichtet wurde und ob wir WIRKLICH alle offene Stellen, die nicht mitgedruckt werden sollen, richtig abgeklebt haben. Außerdem ist es auch hier wie beim Pfannkuchenbacken: der erste schmeckt meist nicht, sieht scheiße aus und ist reif für den Komposthaufen… Das kommt, weil die Pfanne meist noch nicht heiß genug ist. Beim Siebdrucken ist es so, dass das Sieb erstmal „eingedruckt“ werden muss. Meist reicht ein Probedruck, aber manchmal braucht man fünf Anläufe, um den Schritt auf den richtigen Stoff zu wagen.

(Probe)stoffe dabei *check*



Ratsam ist es, die Vorlage, die man verwendet hat, um das Motiv auf das Sieb zu belichten, dabei zu haben. Diese braucht man oft, um die genaue Position des Motivs auf den Stoff zu bestimmen. Dazu legt man die Vorlage an die Stelle, wo das Motiv hingedruckt werden soll und anhand der Vorlage kann man dann das Sieb so positionieren, dass das Motiv auf genau dorthin gedruckt wird. Das erfordert bei mehrfarbigen Motiven oft ein ganz schönes Gefummel, weil man dann millimetergenau arbeiten muss. Bei einfarbigen Motiven reicht oft die grobe Positionierung, um zentimetergenau drucken zu können. Ob das einfarbige Motiv nun 1 Zentimeter weiter nach links oder rechts gedruckt wird, ist für Nichtperfektionisten kein Grund, schlaflose Nächte zu erdulden.

Sieb ausgerichtet *check*

Nun suchen wir uns ein schönes Rakel aus, das wir zum Drucken brauchen. Ich habe nie versucht, ob man auch mit so einer Gummilippe zum Fensterreinigen auch drucken könnte, aber rein theoretisch ist es so ein Teil, das wir zum „Rakeln“ brauchen: ein Teil mit einem Griff (aus Metall oder aus Holz) und einem Gummirand vorne, mit dem man Wasser Schrägstrich Farbe wegschiebt. In unserem Falle schieben wir die Farbe durch das Sieb. Idealerweise sollte das Rakel ein wenig breiter sein als das Motiv, das es zu bedrucken gilt, damit wir mit einem Wisch und ohne Unterbrechung mit einem Mal über das Motiv rakeln können.



Zuerst verteilt man gleichmäßig und üppig Farbe neben, über oder unter dem Motiv (je nachdem, wie es sich für einem am besten anfühlt… Ich rakel immer von oben nach unten, also mache ich eine „Farbwurst“ ÜBER dem Motiv). Dann „flutet“ man einmal das Sieb, d.h. man nimmt ganz leicht (ohne Druck auszuüben, denn die Farbe DARF NOCH NICHT durch das Sieb gehen) die Farbe mit dem Rakel und verteilt sie gleichmäßig über das Motiv, um das Sieb einmal zu benetzen.

Je nach Farbkonsistenz und zu bedruckendes Material rakelt man danach 1-3mal fest über das Motiv ohne das Sieb zwischendrin hochzuheben.

Probegedruckt *check*




Probedruck zufriedenstellend? OK, dann kann man den richtigen Stoff nehmen.

Bei dünnen Stoffen reicht übrigens einmaliges Rakeln. Mehrfaches Rakeln würde hier eine zu dicke Farbschicht auftragen, die unschön aussieht. Dickere Stoffe „schlucken“ wiederum viel Farbe und um die Gleichmäßigkeit des Drucks zu gewährleisten, sollte man somit mehrfach rakeln. Entscheidend ist auch der Winkel, in dem man das Rakel hält, damit mal mehr oder mal weniger Farbe durch das Sieb gerakelt wird. Und einen Unterschied macht es auch, ob man leicht über das Sieb rakelt oder ganz fest. Es gibt eben sehr viele Variablen und das macht das Siebdrucken spannend, aber auch manchmal unvorhersagbar. Man muss sich oft auf Erfahrungswerte verlassen und man lernt auch nie aus ;-))





Erfolgreich gedruckt *check*

Bedruckter Stoff trocken föhnen *check*

Sich freuen, dass man den nicht auffindbaren Sündenbock heute nicht gebraucht hat *check*

Fertig.

Eure Cherry von Cherry Bomb und Kirschblüten-Tsunami

Fotos und Mitarbeit: Frau Bäss (Marrybess), Dankeschöööööön!!!!



Montag, 21. November 2011

Cherry Bomb und Marrybess proudly present: Siebdruck hinter den Kulissen. - Teil 3 der Siebvorbereitung: Das Belichten

Gut Ding will Weile haben…Ich fasse kurz zusammen: In der Vorgeschichte zum Siebdruck-erklärungsprozess habe ich euch erläutert, wie es zur Zusammenarbeit mit der Frau Bäss kam, die mir beim Entwurf des Schachbrett-motivs und beim Drucken und Fotografieren geholfen hat. Teil 1 der Siebdruckvorbereitung befasste sich mit dem Entschichten und Entgeistern eines gebrauchten Siebs. Im 2. Teil der Siebvorbereitung habe ich euch gezeigt, wie man das „entleerte“ Sieb beschichtet. Und heute ist das Belichten an der Tagesordnung, also hoffe ich, dass mir ein Licht aufgeht, wie ich das am besten erkläre…

Was braucht man zum Belichten eines Siebes und was heißt Belichten überhaupt?

Beim Belichten „festigt“ man ein Motiv durch starke Lichteinwirkung auf ein von einer licht-empfindlichen Schicht versehenes Sieb. Das Motiv, das rein schwarz ist, schützt ähnlich wie eine Sonnenbrille die Schicht dahinter, die nicht abhärten kann und sorgt an den Stellen, wo keine Sonnenbrille die „Siebhaut „schützt für eine Art Sonnenbrand, wodurch die Siebschicht hart und ledrig wird wie ein sonnenbankgebräunter Macho. Da wo kein Sonnenbrand ist, ist die Haut weich und Creme kann einziehen. An den krebsroten Stellen prallt die Creme wie Wasser auf einer Ölschicht ab. Capito?

Also, im Klartext: das Sieb wird durch das Belichten aufgeteilt in farbdurchlässige und farbundurchdringliche Stellen. Wo das Motiv ist/war, kommt kein Licht durch, ergo: die Schicht dahinter härtet nicht ab und kann mit Wasser ausgespült werden. Wo kein Motiv ist/war, das vor Licht schützt, wird die Schicht hart und kann nun nicht mehr ausgewaschen werden. Durch die „weichen“ Stellen ohne abgehärtete Schicht druckt man die Farbe, wodurch das Motiv auf das Textil erscheint und um das Motiv herum ist eine feste Schicht, durch die keine Farbe durchgeht.

Wenn man viel Zeit hat, kann man sich auch die Sonnenbank sparen und sich direkt in die Sonne legen. Dauert dann nur etwas länger, bis man braun ist. So ist es auch mit dem Belichten. Man kann im Prinzip mit einer handelsüblichen schwedischen Lampe auch zu Hause belichten. Das dauert dann aber gerne mal 24 Stunden. Eine gut ausgestattete Werkstatt bietet den Komfort, diesen Prozess zu beschleunigen, indem man das Ganze auf sage und schreibe 10 Minuten komprimiert.

Wir arbeiten immer noch mit gelbem Licht, wie bereits beim Beschichten, denn die Siebschicht ist immer noch sehr lichtscheu und soll sich erst erschrecken, wann WIR das wollen.

Ich beschleunige die ganze Erklärerei mal ein wenig, denn nun wird’s ein bisschen langweilig… Ihr könnt nebenher auch gerne eure Buchhaltung machen, Wäsche bügeln oder ein Hörbuch hören. Ich sage euch Bescheid, wann ich fertig bin…

Der Belichtungstisch, auch Vakuumtisch genannt, ist zweigeteilt in einer Seite mit einer Glasplatte und in einer gummierte Seite und lässt sich in eine horizontale sowie in eine vertikale Position stellen, je nach Arbeitsschritt. Für die Platzierung des Siebs auf den Belichtungstisch brauchen wir die horizontale Position, damit die Arbeitsmaterialien nicht herunterrutschen. Man lege die Vorlage so wie sie gedruckt werden soll auf die Glasplatte. Idealerweise lässt man die Platte vorher von einem nackten Fensterputzer säubern (zumindest an Dirty Donnerstagen… LOL), wahlweise greift man selbstständig zum Fensterreinigungsmittel und Zeitungspapier zum Entfernen alter Schichtreste. Dann kommt das beschichtete Sieb zum Einsatz, legt man also oben auf die Vorlage. Der obere Teil des Vakuumtischs klappt man nun herunter. Nein, Moment… vorher noch die Erdungsschnur ins Sieb legen, es sei denn, ihr habt eine gute Hausratsversicherung, aber die würde ich dann doch gerne vorher sehen, denn ohne Erdung haben wir nicht nur eine große Glasplatte, sondern gaaaaaaaaaaaanz viele kleine!!!!! Nun schließen wir beide Teile und schalten die Vakuumfunktion des Tisches ein. Sobald die gummierte Seite des Tischs sich eng verschlungen mit dem Sieb zeigt (ja, das ist ein sehr intimer Vorgang… gucken Sie also nicht zuuuuuuuu genau hin. Das ist dem Sieb immer ein bisschen peinlich…). Wir warten also ein paar Minuten, bis die beiden ihre Sauerei zu Ende geführt haben und drehen den Tisch nun hochkant. Und zwar mit der Glasplattenseite in unserer Richtung, sonst können wir uns gerne bald wieder wundern, warum kein Motiv auf dem Sieb erscheint…

Jetzt holen wir unseren Superhelden „The Superlamp“, eine sogenannte Metallhalogenid-Lampe mit einer Leistung von 3000 bis 6000 Watt. Das soll ihm die olle Ikea-Lampe mal nachmachen!!!!! Unser Superheld ist zwar jederzeit einsatzbereit, aber er muss immer vorher seine Muskeln kurz aufwärmen. Ist ja klar, wenn man in den Boxkampf geht, muss man auch vorher ein paar Mal auf der Stelle strampeln, bevor man zuhaut! Unseren Superheld wärmt sich natürlich in der Zeit, wo das Sieb sich gerade mit der Gummiplatte vergnügt, auf… Seine Zeit ist schließlich wertvoll…

Ok, alle fertig? Gut, dann belichten wir. Der Vakuumtisch steht aufrecht und hält ihre Glasplatte hoch erhoben Richtung Gegner. Der vorgewärmte Favorit fängt langsam an zu glühen und… Wir Zuschauer außerhalb des Rings müssen in dieser Phase LEIDER weggucken, es sei denn, ihr legt Wert darauf, bald einen Behindertenausweis mit euch zu tragen, weil ihr euer Augenlicht verloren habt… Ohne Zeugen schafft unser Superheld es also auf glorreiche Art und Weise das Motiv auf das Sieb zu belichten… Moment… Das Endergebnis ist noch nicht eindeutig… Es ist noch kein Motiv auf dem Sieb zu erkennen. Wir gehen in die Auswertung.

Die Jury hält den Wasserstrahl ans Sieb und das eindeutige Ergebnis erscheint: Superlamp hat gewonnen. Das Motiv erscheint nun auf das beschichtete Sieb.




Sehen Sie selbst:

Fertig!

Oh, ich habe heute gar nicht die Kindergruppe, der ich das Siebdrucken erklären musste… äh… Ok, dann lösch ich mal eben den Beitrag oben und erzähle euch die staubtrockene Erwachsenen-version… Moment, ich hab’s gleich…

Und das Föhnen nicht vergessen… Das machen wir dann in der Zeit, wo Superlamp seine Muskeln wieder entspannt, bevor er sich bis zum nächsten Kampf seinen wohlverdienten Schlaf nachholt…

Bis zum nächsten Mal, wenn ich euch das Drucken zeige!!!

Eure Cherry

Montag, 14. November 2011

Cherry Bomb und Marrybess proudly present: Siebdruck hinter den Kulissen. - Teil 2 der Siebvorbereitung: Das Beschichten

Hach ja, lange hat’s gedauert, aber die Götter haben sich gegen mich verschworen und meinen letzten gespeicherten Entwurf komplett ins Nirwana geschossen…

Und da ich mich ungerne wiederhole, kostete es ein wenig Überwindung, aber auch Organisation, den Beitrag nochmal zu schreiben, sprich: der innere Schweinehund musste erst mal geklont werden, bevor ich hier weitermache, denn der erste hat sich aus dem Staub gemacht und ist per Anhalter zusammen mit meinem verschollenen Beitrag ins Nirwana gereist. Typisch…

So. Ähm… Ich hatte zwar alles schon sooooooooo schön formuliert, aber niemand hat behauptet, dass der Nobelpreis für Literatur so leicht zu bekommen ist… Also, wo waren wir stehengeblieben? Die Vorgeschichte und Teil 1 der Siebvorbereitung habt ihr vielleicht noch schemenhaft in Erinnerung. Wenn nicht, dann einfach mal nachlesen: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Mein Plan ist immer noch – und davon weiche ich nicht ab – euch zu zeigen, wie folgendes Schachbrettmotiv gedruckt wird:

Wir haben ein Sieb, das nun entschichtet, entgeistert und trockengeföhnt wurde. Nun kommen wir zur Siebbeschichtung.

Vorsicht, hier muss ich mal eben das Licht ausknipsen. Nicht, weil alles so geheim ist, dass ihr nicht mitbekommen sollt, wie ich ein Sieb beschichte. Wär auch eine Möglichkeit, wenn ich mal so recht überlege… LOL… nein, die Beschichtungsflüssigkeit ist äußerst lichtscheu. Wenn sie mit Tageslicht in Kontakt kommt, erschrickt und versteinert sie… oder so ähnlich… ja, sie härtet nämlich an den Stellen, wo Licht hinkommt, ab.

Ihr kennt ja das Prinzip eines Dunkelkammers, wo Fotos entwickelt werden. Die unentwickelten Bilder sollen auch nicht mit starkem Licht in Kontakt kommen. Im Prinzip ist das bei der Siebbeschichtung und -belichtung ähnlich. Wir brauchen eine Lichtquelle, die nicht so stark ist wie Tages- oder UV-Licht. Dazu arbeiten wir mit gelbem Licht. Warum gelb und nicht rot? Keine Ahnung. Irgendeinen vernünftigen Grund wird es schon geben. Wer danach googeln möchte, kann mich gerne über Sinn und Zweck dieser Lichtfarbe aufklären. Mein inneres Faultier (mit meinem inneren Schweinehund nah verwandt) hindert mich daran, Forschungen dieser Art in die Wege zu leiten…

Die Lichtempfindlichkeit dieser Beschichtungsflüssigkeit hat natürlich einen triftigen Grund. Wir haben eine Vorlage, die schwarz/weiß gestaltet ist: In der Regel ist das eine durchsichtige Folie (Transparentpapier geht auch), die von einem rein schwarzen Motiv versehen ist. Und rein schwarz heißt auch rein schwarz und keine Graustufen. Die Kanten der Vorlage müssen scharf von der transparenten Folie abgegrenzt sein. Drucken kann man dann in egal welcher Farbe man anmischt, aber die Vorlage muss eben schwarz sein. Das hat folgenden Grund: Die Vorlage wird vor das Sieb gelegt und mit einer starken Lampe beschienen. Die Betonung liegt nämlich auf VOR, denn sogar Siebdruckprofis haben es wohl auch an Tagen fehlender Konzentration geschafft, die Folie HINTER das Sieb zu legen und wunderten sich dann, dass kein Motiv auf das Sieb „erschien“… MIR ist das natürlich noch nieeeeeeeeeeee passiert… LOL … Nachdem die Vorlage auf das Sieb belichtet wurde, kann man die Stellen, an denen die Beschichtungsflüssigkeit nicht abgehärtet ist, wieder auswaschen und scharf drucken kann man eben nur, wenn die Ränder nicht ausgefranst sind. Nur so viel erstmal dazu…


Aber ich schweife wieder ab… Sieb beschichten also… Dazu braucht man eine Beschichtungsrinne, in die man die zähflüssige Beschichtungsflüssigkeit gießt. Die Rinne legt man gegen das Sieb und lässt der Flüssigkeit erst mal Zeit, ein wenig nach vorne zu fließen. In der Zwischenzeit kann man schon mal überlegen, ob man den Herd zu Hause ausgeschaltet hat, die Bibliothekbücher rechtzeitig abgegeben hat, aber bevor man in Panik gerät sollte man anfangen das Sieb nun endlich mal zu beschichten… Dazu die Rinne gaaaaaaaaaaaaaanz langsam hochziehen, denn die Schicht soll gleichmäßig auf das Sieb verteilt werden. Dann das Gleiche auf der Rückseite des Siebes: Rinne anlegen, Herd-vergessen-auszuschalten-Möglichkeit durch den Kopf gehen lassen, Panik abwimmeln und Rinne langsam hochschieben.

Die Schicht muss nun an der Luft trocknen und zwar an einem dunklen Ort, wo kein Licht hinkommt. Die Schicht trocknet in der Zeit ja nicht richtig aus. Sie fühlt sich zwar an der Oberfläche trocken an, aber sie ließe sich noch auswaschen, denn sie ist wie gesagt noch nicht in Kontakt mit Licht gekommen. Wie oft soll ich das denn noch sagen????

Also, entweder lässt man das beschichtete Sieb nun über Nacht oder ca. 1 Stunde in der Dunkelkammer mit eingeschaltetem Heizlüfter trocknen.

Ich nutze dann jetzt mal die Zeit, um zu Hause nachzugucken, ob ich den Herd wirklich ausgeschaltet habe…




Bis zum nächsten Mal,

Eure Cherry


P.S. Lieben Dank auch diesmal an die Frau Bäss fürs Fotografieren und für die Inspiräschen... ;-))