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Sonntag, 4. August 2013

Büchertausch Nr. 12: Leon de Winter - SuperTex


12 ist meine Lieblingszahl und so ist es ja nur logisch, dass ich die 12. Buchvorstellung übernehme ;-) Das ist jetzt nicht das Buch, das ich ursprünglich vorstellen wollte, denn das hat über 600 Seiten und ich hatte jetzt einfach nicht die Zeit, es nochmal zu lesen – das hier hat „nur“ 265, ich hoffe, es findet einen Abnehmer – mir hat es gut gefallen wegen seines hintergründigen Humors.

Zunächst ein paar Worte zum Autor:
Leon de Winter, geboren 1954 in Herzogenbusch (NL: 's-Hertogenbosch) als Sohn niederländische Juden, die den Holocaust in einem Versteck überlebten, arbeitet als Filmemacher und Autor in Amsterdam und Los Angeles. Viele seiner Werke tragen stark autobiographische Züge, so auch Supertex, indem es um einen Vater-Sohn-Konflikt und um jüdisches Selbstverständnis in der modernen Gesellschaft geht.

Die Hauptperson Max Breslauer, übergewichtiger Millionenerbe eines Textilunternehmens in Amsterdam, erzählt auf der Couch seiner Psychoanalytikerin von der emotionalen Misere seines Lebens.
Auslöser war ein Autounfall: an einem Samstagmorgen war er mit seinem Porsche in mörderischer Geschwindigkeit durch Amsterdam gerast, um vergessene Unterlagen aus seinem Büro zu holen und hatte dabei eine chassidische Familie auf dem Weg zur Synagoge über den Haufen gefahren. Zum Glück kam der angefahrene Junge mit einem glatten Beinbruch davon, doch dessen empörter Aufschrei „was macht ein Jude am Schabbesmorgen in einem Porsche“ bringt Max zum Nachdenken.


In Rückblenden erfährt man von seiner Kindheit, dem Konflikt mit dem übermächtigen Vater, der als KZ-Überlebender ein Textilimperium mit Billigimporten aus Dritte-Welt-Ländern aufgebaut hatte und dann besoffen in seinem dicken Mercedes in einer Gracht landet und ertrinkt. Max‘ zwiespältiges Verhältnis zum konservativen Judentum, an das er erst seine große Liebe Esther und später auch seinen Bruder verliert, ist ebenfalls ein zentrales Thema.


Leon de Winter erzählt diese schwierigen Themen mit viel Witz und Humor und einem Auge für Situationskomik – zum Brüllen die Szene, in der Esther ihren Antrittsbesuch bei Max Eltern macht und von diesen genötigt wird, Unmengen von Mutters handgemachten Kroketten in sich reinzustopfen.

Am Ende findet Max dann doch noch seinen Frieden – es ist zwar nichts so, wie er sich das gedacht hatte aber doch irgendwie so, dass es sich gut anfühlt – und das ist es doch, was zählt.

Viel Spaß damit! Wer zuerst schrei(b)t, dass er es haben will, bekommt das Buch von mir zugeschickt und "darf" seinerseits ein Buch vorstellen und verschenken ....

Eure Erika von art.of.lahja

Kommentare:

  1. Klingt interessant, ich hab nur nix zum tauschen ;-)

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  2. ♥Dankeschööön, für´s doch so schnelle Vorstellen ;-) *zwinker*
    Leider ist das gar nie nimmer nicht mein Genre ! *schadepupade...hättegernedasNächsteverschenkt...manischlach*

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  3. Leider auch nicht so meins, aber die Buchvorstellung war ganz wunderbar!

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  4. JUHUUUUU, ENDLICH - Ich hab eins zum Tauschen gefunden, hähä :D

    ICH WILL'S! ICH WILLS'! *ganz hoch hüpft*

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  5. Huch, ein eschoffiertes Pflänzchen, jetzt hab ich mich aber derschrocken ... is gebongt, dann schick ich den Porsche mal nach Österreich ;-)

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    1. Nicht erschrecken, mein Herz ;o) SUPI :D Ich freu mich schon sehr :D

      ...aber bitte den umweltfreundlichen Solarenergieporsche schicken, gell?!

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  6. Ich habe das Buch nun gelesen und bin voll des Lobes!!! De Winter schreibt einfach toll, ich habe mich gut amüsiert und mich dabei sehr wohl gefühlt - und DAS zählt wirklich, da hamse ganz recht, Frau Lahja!

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Wer schreibt, bleibt!