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Freitag, 27. Juni 2014

Fredtreffen 2014 - Besamen im Schwarzwald

BEEESAMEEEE BEEESAMEEEE MUCHOOOOO....

öhm.. vielleicht sollte ich von vorne anfangen. Nicht ganz von vorne, denn die Geschichte unserer Fredtreffen ist schon so lang, dass sie locker einen Roman von Proust'schen Umfängen füllen könnte.

Freitag

Jedes Jahr versammelt sich ein Teil der beklöppelten Fred-Insassen an einem geheimen Ort zu einem konspirativen Treffen. Dieses Jahr hatte ich die Ehre, die Insassen zu beaufsichtigen und zu bespaßen. Am Tag zuvor nach ungeplanten Motorrad-Pannen mitten im Schwarzwald, hatte ich es nicht geschafft, alles vorzubereiten. Ich war gerade dabei, meine Wäsche abzunehmen und in den Korb zu werfen, als Frau Handwerkerin bereits schwungvoll um die Ecke gebrettert kam. Nach einer kurzen Wohnungsführung und dem Verstauen von diversen angeschleppten Vorräten kamen die nächsten Insassinnen - Frau Lahja, Frau Gildi und Frau Ölfe an.

Unter Lobgesängen trugen sie nun ihre Gastgeberin in einer güldenen Sänfte durch die Stadt und ...*seufz* So war es leider wieder nicht, auch wenn die güldene Sänfte nebst vier passenden nubischen Sänftenträgern (vorzugsweise Vierlinge) bereits seit gefühlten drölfhundert Jahren auf meinem Wunschzettel steht, muss ich leider immer noch selbst laufen. Und im Winter ohne Heiznubiere auskommen. Aber das nur nebenbei.

Gegen Abend wurde Frau Kirsche unter den ohrenbetäubenden Hymnengesängen von Frau Gildi, Frau Ölfe und mir ("BEEEEESAMEEEEEE BEEEEESAMEEEEE MUCHOOOOOO") vom Busbahnhof eingesammelt und von Frau Gildi aufgrund des feierlichen Anlasses der rote Teppich entrollt. Den wir dann prompt in der Bahnhofstiefgarage liegenließen, was vermutlich zu einer mittelgroßen Ehekrise im Hause Gildi geführt haben wird. Genaues ist nicht überliefert. Frau Gildi und Frau Ölfe mussten ihren fleischlichen Gelüsten folgen und holten sich noch Tierisches und Bautzner Senf für die Bestückung des Grills aus dem Supermarkt, nicht ohne ausführlich mit Mannsvolk aus dem Schwarzwald zu schäker. Inzwischen war auch Frau Gärtnerin dem Feierabendverkehr entronnen und gesellte sich zu uns.

Da die Meute nun versammelt war, wurde der Grill angeheizt und zur Freude der gesamten Nachbarschaft unter weiteren Lobgesängen ("BEEEEESAMEEEEEE BEEEEESAMEEEEE MUCHOOOOOO") mit leckerem Essen bestückt. Nach Apperitiv und drölfzig Eierlikörchen aus dem Schokobecher konnten wir gemeinsam am vegetarischen Besatz des Grills packen und uns gemeinschaftlich der Todsünde der Völlerei hingeben. Die Tierteile von Frau Gildi und Frau Ölfe waren ebenfalls rasch verzehrt. Danach kam noch eine Runde lange Würstchen auf den Grill, die in Kombinationmit dem vorhautzurückziehenden Bautzner Senf scheinbar großartig mundeten. Um Mitternacht wurde zur Einstimmung auf den nächsten Tag wieder in ein allgemeines BESAMEN eingestimmt, sich die vollgefressenen Bäuche gerieben und irgendwann zu fortgeschrittener Stunde an den entsprechenden Betten gepackt.

Intermezzo "SENI-SENI LADY, going through emotion, love is where you find it, listen to your heart!"

Frau Gildi zeigte uns am Tisch noch ein beeindruckendes Werk deutscher Werbekultur, welches sie auf der Toilette einer Autobahnraststätte fotografiert hatte. Es zeigt eine Dame (auch Seni-Lady genannt) in Sportkleidung, welche sich am Fuß spielt. Darunter steht der Satz "Ich bleib ich, trotz Blasenschwäche". Die entspannte Haltung und die Sportkleidung der Dame ließ uns mutmaßen, dass es sich um Werbung für Blasenpflaster handeln musste, was uns nahtlos zum nächsten Tag des Fred-Treffens führt.

Samstag

Am nächsten Morgen stieß Frau zuse zu uns. Diese Neu-Fredissima sollte am Abend nach Bestehen der üblichen Rituale wie Eierlikör im Schokobecher, Meditation vor der Problemkerze, Befindlichkeitsbestimmung, Synchronmenstruieren und einem fünfzehnminütigen wissenschaftlichen Vortrag ohne Hilfsmittel zum Thema "Der Unterschied zwischen blasen und pusten - Ergebnisse einer randomisierten Doppelblindstudie" offiziell in unseren Kreis aufgenommen werden.


Zuerst jedoch wurden die Geschichten aus dem Hotel Helene zum besten geben. Der charmante Besitzer hatte nämlich bereits alle im Hotel übernachtenden Fredissimas mit seinem eigenen Schwarzwälder Charme bezirzt. Mal ganz zu schweigen von den Lobeshymnen, die über die wolkenweichen Bettchen angestimmt wurden. Nach dem gemeinsamen Abhängen in meinem Hof trennten sich die Wege. Frau Gildi und Frau Ölfe zogen das Bauch-Beine-Po-Programm im Café Schöpflin der Schauinslandwanderung vor, die die restlichen Fred-Damen todesmutig in Angriff nahmen. 

Trotz Höhenangst bestiegen auch Frau Lahja und Frau zuse die Gondel der Schauinslandbahn, um den Gipfel schmerzfrei und gemütlich zu erklimmen. Nach eingehender Beratung im Tal war man übereingekommen, die Völlerei des letzten Abends durch einen sportlichen Abstieg ins Tal auszugleichen. Nach der zwanzigminütigen Fahrt dem Gipfel entgegen, erklommen vier von sechs Fredissimas den Schauinslandturm und bewunderten die Landschaft, leider mit nicht allzu toller Fernsicht. Danach ging es bergab. Genauer gesagt bergab zur Holzschlägermatte, wo eine Rast eingelegt , die müden Füße ausgeruht und der Sonnenbrand geleckt wurde. Während wir dann weiter von den luftigen Höhen des Schwarzwalds abstiegen, führten wir eine höchst philosophische Diskussion zum Thema "Blasen und Pusten. Gelegentlich auch Tuten und Blasen", sowie zur perfekten, gegenderten Form des Ampelmännchens.


Ihr seht, ohne unseren Beitrag zum Welt-Nivea wäre es schon vorbei mit dem Abendland!

Nach getanem Sportprogramm sammelten Frau Gildi, Frau Ölfe und ich unter erneuten Lobgesängen Frau Mörf am Busbahnhof ein. Danach ging's zur Pizzeria Pinocchio, wo eigenes für uns ein großer Tisch mit rot-weiß karierten Tischdecken aufgefahren worden war. Giovanni ließ sich angesichts so viel holder Weiblichkeit zu einem italienischen Ständchen hinreißen. Bevor Pizza und Ravioli serviert werden konnten, mussten sich die Fredissimas noch meine schwungvolle Rede anhören. Danach vergnügte man sich mit der Betrachtung und Interpretation der Kinderzeichnungen in der Menükarte. Besonderes Entzücken riefen die Bilder "Superheld Pinogjo" und die "Fliegenden Pimmelhasen" hervor. Frau Ölfe flirtete ungeniert mit dem männlichen Pizzeria-
Personal und Frau Gildi orderte noch einen Nachschlag. Danach ging es gestärkt zurück zur heimischen Tränke, wo dann neben Wein, alkoholfreiem Bier, Eierlikör, Cola und Wasser auch leckerster finnischer Moosbeerenlikör gereicht wurde. Zur Einstimmung auf eine gute Nacht wurden erneute Lobgesänge angestimmt, danach begab man sich zur Ruhe ins Hotel oder auf die in der Auberge Chez Meerkatz (komfortbefreite Zone) bereitgestellten Schlafgelegenheiten.

Sonntag

Frau Ölfe und Frau Gildi reisten neben Frau Handwerkerin nach einem tränenreichen Abschied und dem Anstimmen der traditionellen Fredhyme ("BEEEEESAMEEEEEE BEEEEESAMEEEEE MUCHOOOOOO") als erste ab. Mit tränenfeuchten Taschentüchern in der Hand fuhren die restlichen Fredissimas zwecks Besichtigung in die Freiburger Innenstadt. Nach einer Runde ums Münster ging es hoch auf den Kanonenplatz, wo man eine schöne Rundumsicht auf die Stadt und das Umland hat. Unser Weg führte weiter durch die Konviktstraße und dann ins Café Capri. Dort wurden zur Stärkung drei verschiedene Varianten vom Erdbeerbecher geordert (Bitte nur Vanille-Eis! Bitte ohne Sahne! Bitte ganz normal!) und sich von der Hitze und den anstrengenden wissenschaftlichen Diskursen der letzten Tag erholt. Frau Gärtnerin brachte die Hinterbliebenen noch zurück zur meiner Wohnung und trat dann den Heimweg nach Tirol an.

Ermattet fassten wir nun zu Dritt die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Tage zusammen, um sie in eine ansehnliche Powerpoint-Präsentation zu packen, um den Fortbestand des Abendlandes zu sichern. Nachdem Frau Mörf wieder den Weg ins heimatliche Stuttgart angetreten hatte, blieb nur noch Frau Kirsche übrig, die todesmutig den Nachtbus von Freiburg nach Berlin bestieg.

Epilog

Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, dieses Jahr die Fred-Insassinnen bei mir verköstigen und versorgen zu dürfen. Nicht verschweigen möchte ich, dass Frau Kirsche zur Seni-Lady des Wochenendes gekürt wurde, da sie tatsächlich Blasenpflaster brauchte und Frau zuse das Aufnahmeritual erfolgreich bestanden hat. Wir haben dieses Jahr ausnahmsweise auf den Gang über die glühenden Kohlen verzichtet.

Geblasen wurde ebenfalls, nämlich Seifenblasen mit dem Hello-Kitty-Seifenblasen-Set für Fortgeschrittene. Frau Ölfe zeigte diese hohe Kunst in Kombination mit Rauch. Wir ernennen sie daher zur "Bläserette ehrenhalber".

Geblieben sind Erinnerungen an wunderbare Stunden, Lachmuskelkater, Krümel auf dem Teppich und eine mit Alkohol gefüllte Vorratskammer, die 500 russische Matrosen auf Landgang nicht an einem Tag bewältigen könnten.

Mädels: Ihr seid wunderbar! Ich liebe Euch. Vielleicht. Bis zum nächsten Mal.



Eure Doro von my-meerkat und klamottenlabel

Kommentare:

  1. Also, ich muss sagen, dass ich im menschlichen Origamifalten nun vermutlich Weltmeisterqualitäten besitze, aber fürs Fredtreffen mit diesen Mädels, die einfach nur spitze sind, hat sich das allemal gelohnt!!! Danke, ihr Lieben. Ich liebe euch auch!!! Ich würde für euch jederzeit wieder solche Strapazen hinnehmen!!!!

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  2. GROßES SEUFZ! Das war ja ein WUNDERPRÄCHTIGGENIALÖSBEKLÖPPELTWAHNWITZIGLUSTIGES Wochenende!
    Danke schön für diesen superduperspritzigen Bericht, ich hab gut gelacht :D

    Beim nächsten Mal bin ich BESTÜÜÜÜÜMMMMMMT dabei, vielleicht ;o) denn ICH LIEBE EUCH ALLE NÄMLICH AUCH VOLLE TOLL ♥
    ٩(❀‿❀)۶ *schmatz*

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  3. hach...es war so scheee! Ich konnte zwar nach der Wanderung 3 Tage lang meinen Namen dauertanzen, aber es hat sich gelohnt! Ich bin froh das ich euch getroffen habe. Ihr seit eine echte Bereicherung in meinen kargen Dasein!

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  4. hehe es ist, als wäre ich dabei gewesen--Danke---

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  5. So langsam lässt mein Muskelkater nach - aber das wars wert ;-)

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  6. Wie großartig!
    Hab ein erholsames Wochenende
    Elisabeth

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  7. Ich verneige mich vor der diesjährigen Gastgeberin für ihre liebevolle Aufnahme in ihrem wunderschönen Heim und danke für diesen genial zusammen gefassten Bericht.
    Es waren Herz erwärmende und lustige Stunden, die noch an meine Kindeskinder weiter gegeben werden.
    Denn es hat sich alles ganz genau so zugetragen. *vielleicht*
    Geschüttelt und gerührt kann ich nun den Alltag weiter wuppen und mich auf ein Wiedersehen freuen, denn auch ich muss wieder mal öffentlich gestehen- ICH LIEBE EUCH! ♥
    *Tante Kante einen extra saftigen Schmatzer auf die Erdmännchen- Schnautze drückt und Besame trällernd mit der Melodie von Senisenilady mit ohne Blasen davon tänzelt*

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  8. Ach, es war sooo schön! Auch wenn es nicht nur Lachmuskelkater war, der mich 3 Tage zu einem wenig graziösen Gang gezwungen hat, das war es definitiv wert!

    Auf ein nächstes Treffen *prost*, und ein herzliches Danke unserer Gastgeberin!

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  9. Oh ja, es war einfach sooooooooo schön. Ein richtiges Akkuaufladwochenende
    ♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡♡

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