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Sonntag, 4. November 2018

Meine Islandreise Teil 1 "Aus der Zeit gefallen"

Zum 50. Geburtstag hatte ich entschieden, ich möchte mir diesen Geburtstag unvergesslich machen und mir eine Reise schenken. Es standen drei Reisen zur Auswahl, alle irgendwie mit Einsamkeit und Weite.
Meine Wahl fiel schließlich auf Island.

Und eigentlich wollte ich ja allein fahren. Aber dann dachte ich, ach mit einer Freundin ist auch schön und dann naja, aber wenn es so schön ist und ich aber nicht weiß ob ich noch einmal die Gelegenheit habe, frag ich mal meine Tochter. Und dann aber, ich habe ja zwei Kinder, also muss ich schon auch den Prinzen noch fragen.

Kurzum, wir sind zu viert.

Für mich begann die Zeit intensiver Vorbereitung. Zuerst ging ich still in mich und wollte wissen was ich da will. Mein Herz sagte dann immer, auf einem Felsen am Meer sitzen und über mir die Nordlichter. Ja dachte ich, das ist ein schönes Ziel. So konnte ich die Reisezeit bestimmen. Es sollte im Oktober sein, weil die Prinzessin da Ferien hat, weil die Ziegen dann abgemolken sind und beim Bock stehen und weil es da in Island wenig Niederschlag und ausgewogene Verhältnisse zwischen Tag und Nacht gibt. Also die Aussicht auf Nordlichter recht gut stehen.

Nachdem ich mich durch mehrere Foren gelesen hatte, war vieles schon viel klarer. So zum Beispiel wusste ich, das ich gern nach Westisland möchte und nicht ganz soweit weg von der Hauptstadt und vom Golden Zirkel, der die angeblich wichtigsten touristischen Punkte Islands beherbergt.

Meine Suche nach einer bezahlbaren Ferienwohnung verlief gut. So fand ich in Akranes genau das Richtige und buchte.

Jetzt noch Flug und Mietwagen. Beim Flugbuchen muss man aufpassen, wo man sich einloggt, Je größer die Stadt und je westlicher, umso teurer die Flüge. Interessant was man so über das Internet rausbekommt. Wir haben es probiert und denselben Flug von Bremen zur gleichen Zeit wie von Wittenberg angeschaut und hatten einen Preisunterschied von 100 €.

Ach so, das Budget.

Also ich bin ein so genannter Low Budget Reisender. Deswegen beschreibe ich das hier auch so genau. Es ist nämlich ein Irrtum zu glauben Island ist nur für Menschen mit dem Geldsack. Natürlich kann man Island für 4500 € pro Person bereisen...wir haben für eine Woche mit Allem (Flug, Unterkunft, Essen, Eintritt, Geschenke, Sprit, Mietwagen) 600€ pro Person bezahlt.

Meine Sommeraufgabe bestand nun darin uns ein paar schöne dicke Islandpullover zu stricken,




nach dem Grundsatz, die Schafe in Island werden schon wissen, warum sie diese Wolle haben. Dazu habe ich noch ein paar gute Wanderstiefel gekauft, welche die Wasser aushalten und auch bei minus 10 Grad einen warmen Fuss machen. Außerdem brauchte die Prinzessin einen Reisepass, wir Erwachsenen kommen auch mit dem Personalausweis nach Island. Geld sollte man vorher nicht umtauschen, da in Island fast ausschließlich mit der Karte bezahlt wird. Ganz ok ist es herauszufinden, ob die jeweilige Bankkarte für Island funktioniert und wie hoch die Gebühren sein werden.

Jetzt ging es für mich nur noch darum, die Zeit bis zur Abreise zu überstehen und mich mental auf das Fliegen vorzubereiten. Da ich vor 25 Jahren das letzte mal geflogen bin, kann ich nicht behaupten, das ich große Lust aufs Fliegen hatte.

Ich hatte Angst. Große Angst.

Je näher der Abreisetag kam, umso weniger wusste ich, warum ich mir das alles antue.
Ok ich dachte dann immer, komm probiere es. wenn Du dass jetzt schaffst, dann steht Dir die Welt offen. Dann suchst Du Dir Ziele irgendwo und fliegst hin und erlebst noch einmal was.

Am Tag der Abreise habe ich also früh die Koffer gepackt, Thrombosespritze gesetzt, und eine Reisetablette geschluckt, für alle Fälle. Wir wurden ganz großzügig zum Flughafen gefahren. Jetzt begann das Abenteuer.


Und gleich die erste positive Überraschung. Ich war auf so Massenschubsen wie auf dem Berliner Hauptbahnhof gefasst, aber es war ganz anders. Es war gut organisiert, ohne Stress und Hektik. Das tat mir gut. So konnte ich den Stresspegel gleich ein wenig runterfahren. Die Zeit mit einchecken und so weiter verging ganz gut.

Beim Einsteigen ins Flugzeug stand ein so netter Mann an der Gangway und ich bildete mir ein, das muss der Pilot sein. Mein Stress sank noch weiter nach unten, er vermittelte soviel Ruhe und Freundlichkeit.
Technisch war mir das Fliegen ja auch ganz klar. Aber oh mein Gott solange Luftanhalten schaffe selbst  ich nicht.

Leider hatte ich das Problem, das immer wenn ich mich ein wenig entspannen wollte, kamen wir in Turbulenzen. Ätzend..... Mir hat geholfen ein Auge auf die Stewardessen zu haben. Die blieben extrem gelassen, also konnte ich auch die Angst runterfahren.
Besonders schön war, und das ist erstaunlich, das ich überhaupt den Blick für Schönes hatte, das zeigt das die Angst mich nicht die ganze Zeit im Griff hatte, also besonders schön war, das wir 4 Stunden in den Sonnenuntergang flogen. Das bescherte mir das Gefühl, als sei ich aus der Zeit gefallen. Und dieser Gedanke sollte mich nicht mehr loslassen.


So, ich war trotzdem sehr erfreut als wir in Keflavik gelandet sind. Draußen vorm Flughafen sollte uns ein Fahrer der Autovermietung abholen.

Und als wir mit ihm durch die Nacht fuhren und ich diesen leichten Schwefelgeruch von Island in der Nase hatte, da wusste ich,
so fühlt sich

 DAS GLÜCK

an.
Ab jetzt, für die ganze Zeit des Urlaubs ging dieses Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht und dieses unglaubliche Glücksgefühl nicht mehr aus meinem Herzen.

Wollt ihr mehr?

Eure Kalle








Mittwoch, 31. Oktober 2018

Monatsimpressionen Nr. 49 / Oktober 2018

Hier zeigen wir euch immer am letzten Tag des Monats unsere Monatsimpressionen.

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Kallejasper

Manchmal habe ich ja auch Angst, Angst , wenn ich mir etwas so sehr wünsche und dann kurz vor der Erfüllung stehe, das das dann eigentlich ganz doof wird.
Island war so ein Wunsch. Ich wollte nach Island fliegen und Polarlichter sehen.
Was ich gesehen habe, war aber soviel mehr. Mehr als ich mir je gewünscht hätte. Ich liebe Island. Es vergeht kein Tag ohne Sehnsucht nach diesem friedlichem rauen Land. Ich habe mich nie so sicher gefühlt.



Mein Blick aus dem Fenster am Morgen




endlose Weiten, menschenleere Landschaft, kein Baum....



 winzige Menschen im Angesicht großartiger Natur, der Gulfoss Wasserfall ist 20 m breit




rauchende Berge, Aufbruchstimmung...Erde im Entstehen, Schwefelgeruch in der Luft




der Geysir Strokkur beim Ausbruch, wenn er noch sein tiefes Blau hat, Magie pur

Jetzt weiß ich, es lohnt einmal mehr sich Träume zu erfüllen. 

Träumt Leute und macht was draus, eure Kalle

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Cherry Bomb / Kirschblüten-Tsunami 


Älter und weiser sagt der Volksmund wird man mit den Jahren... Irgendwie auch mutiger. Früher wäre ich nicht so schnell alleine zu Veranstaltungen gegangen, wenn ich niemanden zum Begleiten gefunden hätte. Heutzutage hält mich das nicht mehr von der Teilnahme an Konzerten oder Demos ab. Will ich hin, dann gehe ich hin.

So war ich in diesem Monat auch wieder einmal alleine zum Konzert gegangen, weil meine Konzertverabredung an dem Tag abgesagt hat, habe da dann aber trotzdem alte Freunde getroffen und neue Freunde gemacht. Und auf einer wichtigen Demo ebenso. Ich wusste, es sind einige Leute da, die ich kenne, aber ich wusste auch, wie schwer es sein würde, sich dort zu verabreden und zu finden, also habe ich von vornherein gesagt, ich gehe alleine hin und entweder trifft man sich dort oder eben nicht, dann halt später an einem Ort, wo man sich findet.

So gesagt, so getan und ich bin auch sehr froh, dass ich eine von 242.000 Demonstrant/innen bei der #unteilbar Demo am 13. dieses Monats in Berlin war, denn es ist unbeschreiblich, so ein winziges Teilchen der Masse zu sein und sich wohl dabei zu fühlen, dass man nicht alleine ist, sondern umgeben von so vielen Leuten, die das Herz am rechten Fleck haben... für Toleranz und gegen Fremdenhass. Die Stimmung dort war unglaublich entspannt und harmonisch trotz der Menschenmenge. Mir wurde richtig warm ums Herz...

Einige Demoteilnehmer/innen auf dem Wasser.

Mehr Oktoberimpressionen sind auf meinem Blog Kirschenzeit zu sehen.

Es winkt Eure Cherry
von Cherry Bomb und Kirschblüten-Tsunami



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FrolleinNINI

HUCH...
...schon um der Oktober 
3 Wochen Ferien - eine Auszeit in Bayern/Franken mit dem Mann ohne Kinder - wunderbar: Burgen, Brauereien und Bier, schöne Altstädte - und immer noch irgendwie Sommer - und dann zack- huch die Weihnachtsmärkte stehen vor der Tür....

Bamberg 

Zeit für Radfahrten bis zum Sonnenuntergang im goldenen Oktober blieb noch übrig 





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Zuse 

Mit dem Oktober verbinde ich eine Art Hass-Liebe. Auf der einen Seite wird es immer mal wieder warm, der Wald ist bunt und man kann so wunderbar durch Laubberge schlurfen. Und dann ist es aber auch immer der Beginn von Winter, Dunkelheit und Kälte.

Also irgendwie weiß ich nicht ob ich den Oktober mag.

Engelweg im Glottertal




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Frau Zuckerrübchen

Diesen Monat hatte ich wegen Renovierungsarbeiten nicht so wahnsinnig viel Zeit für kreatives Werkeln, aber ich habe es doch geschafft auf Instagram bei einer Collagenchallenge mitzumachen. Jeden Tag eine Collage, manchmal musste ich nachholen aber ich habe es doch geschafft. Hier sind meine 30 bis zum erstellen dieses Posts fertigen Arbeiten. Auf meinem Blog folgt noch ein Post auf dem alle 31 Collagen als Büchlein zu sehen sind.




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Frau Lahja

Jedes Jahr suchen wir uns für die Herbstferien einen Ort in Deutschland aus, den wir noch nicht kennen und machen dort einige Tage Urlaub. Einzige Bedingung: er muss mit dem Zug erreichbar sein. Dieses Jahr fiel die Wahl auf Marburg an der Lahn - ein hübsches Städtchen mit malerischen Fachwerkhäusern und Dank der vielen Studenten sehr lebendig. Die wunderbare Herbstsonne bescherte uns farbenfrohe Oktoberimpressionen.
 
Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!



 
Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz -
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.



Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!

Theodor Storm (1817 - 1888)


 Ich wünsche Euch allen einen genussvollen Herbst!

Die Frau Lahja



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Habt ihr auch Monatsimpressionen gesammelt? Die kannst du gerne hier bei uns verlinken: